In der Praxis der Arbeitssicherheit zeigt der traditionelle Ansatz, der auf Strafen und dem Entzug von Prämien für Verstöße basiert, zunehmend seine Ineffektivität. Anstatt das Niveau der Sicherheitskultur zu erhöhen, schafft diese Methode eine Atmosphäre der Angst: Mitarbeiter beginnen, Mikroverletzungen und Beinaheunfälle zu verbergen, und die persönliche Sicherheit wird nur in Anwesenheit von Aufsichtspersonen beachtet. In seinem Vortrag analysiert Vladislav Gumennik detailliert den Prozess der Transformation der Unternehmenskultur, bei dem das Unternehmen vollständig auf Strafen zugunsten eines kollektiven Motivationssystems verzichtet hat.
Ein entscheidender Schritt war die offene Erklärung der Geschäftsführung über die Richtungsänderung: Der Fokus verlagerte sich von der Suche nach Schuldigen auf die Förderung von Führung im Bereich Sicherheit. Dies ermöglichte es, die Barriere des Misstrauens abzubauen und das Personal zur proaktiven Identifizierung von Risiken am Arbeitsplatz zu motivieren.
Damit die Motivation objektiv ist, zeigt der Sprecher am Beispiel des implementierten Systems, wie das Engagement des Teams digitalisiert werden kann. Die Berechnungsgrundlage bildeten sieben Schlüsselindikatoren (K1 – K7), die alle Ebenen der Unfallpyramide abdecken:
Der zusammenfassende Sicherheitskoeffizient wird unter obligatorischer Berücksichtigung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl der Abteilung und der geleisteten Arbeitsstunden berechnet. Dies gleicht die Chancen kleiner Teams und großer Abteilungen mathematisch aus und macht den Wettbewerb fair.
Der Übergang zur kollektiven Verantwortung spiegelte sich direkt in der Statistik wider: Das Unternehmen hat tödliche Unfälle vollständig eliminiert und die Rate leichter Verletzungen um das 4,5-fache gesenkt. Die Mitarbeiter begannen, Verstöße über „Sicherheitskarten“ bereits vor Arbeitsbeginn selbstständig zu beheben, was die Belastung des Kontrollapparats erheblich reduzierte.
Der Sprecher analysiert auch die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit des Ansatzes. Der vierteljährliche Prämienfonds in Höhe von etwa 1,5 Millionen Rubel für 700 Arbeiter macht sich vollständig bezahlt. Die Kosten des Unternehmens für die Beseitigung der Folgen eines schweren oder tödlichen Unfalls (einschließlich Sozialleistungen) übersteigen diesen Fonds um etwa das Fünffache. Ein zusätzlicher Hebel war die Integration der Sicherheitsergebnisse in das Management-Ranking: Der berufliche Aufstieg von Abteilungsleitern hängt direkt davon ab, welche Plätze ihre Abteilungen im Sicherheitsranking einnehmen.
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