Kompetenzentwicklung im Bereich HSE

Fallstudie
18 Dezember 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von formaler Schulung zu echten Fähigkeiten: Die Evolution der HSE

Der Fachkräftemangel und ein formaler Schulungsansatz sind die zentralen Herausforderungen, denen sich Industrieunternehmen heute stellen müssen. Oft beschränken sich Schulungszentren auf die Ausstellung von Zertifikaten, und die Programme entsprechen nicht den tatsächlichen Bedürfnissen des Unternehmens. Angesichts der Tatsache, dass sich der Personalmangel im Produktionssektor bis 2030 voraussichtlich verschärfen wird, müssen Unternehmen ihre Ansätze zur Kompetenzentwicklung überdenken.

In seinem Vortrag analysiert Dmitry Khodyrev, Leiter des Kompetenzentwicklungszentrums bei Gazprom Nedra, die praktischen Erfahrungen bei der Transformation des Schulungssystems. Der Referent zeigt auf, wie der Übergang von isolierten Niederlassungspraktiken zu einer einheitlichen Strategie nicht nur das Wissensniveau erhöht, sondern auch die Einstellung der Mitarbeiter zur Sicherheit vor Ort verändert.

Bewertung des aktuellen Zustands: Das Kompetenzquadrat

Um die Ausgangsposition zu verstehen und dem Management anschaulich zu demonstrieren, schlägt der Referent die Verwendung des Kompetenzquadrats (basierend auf der Theorie von Noel Burch) vor. Dieses Instrument unterteilt das Qualifikationsniveau in vier Zonen:

  • Unbewusste Inkompetenz: Die Mitarbeiter sind sich ihres Wissensmangels nicht bewusst (in diese Zone fallen oft grundlegende HSE-Fähigkeiten).
  • Bewusste Inkompetenz: Das Verständnis für den Mangel an Fähigkeiten (typisch für Soft Skills wie Teamarbeit und kritisches Denken).
  • Bewusste Kompetenz: Fähigkeiten sind vorhanden, erfordern aber ständige Kontrolle (in dieser Zone befinden sich die harten beruflichen Fähigkeiten der Produktionsmitarbeiter).
  • Unbewusste Kompetenz: Arbeiten auf Autopilot (was im Kontext der Sicherheit nicht immer ein Vorteil ist).

Eine solche Bewertung ermöglicht einen ehrlichen Blick auf die Situation und hilft zu bestimmen, welche Bereiche vorrangiges Eingreifen erfordern.

Zielvision und Struktur des Schulungssystems

Für ein effektives Management der Personalentwicklung betrachtet der Referent detailliert die Aufteilung des Systems in drei Schlüsselbereiche:

  • Schulungsseiten: Aufteilung in staatliche (obligatorische) und unternehmensinterne Schulungen. Für staatliche Schulungen werden zentralisierte Anbieter mit verifizierten Programmen eingeführt, was die Standardisierung von Ansätzen in allen Niederlassungen ermöglicht. Für unternehmensinterne Schulungen werden festangestellte und interne Trainer entwickelt.
  • Lernumgebung: Schaffung von Schulungsräumen, Übungsgeländen und Einsatz von VR-Simulatoren. Praktische Übungen (z. B. Erste Hilfe) sind ohne entsprechende Infrastruktur nicht möglich.
  • Kontrolle und Analyse: Einführung von LMS-Systemen (in diesem Fall auf Basis von 1C) zur Verwaltung von Zeitplänen, persönlichen Konten und zur Synchronisierung mit HR-Prozessen.

Feld-Mentoring: Trainer in der Produktion

Von besonderem Interesse ist der Ansatz für die Arbeit der festangestellten Trainer. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie das Lernen über das Klassenzimmer hinausgeht. Trainer mit Produktionserfahrung reisen im Schichtbetrieb zu den Standorten. Sie führen nicht nur Grundkurse durch («Eintauchen in die HSE», «Interaktive Unterweisung»), sondern arbeiten auch als Methodik-Mentoren im Feld.

Durch die Beobachtung der Mitarbeiter unter realen Bedingungen (z. B. die Nutzung von drei Stützpunkten beim Einsteigen in Maschinen, die Qualität der Unterweisungen) geben die Trainer Feedback «hier und jetzt». Diese tägliche praktische Arbeit hat sich als äußerst effektiv bei der Änderung von Verhaltensgewohnheiten erwiesen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie bewertet man das tatsächliche Kompetenzniveau des Personals mithilfe der Matrix von Noel Burch?
  • Warum ist die Zentralisierung von Schulungsanbietern effektiver als die Arbeit mit Dutzenden von lokalen Verträgen?
  • Wie organisiert man die Arbeit von festangestellten Trainer-Mentoren direkt an den Produktionsstandorten?
  • Welche Schritte sind erforderlich, um ein Schulungszentrum an einem autonomen Standort aufzubauen?
  • Wie integriert man ein LMS-System in die bestehende IT-Infrastruktur des Unternehmens?
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