Die Einbindung von Fremdfirmen in große Industrieanlagen führt unweigerlich zur Integration einer fremden Unternehmenskultur, die oft nicht den Standards des Auftraggebers entspricht. Ein niedriges Kompetenzniveau des Fremdfirmenpersonals und eine formelle Einstellung zu Sicherheitsregeln führen nicht nur zu regelmäßigen Verstößen, sondern auch zu Verzögerungen bei der Umsetzung von Investitionsprojekten. Ein verzögerter Produktionsstart aufgrund von Vorfällen wird in Millionenhöhe an finanziellen Verlusten gemessen. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Ansatz von NLMK zum Risikomanagement von Fremdfirmen in der Phase, in der das Unternehmen bereits auf der Baustelle ist und mit Arbeiten mit erhöhter Gefahr begonnen hat.
Das traditionelle Arbeitserlaubnissystem ist nicht in der Lage, die Risiken auf Großbaustellen mit Tausenden von beteiligten Arbeitern vollständig abzudecken. Der Sprecher analysiert die Kontrollarchitektur, deren Fundament eine kontinuierliche Überwachung (Supervising) ist.
Höhenarbeiten verursachen traditionell das größte Volumen an Verstößen — bei einigen Projekten erreichte dieser Anteil 40 %. Der Sprecher zeigt am Beispiel dieses Schlüsselrisikos, wie ein ganzheitlicher Ansatz die Unfallstatistik verändert.
Dieses Schema ermöglichte es, Abstürze aus der Höhe auf den kontrollierten Objekten vollständig zu eliminieren und die Anzahl der spezifischen Verstöße um mehr als 60 % zu reduzieren.
Die Wirksamkeit des Kontrollsystems hängt direkt vom Engagement des Produktionsmanagements ab. Die Aufnahme spezifischer Sicherheitskennzahlen (Teilnahme an Betriebsrundgängen, Anwesenheit bei HSE-Meetings) in die jährlichen KPIs der Projektmanager schafft eine reale Nachfrage nach sicherer Arbeitsausführung seitens des Auftraggebers. Zusätzlich wird das Prinzip der Informationstransparenz eingeführt: Fremdfirmen erhalten vollen Zugriff auf unternehmensinterne Risikokataloge, Schulungsvideos und Handbücher, was die Barriere der Unkenntnis interner Unternehmensabläufe beseitigt.
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