Risikomanagement bei der Durchführung von Arbeiten mit erhöhter Gefahr durch Fremdfirmen

Fallstudie
10 März 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Risikoimport: Warum Fremdfirmen besondere Kontrolle erfordern

Die Einbindung von Fremdfirmen in große Industrieanlagen führt unweigerlich zur Integration einer fremden Unternehmenskultur, die oft nicht den Standards des Auftraggebers entspricht. Ein niedriges Kompetenzniveau des Fremdfirmenpersonals und eine formelle Einstellung zu Sicherheitsregeln führen nicht nur zu regelmäßigen Verstößen, sondern auch zu Verzögerungen bei der Umsetzung von Investitionsprojekten. Ein verzögerter Produktionsstart aufgrund von Vorfällen wird in Millionenhöhe an finanziellen Verlusten gemessen. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Ansatz von NLMK zum Risikomanagement von Fremdfirmen in der Phase, in der das Unternehmen bereits auf der Baustelle ist und mit Arbeiten mit erhöhter Gefahr begonnen hat.

Dreistufiges System zum Umgang mit Verstößen

Das traditionelle Arbeitserlaubnissystem ist nicht in der Lage, die Risiken auf Großbaustellen mit Tausenden von beteiligten Arbeitern vollständig abzudecken. Der Sprecher analysiert die Kontrollarchitektur, deren Fundament eine kontinuierliche Überwachung (Supervising) ist.

  • Externe und interne technische Aufsicht. Der Einsatz von Fachspezialisten für die tägliche Kontrolle ermöglicht es nicht nur, Abweichungen zu erfassen, sondern auch Aufklärungsarbeit direkt am Arbeitsplatz zu leisten.
  • Detailliertes Verstoßregister. Die Systematisierung von Daten mit einer tiefgehenden Klassifizierung (z. B. die Unterteilung von Höhenarbeiten in Probleme mit Anschlageinrichtungen, Gerüsten oder Auffanggurten) ermöglicht es, systemische Fehler in den Prozessen einer bestimmten Fremdfirma zu identifizieren.
  • Gezielte Umsetzung von Korrekturmaßnahmen. Basierend auf der Analyse des Registers werden gezielte Aufgaben für die Leiter der Fremdfirmen formuliert, deren Ausführung vom Auftraggeber streng kontrolliert wird.

Transformation der Sicherheit bei Höhenarbeiten

Höhenarbeiten verursachen traditionell das größte Volumen an Verstößen — bei einigen Projekten erreichte dieser Anteil 40 %. Der Sprecher zeigt am Beispiel dieses Schlüsselrisikos, wie ein ganzheitlicher Ansatz die Unfallstatistik verändert.

  • Praktische Kompetenzprüfung. Die Einführung obligatorischer Tests auf speziellen Übungsgeländen ermöglicht es, unqualifiziertes Personal vor dem Betreten der Baustelle auszusortieren.
  • Umstellung auf Modulgerüste. Der vollständige Verzicht auf selbstgebaute Holzgerüste zugunsten standardisierter Modulkonstruktionen minimiert das Risiko des Einsturzes von Arbeitsbühnen.
  • Technische Aufsicht bei der Montage. Jede Gerüstkonstruktion durchläuft eine unabhängige Prüfung auf korrekte Montage. Erst nach Erhalt des genehmigenden „grünen Schildes“ wird das Team zur Arbeit zugelassen.

Dieses Schema ermöglichte es, Abstürze aus der Höhe auf den kontrollierten Objekten vollständig zu eliminieren und die Anzahl der spezifischen Verstöße um mehr als 60 % zu reduzieren.

Einbindung des Managements und Informationstransparenz

Die Wirksamkeit des Kontrollsystems hängt direkt vom Engagement des Produktionsmanagements ab. Die Aufnahme spezifischer Sicherheitskennzahlen (Teilnahme an Betriebsrundgängen, Anwesenheit bei HSE-Meetings) in die jährlichen KPIs der Projektmanager schafft eine reale Nachfrage nach sicherer Arbeitsausführung seitens des Auftraggebers. Zusätzlich wird das Prinzip der Informationstransparenz eingeführt: Fremdfirmen erhalten vollen Zugriff auf unternehmensinterne Risikokataloge, Schulungsvideos und Handbücher, was die Barriere der Unkenntnis interner Unternehmensabläufe beseitigt.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie baut man ein Überwachungs- und Verstoßanalysesystem für Tausende von Fremdfirmenmitarbeitern auf?
  • Warum erfordert der Verzicht auf Holzgerüste zugunsten von Modulgerüsten eine zusätzliche Schulung des Personals?
  • Wie funktioniert das Zulassungssystem für Höhenarbeiten durch eine unabhängige technische Aufsicht?
  • Wie können HSE-Anforderungen in das Ausschreibungsverfahren für Fremdfirmen integriert werden?
  • Wie nutzt man KPIs, um die Produktionsleiter des Auftraggebers in die Sicherheitskontrolle auf der Baustelle einzubinden?
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