Praktiken zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden des Personals als Grundlage für die nachhaltige Unternehmensentwicklung

Fallstudie
21 Januar 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von der Behandlung zum Lifestyle-Management: Besonderheiten abgelegener Standorte

Die Gesundheitsversorgung des Personals an abgelegenen Produktionsstandorten beschränkt sich traditionell auf Notfallmaßnahmen und grundlegende medizinische Untersuchungen. Unter den Bedingungen des Hohen Nordens, wo die Logistik auf wenige Monate im Jahr beschränkt ist und im Schichtbetrieb gearbeitet wird, ist dieser Ansatz jedoch nicht mehr effektiv. Der Webinar-Sprecher Nikolai Ievlev analysiert am Beispiel des Unternehmens „Rusvietpetro“ den Übergang von reaktiver Medizin zu proaktivem Wohlbefindensmanagement der Mitarbeiter. Diesem Übergang liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Gesundheit eines Mitarbeiters zu 50 % von seinem Lebensstil abhängt. Daher muss sich der Fokus der HSE-Abteilung auf die Entwicklung gesunder Gewohnheiten und die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur verlagern.

Digitalisierung der medizinischen Kontrolle im Feld

Eines der Hauptprobleme abgelegener Standorte ist die Qualität und Zuverlässigkeit medizinischer Untersuchungen. Der Vortrag beleuchtet detailliert einen ganzheitlichen Ansatz zur Digitalisierung der Medizin, der es ermöglichte, den menschlichen Faktor auszuschließen und den Verlust von Arbeitszeit zu minimieren:

  • Automatisierung von Voruntersuchungen: Die Einführung von Hard- und Softwarekomplexen mit Face-ID-Technologie sorgte für einen Durchsatz von bis zu 60 Personen pro Stunde und schloss Subjektivität bei der Arbeitszulassung aus.
  • Mobile medizinische Komplexe: Durchführung regelmäßiger medizinischer Untersuchungen direkt im Feld mithilfe geländegängiger Labore auf KamAZ-Basis. Diese Lösung hat die Praxis der Vorlage zweifelhafter „Heimatbescheinigungen“ vollständig beseitigt und ermöglichte es den Mitarbeitern, sich ohne Zeitverlust während ihrer Freischichten untersuchen zu lassen.
  • Integration mit regionaler Telemedizin: Der Anschluss der Gesundheitszentren des Unternehmens an das Gesundheitssystem des Autonomen Kreises der Nenzen ermöglichte es den Sanitätern, in Notfällen Online-Konsultationen von hochspezialisierten Fachärzten (Kardiologen, Chirurgen) aus zentralen Polikliniken einzuholen.

Verhaltenstherapie und „Gesundheitsschule“

Die Schaffung einer Infrastruktur garantiert nicht deren Nutzung, wenn die Mitarbeiter kein bewusstes Verhältnis zu ihrer Gesundheit haben. Der Sprecher zeigt am Beispiel des Projekts „Gesundheitsschule“, wie Verhaltensmuster von Schichtarbeitern geändert werden können. Basierend auf einer Morbiditätsanalyse wurden Risikogruppen identifiziert, mit denen Ärzte und Fachspezialisten eine systematische Arbeit begannen. Die Mitarbeiter lernten, ihren Blutdruck selbst zu kontrollieren, den Cholesterinspiegel zu messen und die Prinzipien der Kalorienberechnung zu verstehen. Ein unerwartetes, aber bezeichnendes Ergebnis war die aktive Teilnahme der Fokusgruppe (Männer über 45 Jahre) an Pilates- und Yoga-Kursen, was die Wirksamkeit einer gut strukturierten Aufklärungsarbeit beweist.

Wohlbefindens-Infrastruktur und Ergebnisse

Gesundheitsmanagement erfordert umfassende Unterstützung durch den Arbeitgeber. Die Einführung erweiterter privater Krankenversicherungsprogramme (einschließlich Kinder und Verwandte), der Bau multifunktionaler Sportkomplexe und die Organisation von Kurbehandlungen auf Kosten des Sozialfonds ermöglichten die Schaffung einer vollwertigen Umgebung zur Erholung. Das praktische Ergebnis der Umsetzung dieser Programme war nicht nur das Erreichen einer LTIFR-Rate von null, sondern auch ein dokumentierter Rückgang der Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts um 30 % bis Ende 2024.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie organisiert man technisch die Durchführung vollwertiger regelmäßiger medizinischer Untersuchungen in einem isolierten Feld?
  • Wie verringert die Integration des betrieblichen Gesundheitszentrums mit der regionalen Telemedizin das Risiko ärztlicher Fehler?
  • Wie kann man Mitarbeiter durch anschauliche Experimente (z. B. Blutdruckmessungen vor und nach dem Rauchen) davon überzeugen, schlechte Gewohnheiten aufzugeben?
  • Welche Instrumente helfen dabei, ältere Mitarbeiter in Programme für körperliche Aktivität und Ernährungskontrolle einzubeziehen?
  • Wie ermöglicht eine kompetente Gesundheitspolitik dem Unternehmen, Vorzugstarife für betriebliche Versicherungsdienstleistungen zu erhalten?
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