Strenge Anforderungen an die Verkehrssicherheit auf Produktionsstätten geraten oft in Konflikt mit den Realitäten des Fahrzeugeinsatzes. Ein sofortiges Verbot der Fahrzeugnutzung aufgrund einer formalen Nichtübereinstimmung führt zu Terminüberschreitungen, Konflikten mit Produktionsabteilungen und finanziellen Verlusten. In diesem Webinar erläutert Dmitry Feoktistov detailliert, wie der Übergang von kategorischen Verboten zu einem gesteuerten System der Genehmigung von Abweichungen es ermöglicht, die Arbeitseffizienz ohne Einbußen bei der Sicherheit aufrechtzuerhalten.
Der Referent zeigt am Beispiel der Irkutsk Oil Company (INK), wie die Einführung eines flexiblen Ansatzes bei Verstößen nicht nur dazu beitrug, die Unfallrate um 44 % zu senken, sondern auch Hunderte von Maschinentagen einzusparen, indem ungerechtfertigte Ausfallzeiten von Geräten verhindert wurden.
Das Fundament des Abweichungssystems ist eine klare Klassifizierung von Mängeln und Verstößen. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Ansatz, bei dem alle Nichtübereinstimmungen in drei Kategorien unterteilt werden:
Eine solche Abstufung ermöglicht es HSE-Inspektoren und Auftragnehmern, in einem einheitlichen rechtlichen Rahmen zu arbeiten und Subjektivität bei Entscheidungen über den Stopp von Fahrzeugen auszuschließen.
Ein Schlüsselelement des Systems, das der Referent anhand konkreter Fallstudien analysiert, ist die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikominderung. Eine Abweichung wird niemals einfach so genehmigt. Damit ein Fahrzeug mit einem Defekt (z. B. mit einem Riss in der Windschutzscheibe, der über die zulässigen Grenzen hinausgeht, oder ein haubenloser UAZ während der Ausmusterung aus dem Fuhrpark) weiterarbeiten kann, muss der Eigentümer Kompensationsmaßnahmen einführen.
Wenn beispielsweise Reifen mit unterschiedlichem Profil auf einer Achse montiert sind und sich die Lieferung neuer Reifen verzögert, kann der Betrieb vorübergehend unter der Bedingung genehmigt werden, dass Schneeketten verwendet werden und ein Verantwortlicher für die Kontrolle benannt wird. Stellt der Inspektor auf der Strecke fest, dass die Kompensationsmaßnahmen nicht eingehalten werden, kommt dies einer eigenmächtigen Wiederaufnahme der Arbeit gleich und zieht strenge Sanktionen nach sich.
Besonderes Augenmerk wird im Bericht auf den Paradigmenwechsel in der Interaktion mit Vertragsorganisationen gelegt. Anstatt das Budget des Unternehmens durch Strafen aufzubessern, empfiehlt INK seinen Partnern, diese Mittel in ihre eigene Sicherheit zu lenken. Infolgedessen investierten die Auftragnehmer mehr als 5 Millionen Rubel in die Ausstattung von Schulungsräumen, die Aufzeichnung von Videoanweisungen und die vertiefte Ausbildung von Fahrern.
Darüber hinaus ermöglichte das Abweichungssystem die Erfassung einer Datenmenge, die zeigte, dass einige interne Anforderungen (z. B. eine strenge Altersgrenze für Fahrzeuge) keinen wirklichen Einfluss auf die Unfallrate haben. Dies ermöglichte es, sie in die Kategorie der Empfehlungen zu überführen und so die finanzielle Belastung der Partner zu verringern.
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