Sicherheitskultur: Wie praktisches Training das Mitarbeiterverhalten verändert

Fallstudie
29 November 2024 🇷🇺 Originalsprache: русский

Das verborgene Potenzial der technischen Ausbildung

Bei der Entwicklung der Unternehmenskultur entsteht oft eine Lücke zwischen spezifischen HSE-Unterweisungen und den tatsächlichen technischen Fähigkeiten der Mitarbeiter. Traditionell konzentrieren sich Schulungsprogramme für Mechaniker, Energieelektroniker und Messtechniker ausschließlich auf berufliche Kompetenzen und lassen Sicherheitsfragen bei der praktischen Anwendung außen vor. In seinem Vortrag analysiert Mikhail Omelchuk einen Ansatz, bei dem die technische Ausbildung zu einem vollwertigen Instrument wird, um das Verhalten der Mitarbeiter zu ändern und ein bewusstes Risikoverständnis zu schaffen.

Die Schaffung spezialisierter Trainingskomplexe, wie z. B. ein Projekt für Instandhaltungspersonal, ermöglicht es, den Fokus vom theoretischen Wissen auf die Einübung konkreter Fähigkeiten zu verlagern. Dies löst gleich zwei Aufgaben: Es reduziert die Anzahl der Fehler, die zu Anlagenstillständen führen, und minimiert das Verletzungsrisiko bei der Durchführung von Routinearbeiten.

Integration von Sicherheit in Arbeitsabläufe

Der Referent zeigt die Mechanik der Einführung einer Sicherheitskultur am Beispiel eines Basisprogramms für Schlosser und Instandhalter – der Demontage und Montage von Flanschverbindungen. Anstatt HSE in ein separates, von der Praxis losgelöstes Modul auszugliedern, werden Sicherheitselemente nahtlos in jede Phase der technischen Aufgabenstellung integriert:

  • Risikobewertung vor jeder Übung. Die Gefahrenanalyse wird nicht nur zu Beginn des Schulungstages durchgeführt, sondern vor jedem Herantreten an die Ausrüstung. Dies bildet eine feste Gewohnheit, vor Arbeitsbeginn über mögliche Ausnahmesituationen nachzudenken.
  • Ausführung von Handlungen mit Kommentaren. Die Lernenden sprechen jeden ihrer Schritte laut aus. Dieser Ansatz schließt Automatismus aus und zwingt den Mitarbeiter, die Sicherheit seiner Handlungen im jeweiligen Moment bewusst zu bewerten.
  • Situative Auswahl von PSA. Im Rahmen der Praxis werden verschiedene Bedingungen simuliert (z. B. Arbeiten mit neutralen oder aggressiven Medien). Der Mitarbeiter muss die Eingangsdaten selbstständig analysieren, die entsprechende Schutzausrüstung auswählen und diese vor der Verwendung auf Funktionstüchtigkeit prüfen.
  • Gegenseitige Kontrolle anhand von Checklisten. Die Beobachtung der Arbeit von Kollegen und das Geben von korrektem Feedback entwickelt die Fähigkeit, gefährliche Handlungen und Bedingungen zu erkennen, die dann in das reale Arbeitsumfeld übertragen wird.

Methodik ist wichtiger als Ausrüstung

Investitionen in die materielle und technische Basis sowie die Anschaffung von Simulatoren garantieren keine Verhaltensänderung der Mitarbeiter. Wenn das Übungsgelände nicht durch eine fundierte didaktische und methodische Komponente gestützt wird, läuft es Gefahr, zu einem Ausstellungsmuseum zu werden. Der Vortrag geht detailliert auf das Prinzip der Problematisierung ein: Solange ein erwachsener Lernender nicht das persönliche Bedürfnis nach neuem Wissen erkennt (z. B. indem er versteht, dass seine gewohnte, langjährige Arbeitsweise verborgene Gefahren birgt), wird jede Theorie als Formalität wahrgenommen.

Ein erfolgreiches Programm erfordert eine dosierte Vermittlung von Theorie, einen Fokus auf Gruppendynamik und die Duplizierung von Ausrüstung, um Ausfallzeiten der Schulungsteams zu vermeiden. Darüber hinaus ist die Rolle interner Trainer von entscheidender Bedeutung – erfahrene Mentoren aus den Reihen ehemaliger oder aktueller Mitarbeiter, die in der Lage sind, die richtigen Verhaltensmodelle zu vermitteln.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie integriert man die Bewertung von Betriebsrisiken in die Standardausbildung von Schlossern und Mechanikern?
  • Warum reduziert die Ausführung praktischer Aufgaben mit lautem Kommentieren effektiv Verletzungen?
  • Wie organisiert man den Raum eines Trainingskomplexes unter Berücksichtigung der Gruppendynamik?
  • Welche Fallstricke gibt es bei der Auswahl und Duplizierung von Ausrüstung für Schulungszwecke?
  • Wie nutzt man Checklisten, um die Fähigkeiten zur gegenseitigen Kontrolle in Arbeitsteams zu entwickeln?
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