Die Entwicklung einer Sicherheitskultur ist ein komplexer und mehrstufiger Prozess, der nicht allein durch die HSE-Abteilung umgesetzt werden kann. In seinem Vortrag analysiert Wladimir Warlamow anhand seiner Erfahrungen in großen Industrieunternehmen (SUEK, Metalloinvest, Evraz) praktische Schritte für den Übergang von formalen Slogans zu realen Taten. Der Referent betont, dass Sicherheit ein integraler Bestandteil aller Geschäftsprozesse werden muss und nicht isoliert existieren darf.
Ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Transformation ist das Engagement der obersten Führungskräfte des Unternehmens. Der Referent weist darauf hin, dass die Initiative vom „Auftraggeber“ – dem Generaldirektor oder Geschäftsführer – ausgehen muss. Erst nach Erhalt ihrer Unterstützung können andere Bereiche effektiv eingebunden werden: HR, PR, IT, Finanzen und Produktion. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Mechanismus der Durchführung von Strategiesitzungen, bei denen Führungskräfte angrenzender Bereiche die Verantwortung für die Lösung spezifischer, die Sicherheit beeinflussender Probleme übernehmen (z. B. die Entwicklung eines Kompetenzmodells gemeinsam mit HR).
Die Einführung von HSE-Instrumenten muss rechtzeitig erfolgen und dem Reifegrad der Organisation entsprechen. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie ein vorzeitiger Start von verhaltensbasierten Sicherheitsaudits (BBS) das System diskreditieren kann, wenn noch keine Mechanismen zur Lösung der festgestellten Probleme geschaffen wurden. Anstelle einer chaotischen Einführung vieler Praktiken wird vorgeschlagen, einen einheitlichen „Arbeitsstandard für Führungskräfte“ zu entwickeln. Dieser Standard definiert klar die Interaktionsregeln auf allen Managementebenen und gewährleistet eine transparente Kommunikationskaskade sowie eine effektive Arbeit der HSE-Ausschüsse.
Die Transformation der Sicherheitskultur erfordert einen systematischen Projektansatz. Der Referent analysiert die Bedeutung der Vorprojektvorbereitung und der schrittweisen Einführung von Änderungen (z. B. eines Risikomanagementsystems) unter Verwendung qualitativer und quantitativer Kennzahlen in jeder Phase. Für die Umsetzung von Projekten werden dedizierte Teams gebildet, in die die besten Spezialisten aus der Personalreserve einbezogen werden, mit anschließender Rotation zurück in die Produktion. Dieser Ansatz ermöglicht nicht nur die erfolgreiche Einführung von Instrumenten, sondern auch den Erhalt von Kompetenzen im Unternehmen.
Ein effektives HSE-Management ist ohne moderne IT-Unterstützung unmöglich. Der Vortrag betont die Notwendigkeit der Integration von HSE-Systemen in unternehmensweite ERP-Systeme (SAP, 1C). Der Referent empfiehlt, IT-Spezialisten direkt in die Projektarbeitsgruppen einzubeziehen, damit die entwickelten Lösungen den tatsächlichen Bedürfnissen der Produktion bestmöglich entsprechen und von internen Teams weiterentwickelt werden können.
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