Das Management der Verkehrssicherheit auf großen Baustellen ist eine Aufgabe, die einen systematischen Ansatz und eine ständige Anpassung an wechselnde Bedingungen erfordert. Wenn die Anzahl der Fahrzeuge von Auftragnehmern in die Tausende geht und die Infrastruktur erst noch geschaffen wird, steigen die Risiken von Verkehrsunfällen um ein Vielfaches. In diesem Webinar teilt Igor Prokopyev, leitender Spezialist für Verkehrssicherheit des Irkutsker Polymerwerks (ein Projekt der Irkutsk Oil Company), seine praktischen Erfahrungen bei der Reduzierung der Unfallrate auf technologischen Zufahrtswegen unter den Bedingungen aktiver Bautätigkeiten.
Der Referent erläutert die ersten Schritte zur Normalisierung der Verkehrssituation auf dem Gelände. Die Aufstellung von über 200 Verkehrsschildern und die Schaffung von sieben geräumigen Parkplätzen ermöglichten es, das chaotische Parken von Fahrzeugen zu beseitigen, das die Sicht einschränkte und Unfälle provozierte. Zur Lösung des Problems unkoordinierter Straßensperrungen durch Bauleitungen wurden ein Regelwerk und eine interaktive Karte eingeführt. Dies gewährleistete die ungehinderte Durchfahrt von Rettungsdiensten und die Optimierung der Routen für alle Verkehrsteilnehmer.
Besonderes Augenmerk wird in dem Vortrag auf die Vermeidung von Abkommen von der Fahrbahn und Überschlägen gelegt. Die Verwendung von Leitpfosten, die auf Metallstäben im gefrorenen Boden montiert wurden, ermöglichte es, die Fahrbahnränder einen Monat früher zu visualisieren und sie einen Monat später als üblich zu entfernen. Diese Präventivmaßnahme reduzierte die Anzahl solcher Vorfälle um ein Drittel.
Nach einem Unfall mit Verletzten an einer Kreuzung entschied sich das Unternehmen für eine radikale Senkung der Geschwindigkeitsbegrenzungen: auf 30 km/h auf den Hauptverkehrsadern und auf 20 km/h in den Wohnsiedlungen und auf der Baustelle. Die Synchronisierung dieser Begrenzungen mit einem Satelliten-Fahrzeugüberwachungssystem bot ein effektives Kontrollinstrument. Wöchentliche Datenanalysen und die Arbeit mit Verkehrssündern führten dazu, dass es in den folgenden anderthalb Jahren zu keinerlei Kollisionen an Kreuzungen mehr kam.
Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie das Überwachungssystem hilft, das Einschlafen am Steuer zu bekämpfen. Die Verfolgung der nächtlichen Parkzeiten ermöglicht die Kontrolle der Einhaltung der 11-stündigen Ruhezeit der Fahrer, was für die Vermeidung schwerer Unfälle auf langen Strecken von entscheidender Bedeutung ist.
Eines der drängendsten Probleme bleiben Kollisionen von Fahrzeugen mit angehobener Ausrüstung (Kippmulden, Kranausleger) mit oberirdischen Rohrbrücken und Stromleitungen. Zur Minimierung der Risiken wurden die Leitungen auf eine sichere Höhe angehoben, und die Kreuzungspunkte wurden mit Höhenbegrenzungsportalen und reflektierenden Tafeln ausgestattet. Die Portale erfüllen eine Doppelfunktion: Sie visualisieren die Gefahr und dienen als physische Barriere.
Zum Schutz der Fußgänger werden aktiv separate Wege aus grobem Schotter gebaut, die wichtige Objekte miteinander verbinden. Es werden Bushaltestellen eingerichtet, an denen Fußgänger- und Verkehrszonen durch auffällige wassergefüllte Barrieren getrennt sind, was das Anfahren wartender Arbeiter ausschließt.
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