Drei Regeln für eine gute Multimedia-Präsentation

6 November 2023 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Ich wollte eine gute HSE-Präsentation im Internet finden und war enttäuscht. Die öffentlich zugänglichen Präsentationen zum Arbeitsschutz sind visuell abschreckend und lassen keine Begeisterung für das Thema aufkommen. Sperrige Textinformationen, belastet durch Stockbilder in Form von "tanzenden Männchen". An einer solchen Präsentation erkennt man sofort die Einstellung des Anwenders zum Arbeitsschutz.

Grundlegende Fehler:

👎 Fehlendes Verständnis für die Zielgruppe, für die die Informationen bestimmt sind. Daraus resultiert eine völlige Diskrepanz zwischen der gewählten Visualisierung und den Texten.

Überlegen Sie selbst: Dieselbe Empfehlung zur Durchführung medizinischer Untersuchungen klingt für verschiedene Zuhörer unterschiedlich:

Für Mitarbeiter – Überprüfen Sie Ihren körperlichen Zustand bei der jährlichen Untersuchung. Wenn Sie sich vor Arbeitsbeginn oder während der Arbeit unwohl fühlen, melden Sie dies unverzüglich Ihrem Vorgesetzten (Brigadier, Meister).

Für Führungskräfte – Informieren Sie sich vor Arbeitsbeginn über den körperlichen Zustand und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Es ist untersagt, einen Mitarbeiter für Arbeiten mit erhöhter Gefahr zuzulassen, wenn Kontraindikationen oder Unwohlsein vorliegen. Dies kann zu Verletzungen führen.

👎 Fehlende Struktur der Präsentation, kein Storytelling – wohin führt der Sprecher die Zuhörer, durch welche Etappen?

Viele Referenten (Dozenten oder HSE-Spezialisten) wählen den Weg, den Zuhörern Terminologie zu vermitteln. Dadurch sind die Folien mit Text überladen, der den Zuhörern in keiner Weise hilft, sich selbst oder andere vor Verletzungen und Berufskrankheiten zu schützen. In den Überschriften formulierte Handlungen oder Fakten lenken die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Konkretes mit praktischem Nutzen. So entsteht ein roter Faden (Storytelling).

👎 Mangel an sorgfältig ausgewählten Fakten, die die Problematik beleuchten. Dies können unumstößliche Zahlen und Fotos sein. In HSE-Präsentationen ist dies jedoch meist eine Seltenheit. Nur Text, viel Text, direkt aus dem Arbeitsgesetzbuch übernommen.

Das ist meiner Meinung nach der kritischste Punkt. Zahlen sind dann von Bedeutung, wenn sie einen direkten Bezug zu den Personen haben, für die die Präsentation erstellt wurde. Weltweite oder landesweite Unfallstatistiken berühren weit weniger als die eigenen. Dafür darf man nicht zu faul sein, Daten zu sammeln und vor allem das Format ihrer Erfassung und Verarbeitung festzulegen, um sie bei der Analyse realer Fälle zu nutzen.

Hier ist es wichtig, den Umgang mit Daten zu erlernen – mindestens in Excel, im Idealfall durch die Erstellung eines Dashboards, zum Beispiel in DataLens (aber Excel geht auch).

Leider beobachte ich große Defizite bei der Arbeit mit Daten in Excel. Die Unfähigkeit, den Unterschied zwischen den Werten „30“ und „30.“ zu erkennen, führt entweder zu fehlerhaften Daten, die keinesfalls verwendet werden dürfen, oder zu Mehrarbeit für den Ersteller des Analyseberichts, und sei er noch so klein.

Drei Regeln für eine gute Präsentation:

  1. Definieren Sie die Zielgruppe, für die Sie die Präsentation erstellen.
  2. Schreiben Sie zuerst einen Entwurf und erst dann die Reinversion der Überschriften, aus denen sich die Struktur der Präsentation ergibt. Aus der Überschrift muss klar hervorgehen, worum es geht. Vergleichen Sie: „Analyse der HSE-Situation“ und „Top 5 HSE-Verstöße im laufenden Jahr“ oder „Arbeitsunfälle“ und „In den letzten 3 Jahren ereigneten sich 10 Arbeitsunfälle im Betrieb“. Je weniger vage der Text ist, desto klarer ist die Botschaft, die Sie vermitteln wollen.
  3. Wählen Sie Fotos aus, die den Sinn des Textinhalts auf der Folie illustrieren, oder Grafiken und Zahlen. Es sollten nicht zu viele Zahlen oder Grafiken sein, da diese schwer zu erfassen sind, insbesondere für ein unvorbereitetes Publikum. Alle langen, komplexen Sätze sollten auf zwei bis drei Wörter gekürzt werden, sodass nur der Kern übrig bleibt. Für lange Texte gibt es andere Formate – Artikel, Posts, Notizen und letztlich Bücher.

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