KI im HSE-Bereich einzuführen, bedeutet nicht einfach nur, einem neuronalen Netz eine Aufgabe zu geben. Es ist ein Prozess, bei dem wir zunächst selbst zu Schülern werden, um später die Maschine zu lehren. Ich erzähle Ihnen, wie ich die Erstellung von HSE-Anweisungen automatisiert habe.
Womit ich anfing: Überprüfung der Hypothese
Bevor ich den KI-Assistenten erstellte, beschloss ich zu prüfen, wie neuronale Netze prinzipiell mit einer solchen Aufgabe umgehen. Zuerst arbeitete ich mit Grok - es lernt hervorragend, merkt sich alles und hat keine Textmengenbegrenzung. Dann versuchte ich es mit ChatGPT und stellte fest, dass es Beschränkungen bei der Ausgabemenge gibt, weshalb es nach eigenem Ermessen anfing, den Text der HSE-Anweisung zu kürzen, was ich absolut nicht zulassen konnte. GigaChat von Sber hat leider überhaupt nicht verstanden, was zu tun ist, und lieferte instabile Ergebnisse. Und DeepSeek erwies sich als großer Fantast - man konnte kaum nachverfolgen, was frei erfunden und was wahr war.
Das zweite Problem, auf das ich stieß: Neuronale Netze können keine detaillierten, konkreten und für Mitarbeiter verständlichen Beschreibungen formulieren. Sie liefern allgemeine Phrasen, schreiben aber nicht vor, was genau, wie genau und in welcher Reihenfolge der Mitarbeiter etwas tun soll. Ich musste Beispiele zeigen, um genau den Stil zu erreichen, der für die Formulierung von HSE-Anweisungen erforderlich ist. Als ich ein Ergebnis erhielt, das mir gefiel, speicherte ich es als Referenzbeispiel für eine Anweisung.
Invariante und variable Teile der Anweisung
Als das neuronale Netz gelernt hatte, den Unterschied zwischen einer schlechten und einer guten Anweisung zu verstehen, analysierte ich, was in der Anweisung konstant ist und was der variable Teil ist.
Der invariante Teil (das, was immer gleich ist):
Der variable Teil (das, was sich ändert):
Diese Aufteilung wurde zum Schlüssel für die Automatisierung.
Algorithmus zur Erstellung des Assistenten: 3 Schlüsselschritte
Schritt 1. Sammlung und Strukturierung der Wissensdatenbank.
Der Assistent darf nicht „fantasieren“. Ich habe für ihn ein Dokumentenpaket zusammengestellt, auf das er sich stützen muss:
Schritt 2. Entwicklung des Prompts (technische Aufgabenstellung für die KI).
Der Prompt ist das Gehirn des Assistenten. Er muss so detailliert wie möglich sein. Mein Prompt (in der Kurzversion) sieht so aus:
Du bist ein HSE-Experte.
🔹 Aufgabe: Erstelle HSE-Anweisungen für Mitarbeiter streng nach Vorlage („HSE-Anweisung_Schreibvorlage“, in die Datenbank hochgeladen).
🔹 Arbeitsalgorithmus:
🔹 Formatierung:
🔹 Was nicht erlaubt ist:
🔹 Textausgabe:
Schritt 3. Einrichtung und Start.
Indem ich alle Komponenten im Assistenten-Baukasten (zum Beispiel in ChatGPT) kombinierte, erhielt ich einen funktionierenden „digitalen Partner“. Man muss eine Weile mit ihm arbeiten, um Fehler in der Arbeit zu erkennen und den Prompt zu verbessern, um diese zu beheben.