Arbeitssicherheit in der Höhe

1 November 2023 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Die meisten Absturzunfälle ereignen sich nicht aufgrund technischer Defekte, unzureichender Managementsysteme oder fehlerhafter technologischer Prozesse.

Die überwiegende Mehrheit der Abstürze ist das Ergebnis risikoreichen Verhaltens der betroffenen Mitarbeiter selbst.

Interessanterweise verunglücken sehr oft geschulte und zertifizierte Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung. Sie wissen genau, dass eine Absturzsicherung in der Höhe zwingend erforderlich ist.

Wie kann es also sein, dass Menschen trotz ihres natürlichen Selbsterhaltungstriebs in die Tiefe stürzen, nur weil sie sich nicht gesichert haben?

Wissenschaftler erklären dies wie folgt:

Während man sich zu Beginn der Tätigkeit in der Höhe aus instinktiver Angst vor einem Sturz noch konsequent sichert, beginnt mit der Zeit die persönliche Erfahrung die im Sicherheitstraining erworbenen Kenntnisse und Warnungen sowie Informationen über Unfälle in anderen Unternehmen zu überwiegen.

Das Gehirn verfällt allmählich der Illusion der Unverwundbarkeit. Der Mitarbeiter sichert sich viele Male, ohne jemals zu fallen. Er gelangt zu der Überzeugung, dass seine wiederholte Erfahrung zeigt, dass das Sichern ein überflüssiger Arbeitsschritt ist – ungeachtet dessen, was ihm in Schulungen und HSE-Unterweisungen vermittelt wurde. Infolgedessen hört er entweder bewusst oder unbewusst auf, die Sicherung zu verwenden.

Verhalten sich in einer Brigade mehrere Personen ebenso, entsteht eine vor der Geschäftsführung verborgene Arbeitskultur, in der Mitarbeiter, die sich vorschriftsmäßig sichern, als „Außenseiter“ wahrgenommen werden. Dieser Prozess kann lange anhalten, bis schließlich jemand abstürzt.

Dabei können sie gegenüber Vorgesetzten oder Inspektoren exzellente Kenntnisse der Sicherheitsvorschriften demonstrieren, halten diese Regeln jedoch in der Realität für überflüssig und rein formal.

Das bedeutet: Wir können Menschen nicht allein durch logische Argumente davon überzeugen, sich richtig zu verhalten!

Ebenso wenig können wir sie dazu bewegen, Sicherheitsanweisungen zu befolgen, indem wir ihnen diese lediglich vorlesen.

Was ist also zu tun???

  1. Nehmen Sie sich die Zeit für die HSE-Unterweisung für ein ernsthaftes Gespräch. Führungskräfte und Teammitglieder sollten nach ihrer ehrlichen Meinung zu den vorgeschriebenen Maßnahmen gefragt werden. In erster Linie gilt es, die informellen Anführer der Teams zu beeinflussen und sie in den Dialog einzubeziehen.

Man muss sie fragen: „Wie gewährleisten Sie persönlich Ihre Sicherheit während der Arbeit? Was benötigen Sie dafür?“ Indem wir sie persönlich ansprechen, respektieren wir sie als Profis in ihrem Fach und als Experten für sichere Arbeitsmethoden. Das Hauptziel dieses Gesprächs ist es, sie persönlich davon zu überzeugen, ihre Einstellung zur Absturzsicherung zu ändern und ihre Zustimmung zur Einhaltung der „Goldenen Regel“ für das Arbeiten in der Höhe zu gewinnen.

  1. Sicherheitskultur kommt von oben.

Es ist entscheidend, dass die Führungskraft die Wichtigkeit dieses Themas vorlebt. Produktionsbesprechungen sollten stets mit Sicherheitsfragen beginnen.

Man darf nicht aufhören, über Sicherheitskultur zu sprechen.

Produktionsleiter müssen regelmäßig die Arbeitsorte aufsuchen, persönlich Inspektionen durchführen und Gespräche mit den Arbeitern über die Notwendigkeit der Absturzsicherung führen. Zudem sollten regelmäßige Inspektionen und Audits durch unabhängige HSE-Inspektoren durchgeführt werden, gegebenenfalls auch auf Basis externer Dienstleistungsverträge.

Bei festgestellten Verstößen gegen die „Goldenen Sicherheitsregeln“ müssen ernsthafte Konsequenzen für die Verantwortlichen folgen. Dies ist wichtig, da Mitarbeiter den Wert einer Regel an den Folgen ihrer Nichteinhaltung messen.

Das Hauptziel besteht darin, Unfälle zu vermeiden und das Leben der Mitarbeiter zu retten.

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