🛡️Safety: Visuelles Sicherheitsmanagement bei RUSAL — ich teile unsere Erfahrung

🛡️Safety: Visuelles Sicherheitsmanagement bei RUSAL — ich teile unsere Erfahrung

16 September 2026 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Haben Sie schon einmal rostige, verbeulte, ausgeblichene Sicherheitszeichen gesehen, die mit abgerissenem Klebeband an das Werkstor geklebt waren?

Haben Sie darüber nachgedacht, welche Wirkung solche „Anschauungsagitation“ erzielt (Abbildung 1)?

Abbildung 1. Eine Illustration des Problems
Abbildung 1. Eine Illustration des Problems

Die Botschaft eines solchen Bildes lesen die Mitarbeiter sofort, und sie verstehen sie als klare Haltung der Leitung: „Ihre Sicherheit interessiert hier niemanden — vergessen Sie es!“.

Das Ergebnis ist folgerichtig: Die Regeln haben keine Autorität mehr, und die Missachtung von Sicherheitsanforderungen wird zur Norm des Alltagsverhaltens.

So entsteht eine Kultur der „unsicheren Arbeit“

Um dieses Problem zu überwinden, haben meine Kollegen und ich beschlossen, ein visuelles Sicherheitsmanagement aufzubauen.

Visuelles Sicherheitsmanagement ist ein System aus farblichen, grafischen, textlichen, Licht-, Ton- und weiteren Indikatoren, das die Mitarbeiter über Gefahren und über die Anforderungen an sicheres Verhalten informiert.

1. Das Steuerungsprogramm

Unser Ziel war es, die wichtigsten Gefahren und die Regeln sicheren Verhaltens anschaulich und intuitiv verständlich zu machen.

Dafür haben wir ein eigenes Unternehmensprogramm „Kennzeichnung von Gefahren, Zeichen und Markierungen“ entwickelt.

Sein Fundament war ein einheitlicher Unternehmensstandard, den wir auf Grundlage von GOST 12.4.026-2015 und POT RO-14000-007-98 erarbeitet haben. Er legte eine klare Ordnung für die Visualisierung von Risiken an den Arbeitsplätzen, in den Werkstätten und auf dem Gelände fest.

  • Umfang: 11 Werke der Downstream-Division von RUSAL (rund 8 000 Beschäftigte).
  • Dauer: etwa 2,5 Jahre.
  • Ressourcen: mit eigenen Kräften bewältigt.
  • Budget: OPEX (Instandhaltung), ohne das Erkämpfen zweckgebundener Mittel.

2. Der Weg vom „Vorher“ zum „Nachher“

Den gesamten Prozess haben wir in drei einfache Stufen unterteilt (Abbildung 2).

Abbildung 2. Die drei Stufen der Visualisierung
Abbildung 2. Die drei Stufen der Visualisierung

Stufe 1: Gefahren erkennen. Wir gehen die Produktionsbereiche und das Gelände nacheinander ab — und betrachten die Prozesse mit frischem Blick.

In jeder Werkstatt arbeitet ein eigenes Team:

  1. eine Führungskraft;
  2. ein erfahrener Arbeiter;
  3. eine Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Alle Gefahrenbereiche halten wir fotografisch fest: von außen, von innen und von jedem Eingang aus (Abbildung 3).

Abbildung 3. Fotodokumentation eines Gefahrenbereichs
Abbildung 3. Fotodokumentation eines Gefahrenbereichs

Stufe 2: Die Lösung vorbereiten. Alle Fotos laden wir in PowerPoint. Direkt auf den Aufnahmen skizzieren wir die künftigen Zeichen, die Markierungslinien und die Maße (Abbildung 4).

Abbildung 4. Entwurf der visuellen Lösung
Abbildung 4. Entwurf der visuellen Lösung

Sehr hilfreich ist dabei unser einheitliches Album der besten Praktiken, das wir für alle Werke zusammengestellt haben.

Der letzte Schritt ist die Abstimmung des fertigen Entwurfs mit der Arbeitsschutzabteilung.

Stufe 3: Die Kennzeichnung anbringen. Endlich kommt der spannendste Teil (Abbildung 5). Wir bringen die visuellen Elemente an und korrigieren sie bei Bedarf direkt vor Ort.

Das Endergebnis fotografieren wir erneut und nehmen es in die Präsentation auf — so entsteht ein fertiges, anschauliches Berichtsformat „Nachher“. Dieses Vorgehen erlaubt es, den Fortschritt des Programms zu verfolgen.

Außerdem ist das Foto „Nachher“ eine ausgezeichnete Möglichkeit, den endgültigen (geplanten) Zustand der visuellen Elemente festzuhalten, um sie später zu erneuern, wiederherzustellen oder anzupassen.

Abbildung 5. Anbringen der visuellen Elemente
Abbildung 5. Anbringen der visuellen Elemente

3. Einige standardisierte Lösungen

Gruppen-Sicherheitszeichen. Das sind rechteckige Tafeln (aus Kunststoff oder Metall mit Aufklebern), die mehrere Zeichen und Erläuterungen vereinen. Sie sind langlebig und lassen sich bei Bedarf leicht anpassen (Abbildung 6). Sie hängen mindestens an jedem Eingang zu einem Bereich und beantworten 3 Hauptfragen:

  1. Welche Gefahren können eine Person bedrohen, die die Werkstatt betritt?
  2. Welche Handlungen sind darin verboten?
  3. Welche Schutzausrüstung muss die eintretende Person anlegen?
Abbildung 6. Beispiel eines Gruppen-Sicherheitszeichens
Abbildung 6. Beispiel eines Gruppen-Sicherheitszeichens

Gefährliche Prozessbereiche. Orte, an denen mit explosionsgefährlichen, brennbaren, giftigen Stoffen oder mit Metallschmelzen gearbeitet wird.

Hier setzen wir das maximale Paket an Schutzmitteln ein: von Markierungen und Gruppenzeichen bis zu Barrieren, Licht- und Tonsignalanlagen und Videoüberwachung. Ein Beispiel für ein Gruppen-Sicherheitszeichen zeigt Abbildung 7.

Abbildung 7. Beispiel eines Gruppenzeichens am Eingang zu einem gefährlichen Prozessbereich
Abbildung 7. Beispiel eines Gruppenzeichens am Eingang zu einem gefährlichen Prozessbereich

Gefährliche Arbeitsbereiche und Anlagen. Bereiche an Maschinen und Mechanismen, in denen sich Unbefugte nicht aufhalten dürfen. Sie werden mindestens mit Markierungen und Sicherheitszeichen gekennzeichnet, die direkt an der Anlage oder in ihrer unmittelbaren Nähe angebracht werden (Abbildungen 8 und 9).

HINWEIS: Die sichere Schiebeabsperrung (Abbildung 9) wurde im Zuge unseres Programms entworfen und installiert.
Abbildung 8. Visualisierung des Arbeitsbereichs eines Transferwagens
Abbildung 8. Visualisierung des Arbeitsbereichs eines Transferwagens
Abbildung 9. Visualisierung des Bereichs für Lastbewegungen (Arbeiten in der Höhe)
Abbildung 9. Visualisierung des Bereichs für Lastbewegungen (Arbeiten in der Höhe)

Schutz von Fußgängern. Das Aufstellen von Geländern, Barrieren, Toren und Anfahrschutz, die Fußgänger sowie Anlagen und Bauteile von Gebäuden vor zufälligem Anfahren durch Fahrzeuge schützen (Abbildung 10).

Abbildung 10. Trennung und Visualisierung von Fahrzeug- und Fußgängerströmen
Abbildung 10. Trennung und Visualisierung von Fahrzeug- und Fußgängerströmen

Treppen. Mindestens die oberste und die unterste Stufe streichen wir in Signalfarbe. Der Bereich vor der untersten Stufe wird üblicherweise mit einem gelb-schwarzen Streifen markiert und muss immer frei bleiben (Abbildung 11).

Abbildung 11. Visualisierung technologischer Treppen
Abbildung 11. Visualisierung technologischer Treppen

4. Disziplin und Kontrolle

Ab dem Moment, in dem die Markierung angebracht ist, gelten ihre Vorgaben strikt für alle: eigene Mitarbeiter, Auftragnehmer und Besucher (Abbildung 12). Die Kontrolle liegt bei den direkten Führungskräften, und ein Verstoß gegen die Regeln des visuellen Managements gilt als Disziplinarverstoß.

Abbildung 12. Arbeitskleidung und PSA des Beschäftigten müssen dem Zeichen entsprechen
Abbildung 12. Arbeitskleidung und PSA des Beschäftigten müssen dem Zeichen entsprechen

5. Zentrale Erfolgsfaktoren

Visuelles Management wirkt nur, wenn 7 Bedingungen erfüllt sind:

  1. Keine Ausnahmen: Top-Manager und direkte Führungskräfte müssen die Regeln selbst strikt einhalten und dasselbe von Personal und Auftragnehmern verlangen.
  2. Angemessenheit und Einfachheit: Die Lösungen müssen selbst für einen Außenstehenden verständlich sein. Ein Übermaß an Information untergräbt nur das Vertrauen.
  3. Einbindung der Belegschaft: Die Lösungen sind gemeinsam mit den Beschäftigten zu entwickeln, die täglich an diesen Plätzen arbeiten.
  4. Standardisierung: Farben, Schriften und Zeichen müssen im gesamten Unternehmen einheitlich sein.
  5. Ordnungsgemäßer Zustand: Alle Visualisierungsmittel müssen stets sauber und intakt sein.
  6. Schulung: Ein Zeichen aufzuhängen oder eine Linie zu malen genügt nicht — die Beschäftigten müssen lernen, diese Information schnell zu „lesen“ und richtig zu verstehen.
  7. Kontrolle: Die Überwachung der Disziplin in den Bereichen ist eine unmittelbare Pflicht der direkten Führungskräfte.

Was unsere Erfahrung gezeigt hat

Visuelles Management ist ein starkes Werkzeug zur Entwicklung der Unternehmenskultur. Wie man in Odessa sagt: eine großartige Sache! 😉

Abbildung 13. Visuelles Management auf dem Werksgelände
Abbildung 13. Visuelles Management auf dem Werksgelände

Bei richtiger Umsetzung bewirkt visuelles Sicherheitsmanagement Folgendes:

  • Es verändert das Bild der Werke. Die Hallen wirken modern, ordentlich und ansprechend.
  • Es formt Gewohnheiten. Sicheres Verhalten wird zum natürlichen Teil des Arbeitsalltags und zur allgemein anerkannten Norm.
  • Es zeigt Prioritäten. Es ist ein für alle sichtbarer, greifbarer Beleg dafür, dass die Leitung sich um die Beschäftigten kümmert — und ein klares Merkmal einer gut organisierten Produktion.

Kolleginnen und Kollegen, übernehmen Sie es! 👍

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