Das Streben nach null Unfällen und die Einführung fortschrittlicher HSE-Praktiken stoßen oft auf ein unerwartetes Hindernis: das Fehlen echter Veränderungen bei formaler Einhaltung aller Verfahren. Im professionellen Umfeld wird dieses Phänomen oft als Formalismus bezeichnet. Alexander Kowrischkin, Leiter der Abteilung für die Entwicklung der Sicherheitskultur bei KTK, bietet jedoch einen tieferen Einblick in das Problem, indem er die Konzepte von Formalismus und Cargo-Kult in der Sicherheit trennt.
In seinem Vortrag analysiert der Sprecher detailliert, warum das blinde Kopieren von Instrumenten (Verhaltensaudits, Beobachtungskarten, Sicherheitsminuten) ohne Verständnis ihres Endziels zu einer Imitation wird, die die Arbeitsunfallrate nicht senkt.
Die wichtigste Erkenntnis des Webinars besteht darin, den Unterschied zwischen zwei destruktiven Phänomenen zu verstehen, da sie grundlegend unterschiedliche Managemententscheidungen erfordern.
Der Sprecher zeigt an einem Beispiel, wie diese Phänomene ineinander übergehen können, insbesondere wenn Initiativen von oben ohne angemessene Erklärung der Ziele an das mittlere Management weitergegeben werden.
Zur Beurteilung des tatsächlichen Zustands der Sicherheitskultur schlägt der Sprecher die Verwendung spezifischer Indikatoren und Diagnosemethoden vor:
Die Ansätze zur Korrektur der Situation hängen von der gestellten Diagnose ab. Im Vortrag werden Strategien für beide Fälle detailliert betrachtet.
Beim Formalismus ist eine Verstärkung der externen Kontrolle, eine Angleichung der Anreize (Übergang von reaktiven zu proaktiven Indikatoren) und die Einführung einer strengen persönlichen Verantwortung für die Nichteinhaltung von Regeln erforderlich.
Beim Cargo-Kult verlagert sich der Fokus auf das Erlernen der Mechanik des Ergebnisses. Es muss nicht nur erklärt werden, wie ein Instrument angewendet wird, sondern auch warum es benötigt wird und welchen Effekt es haben soll. Eine entscheidende Rolle spielt das persönliche Beispiel der Führungskräfte — regelmäßige Besuche in der Produktion (Gemba) und offene Kommunikation mit dem Personal.
Der Sprecher betont die Bedeutung von „schnellen Erfolgen“ im Kontext des Vertrauens: Wenn ein Mitarbeiter sieht, dass seine Bemerkung nicht nur behoben wurde, sondern er auch Feedback erhält, entsteht ein Verständnis für den Wert des Instruments.
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Kommentare 2
Kostenpflichtiger Download der Webinar-Aufzeichnung? Ist das Ihr Ernst?
Danke für die interessante Fallstudie! Der Unterschied zwischen Cargo-Kult und Formalismus wurde betont, aber meiner Meinung nach nicht vollständig ausgearbeitet.