Wissensstand von Auftragnehmern verbessern? Ohne Budget geschafft!

Fallstudie
14 Oktober 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von der Formalität zum Dialog: Warum die klassische Sicherheitsunterweisung nicht mehr funktioniert

Angesichts von Budgetoptimierungen und Personalabbau sehen sich HSE-Spezialisten oft mit einer erhöhten Arbeitsbelastung konfrontiert. Sergey Shcherban, stellvertretender Chefingenieur für Produktionskontrolle im Bergwerk „Sapoljarny“ (OOO „Medweschi Rutschej“), stand vor der Situation, dass die Durchführung von Sicherheitsunterweisungen für Tausende von Mitarbeitern von Auftragnehmern bis zu zwei Drittel seiner Arbeitszeit in Anspruch nahm. Dabei brachte das klassische Format „Monolog des Spezialisten – Unterschrift im Protokoll“ keine Ergebnisse mehr: Die Unfallstatistik bei den Auftragnehmern stieg, und ihr Wissensstand blieb kritisch niedrig.

Der Referent analysiert, wie ein formaler Ansatz bei Unterweisungen zu einem Teufelskreis führt: Zeitmangel zwingt zu oberflächlichen Schulungen, was zu Verstößen am Arbeitsplatz, Reklamationen und weiterem Zeitverlust führt. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, beschloss das Team des Bergwerks, den Prozess komplett zu transformieren und ihn von passivem Zuhören in eine aktive Wissensüberprüfung zu verwandeln.

Zweistufige Barriere: Online-Tests und persönliches Gespräch

Anstatt zusätzliche Mittel für den Kauf fertiger Schulungssysteme zu beantragen, entwickelte eine Initiativgruppe von sechs Spezialisten eine eigene Lösung auf Basis einer zugänglichen russischen Online-Plattform. In der Präsentation wird das neue zweistufige Format der Sicherheitsunterweisung detailliert betrachtet:

  • Phase 1: Online-Test per QR-Code. Die Mitarbeiter absolvieren den Test auf ihren Smartphones (oder bereitgestellten Geräten). Die Datenbank umfasst jeweils 30 tiefgehende Fragen zu den spezifischen Arbeiten (Elektroinstallationen, Höhenarbeiten, Hebeanlagen) sowie einen Block zu den grundlegenden Sicherheitsregeln des Unternehmens. Die Bestehensgrenze liegt bei 25 richtigen Antworten.
  • Phase 2: Persönlicher Dialog. Wer den Test erfolgreich bestanden hat, wird zu einem kurzen (2-3 Minuten) Gespräch mit einem HSE-Spezialisten zugelassen. Es werden offene Fragen gestellt (z. B. zu den Regeln für den Einsatz eines Feuerlöschers bei Heißarbeiten), um sicherzustellen, dass das Wissen nicht nur mechanisch auswendig gelernt, sondern auch verstanden wurde.

Dieser Ansatz ermöglichte es, inkompetente Mitarbeiter noch vor ihrem Zugang zu einer gefährlichen Produktionsstätte auszusortieren. Jeder Auftragnehmer hat drei Versuche, den Test zu bestehen. Wenn der dritte Versuch fehlschlägt, wird der Zugang zum Gelände endgültig verweigert.

Ergebnisse der Einführung: Zeitersparnis und null Unfälle

Sergey zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie die Einführung eines kostenlosen Tools die Situation grundlegend verändert hat. Die Zeit, die Spezialisten für die Durchführung von Unterweisungen aufwenden, hat sich um 60 % reduziert. Der wichtigste Erfolg ist jedoch, dass nach dem Start des Systems im Mai Unfälle und Verstöße gegen grundlegende Sicherheitsregeln bei Auftragnehmern aufhörten.

Darüber hinaus hat sich die Art der Interaktion mit den Leitern der Auftragnehmer geändert. Anstatt nachträglicher Strafen für Verstöße am Arbeitsplatz weisen die Spezialisten des Bergwerks nun bereits in der Testphase präventiv auf Wissenslücken der Mitarbeiter hin und motivieren die Auftragnehmer, ihr Personal anhand der bereitgestellten Materialien besser vorzubereiten.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie organisiert man Massen-Online-Tests für Auftragnehmer ohne IT-Spezialisten und zusätzliche Budgets?
  • Welche Fragen sollten in den Test aufgenommen werden, um mechanisches Auswendiglernen auszuschließen und den Wissensstand realistisch zu bewerten?
  • Wie gestaltet man den Zulassungsprozess so, dass die Auftragnehmer selbst an einer qualitativ hochwertigen Vorbereitung ihrer Mitarbeiter interessiert sind?
  • Wie lässt sich das Testen technisch umsetzen, wenn die Mitarbeiter keine Smartphones haben oder das mobile Internet im Unternehmen eingeschränkt ist?
  • Wie führt man legitimerweise neue strenge Anforderungen an die Wissensüberprüfung ein, trotz des Widerstands der Auftragnehmer?
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