Groß angelegte Investitionsprojekte und die Abgelegenheit der Produktionsstätten erfordern einen besonderen Ansatz zur Kontrolle von Auftragnehmern. Wenn die Fläche der Lizenzgebiete mit der eines ganzen Landes vergleichbar ist und mehr als 500 Partnerorganisationen gleichzeitig auf den Anlagen arbeiten, sind Standardkontrollmethoden nicht mehr effektiv. In seinem Vortrag analysiert Ivan Andrievsky, Leiter der Abteilung für die Implementierung von Best Practices bei der Irkutsk Oil Company (INK), die Architektur des Auftragnehmer-Managementsystems, das die Sicherheitskontrolle in jeder Phase der Interaktion ermöglicht.
Um die Ressourcen für Bewertung und Zulassung zu optimieren, werden alle Verträge je nach Risikoniveau in drei Klassen unterteilt. Die erste Klasse umfasst Arbeiten mit erhöhtem Risiko und den Einsatz von schwerem Gerät – hier wird die maximale Kontrolle durch den Auftraggeber angewendet.
Der Sprecher zeigt am Beispiel des persönlichen Kontos des Vertragspartners, wie die Präqualifikationsbewertung automatisiert ist. Das System arbeitet nach dem Ampelprinzip: Das Erreichen der «gelben Zone» verpflichtet den Auftragnehmer, unabhängig von der Teamgröße einen dedizierten HSE-Spezialisten auf die Anlage zu bringen, während die «rote Zone» ein vollständiges Arbeitsverbot bedeutet. Die Integration in interne Datenbanken ermöglicht es, den Abschluss neuer Verträge bei überfälliger Bewertung zu blockieren, wodurch der menschliche Faktor und Versuche, Regeln aus Dringlichkeitsgründen zu umgehen, ausgeschlossen werden.
Eine papierbasierte Überprüfung reicht nicht aus, um echte Sicherheit zu gewährleisten. Die Präsentation geht detailliert auf den Übergang von der dokumentarischen Bewertung zu Feldaudits ein. Während der Partner in der Präqualifikationsphase lediglich das Vorhandensein eines Sicherheitsmanagementsystems deklariert, bestätigen Vor-Ort-Inspektionen dessen tatsächliche Funktionsweise und die technische Bereitschaft des Fuhrparks (z.B. Einhaltung von Altersbeschränkungen bei Krananlagen).
Besondere Aufmerksamkeit wird der Information des Personals gewidmet. Jeder Mitarbeiter der Auftragnehmerorganisation muss innerhalb von 14 Tagen nach Ankunft einen vierstündigen Einarbeitungskurs absolvieren. Dies ist notwendig, da viele Arbeiter ohne grundlegendes Verständnis der lokalen Risiken an abgelegenen Standorten ankommen – von den Besonderheiten der Produktionsprozesse bis hin zur Wahrscheinlichkeit, dass wilde Tiere die Anlagen betreten.
Der Aufbau von Partnerschaften erfordert einen regelmäßigen Dialog. Zu diesem Zweck wurden vierteljährliche Sicherheitsforen für Führungskräfte von Auftragnehmerorganisationen und monatliche «Sichere Donnerstage» für das Linienpersonal direkt auf den Ölfeldern eingeführt.
Ein wichtiges Element des Systems ist die finanzielle Belohnung für proaktive HSE-Arbeit. Der Preisfonds erreicht eine Million Rubel für den ersten Platz. Dies motiviert Partner nicht nur, die Anforderungen zu erfüllen, sondern auch ihre Praktiken offen zu teilen und die erhaltenen Mittel in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter zu investieren.
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