Wenn es um die Umsetzung großer Investitions- und Bauprojekte geht, wird die manuelle Steuerung von Umweltfragen ineffizient. Der Referent Andrey Agafonov erläutert basierend auf seiner 14-jährigen Erfahrung im Bereich HSE und Umwelt, warum für globale Unternehmen mit breiter geografischer Präsenz eine einheitliche Methodik erforderlich ist. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Übergangsprozess vom Fehlen eines systematischen Ansatzes zur Einführung standardisierter normativ-methodischer Dokumente.
Zur objektiven Bewertung des aktuellen Zustands des Umweltrisikomanagementsystems zog das Unternehmen unabhängige Berater hinzu. Dies ermöglichte es, die Lücke zwischen bestehenden Praktiken und den Standards der weltweiten Branchenführer aufzuzeigen. Basierend auf den gewonnenen Daten und der eigenen Erfahrung des Teams wurde eine Geschäftsprozessstruktur entwickelt und acht Schlüsseldokumente eingeführt, die Umweltaspekte in allen Phasen der Projektumsetzung regeln (Stage-Gate-Ansatz).
Der Referent zeigt am Beispiel der Methodik zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Umweltrisiken, wie der HAZID/ENVID-Ansatz funktioniert. Funktionsübergreifende Expertengruppen führen Brainstormings durch und nutzen eine qualitative Risikobewertung anhand einer 5x5-Matrix. Eine wichtige Neuerung war der Übergang von einem buchstabenbasierten zu einem alphanumerischen Bewertungssystem, wodurch die Dynamik der Risikominderung nach der Umsetzung von Minderungsmaßnahmen anschaulicher verfolgt werden konnte. Kritische Projektrisiken, die sich erheblich auf den Zeitplan oder die Kosten des Projekts auswirken können, können in den Status von Unternehmensschlüsselrisiken überführt werden.
Zur Steigerung der Effizienz des Risikomanagements implementierte das Unternehmen das Modul „Umweltrisiken“ in das unternehmensinterne Informationssystem. Dies ermöglichte die Automatisierung der Erfassung von Risikositzungsergebnissen und der Überwachung der Risikodynamik. Darüber hinaus erläutert der Referent die Methodik zur Vorbereitung auf Inspektionen durch staatliche Behörden, die eine klare Rollenverteilung und Handlungsalgorithmen in allen Phasen umfasst: vom Erhalt der Benachrichtigung bis zum Abschluss der Inspektion. Speziell entwickelte Merkblätter und Vorlagen für Maßnahmenpläne helfen, die Anzahl der Verstöße zu minimieren.
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