Die Vermittlung praktischer Fähigkeiten ist eine der größten Herausforderungen für HSE-Spezialisten. Vera Konshina, Leiterin der HSE-Abteilung bei Yandex Market, teilt ihre Erfahrungen beim Aufbau einer internen Erste-Hilfe-Schule. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Übergang von formalen Unterweisungen zur realen praktischen Übung, wobei die Erste Hilfe zum idealen Testfeld für die Einführung neuer Lernansätze wurde.
Die Referentin erläutert, warum gerade die Erste Hilfe als Startprojekt gewählt wurde. Es ist nicht nur eine lebenswichtige Fähigkeit, sondern auch ein wirksames Instrument, um Mitarbeiter aus ihrer Komfortzone zu holen. Praktische Übungen, die taktilen Kontakt und die Simulation von Stresssituationen beinhalten, erhöhen die Akzeptanz für nachfolgende Sicherheitsschulungen und fördern die Teambildung.
Das Schlüsselelement einer erfolgreichen Schule sind gut ausgebildete Lehrkräfte. Die Referentin zeigt am Beispiel eines mehrstufigen Ausbildungssystems, wie ein Pool an internen Trainern aufgebaut wird. Der Prozess beginnt mit einem Grundkurs (mindestens 20 Stunden Präsenzunterricht), woraufhin die Kandidaten eine Spezialausbildung (40 Stunden) und Soft-Skills-Trainings absolvieren.
Besonderes Augenmerk wird auf die praktische Einübung der Lehrfähigkeiten gelegt. Zukünftige Trainer durchlaufen den Weg vom Assistenten zum Methodiker, studieren Referenzmaterialien und lernen, auf schwierige Fragen des Publikums zu antworten. Der Höhepunkt der Ausbildung ist eine situative Prüfung, bei der die Kandidaten mit provokantem Verhalten der „Zuhörer“ konfrontiert werden. Dies hilft ihnen, psychologische Barrieren zu überwinden und zu lernen, mit jedem Publikum umzugehen.
Ein universeller Schulungsansatz erweist sich oft als ineffektiv. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess der Erstellung einer Schulungsmatrix, die die spezifischen Arbeitsbedingungen verschiedener Mitarbeitergruppen berücksichtigt. Es wurden vier Hauptformate entwickelt:
Dieser Ansatz ermöglicht es, den Zeit- und Ressourcenaufwand zu optimieren und gleichzeitig das erforderliche Ausbildungsniveau für jede Zielgruppe sicherzustellen.
Der Erfolg der internen Schule hängt stark von organisatorischen Details ab. Die Referentin erörtert die Bedeutung der richtigen Kommunikation mit den Teilnehmern. Die Nutzung von Messengern für ein erstes Kennenlernen, das Sammeln von Anfragen und Erinnerungen erhöht die Teilnahmequote an den Trainings und das Engagement der Zuhörer erheblich.
Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Schaffung einer internen Schulmarke. Die Entwicklung eines Logos, spezieller Uniformen für die Ausbilder und hochwertiger Handouts schafft Vertrauen in das Projekt und stärkt den Status der internen Trainer im Unternehmen.
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