Digitale Transformation des Managements von Arbeiten mit erhöhter Gefahr
Die Metallurgie ist eine der komplexesten Branchen im Hinblick auf Produktionsrisiken. Die Einführung digitaler Werkzeuge zur Kontrolle gefährlicher Arbeiten wird nicht nur zu einem Trend, sondern zu einer Notwendigkeit, um Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten. In seinem Vortrag analysiert Alexey Ivanov, kaufmännischer Direktor des Unternehmens „Brealit“, die Erfahrungen des Unternehmens EVRAZ bei der Schaffung eines durchgängigen digitalen Systems für das Management von Arbeiten mit erhöhter Gefahr. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie die Automatisierung von Prozessen – von der Ausstellung elektronischer Arbeitsfreigaben bis hin zur mobilen Fotodokumentation – den Ansatz zur Sicherheit in der Produktion verändert.
Voraussetzungen und Probleme des papierbasierten Dokumentenmanagements
Vor der Einführung des Systems sah sich das Unternehmen mit einer Reihe erheblicher Probleme bei der Ausstellung von Arbeitsfreigaben konfrontiert. Der Referent ging detailliert auf die wichtigsten ein:
- Hohe Belastung der Freigebenden: Ein Spezialist musste Freigaben für mehrere Teams gleichzeitig ausstellen, was die Qualität der Kontrolle verringerte.
- Hoher Arbeitsaufwand bei der Erstellung: Eine papierbasierte Arbeitsfreigabe ist ein umfangreiches Dokument. Die Vorbereitung der Arbeiten konnte bis zu 3-4 Stunden in Anspruch nehmen, während die eigentliche Ausführung nur 2 Stunden dauerte.
- Geringe Detaillierung bei der Planung: Aufgrund von Zeitdruck wurden Aufgaben nur „grob umrissen“, was zu einer freien Auslegung der Sicherheitsanforderungen durch die Ausführenden führte und die Risiken erhöhte.
Wirtschaftlicher Effekt und Phasen der Einführung
Die Automatisierung von Arbeitsfreigaben ist eine der wenigen Lösungen im Bereich HSE, die einen direkten, leicht berechenbaren wirtschaftlichen Effekt hat. Im Vortrag wird die Berechnung der Amortisation detailliert betrachtet: Eine Zeitersparnis von 30-40 Minuten bei der Erstellung einer einzigen Freigabe führt bei einem Volumen von zehntausenden Dokumenten pro Jahr zu einer erheblichen Reduzierung des Arbeitsaufwands. Projekte dieser Art amortisieren sich in 1-1,5 Jahren.
Die Einführung bei EVRAZ wurde in Phasen unterteilt, von denen jede etwa ein Jahr dauerte. In der ersten Phase wurden Arbeiten mit erhöhter Gefahr, standardmäßige Heißarbeiten und spezifische Heißarbeiten für die Koksproduktion automatisiert. Die folgenden Phasen umfassten gasgefährliche Arbeiten und Arbeiten an elektrischen Anlagen. Insgesamt deckt das System sieben Arten von Arbeitsfreigaben ab, von denen jede einen separaten, komplexen Geschäftsprozess darstellt.
Wichtige Hürden bei der Digitalisierung von Arbeitsfreigaben
Der Referent analysiert fünf Hauptprobleme, mit denen Unternehmen beim Übergang zu elektronischen Arbeitsfreigaben konfrontiert sind:
- Vereinheitlichung von Geschäftsprozessen: Die Abstimmung eines einheitlichen Arbeitsablaufs zwischen verschiedenen Divisionen der Holding kann bis zu einem halben Jahr dauern, selbst wenn alle im selben rechtlichen Rahmen arbeiten.
- Infrastruktur und Kommunikation: Für die schnelle Abstimmung von Freigaben vor Ort ist ein stabiles Netzwerk erforderlich. Mobile Anwendungen mit Offline-Modus lösen das Problem nur teilweise.
- Erfassung von Auftragnehmern: Das System muss eine aktuelle Datenbank aller Auftragnehmer und Subunternehmer enthalten, andernfalls ist die Ausstellung von Freigaben an externe Ausführende unmöglich.
- Testen von Updates: Fehler bei der Aktualisierung des Systems können zum Stillstand ganzer Werkstätten führen. Ein strenges Testverfahren in Vorproduktionsumgebungen ist erforderlich.
- Gesetzliche Einschränkungen: Die Anforderung einer eigenhändigen Unterschrift für Unterweisungen (gemäß dem Arbeitsgesetzbuch der Russischen Föderation) zwingt dazu, einen teilweisen papierbasierten Dokumentenfluss beizubehalten, was das Ausdrucken und anschließende Scannen von Kenntnisnahmeblättern erfordert.
Funktionalität des Systems und Erhöhung der Sicherheit
Das digitale System bietet eine Reihe von Werkzeugen, die die Arbeit erheblich vereinfachen und das Sicherheitsniveau erhöhen:
- Vorlagen und Duplizierung: Die Erstellung einer Freigabe auf Basis einer erfolgreichen Vorlage dauert 8-12 Minuten statt 30-40.
- Remote-Abstimmung: Die Zeit für die Unterzeichnung hat sich dank der mobilen Anwendung von 60 auf 5-10 Minuten verkürzt.
- Fotodokumentation von Maßnahmen: Die Bestätigung der Erfüllung von Sicherheitsanforderungen mithilfe von Fotos verringert die Notwendigkeit physischer Rundgänge auf den Baustellen.
- Automatische Sperren: Das System enthält über 100 Algorithmen, die Verstöße verhindern (z. B. das Verbot, die Funktionen des Ausstellers und des Ausführenden der Arbeiten zu kombinieren, oder Warnungen vor kollidierenden Arbeiten im selben Bereich).
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie berechnet man den wirtschaftlichen Effekt der Einführung elektronischer Arbeitsfreigaben?
- Welche Phasen müssen für eine erfolgreiche Automatisierung von sieben verschiedenen Arten gefährlicher Arbeiten durchlaufen werden?
- Wie löst man das Problem der Sammlung von „echten“ Unterschriften für Unterweisungen im Rahmen eines digitalen Systems?
- Welche automatischen Sperren helfen, den menschlichen Faktor bei der Ausstellung von Freigaben auszuschließen?
- Wie organisiert man den Betrieb des Systems in Werkstätten mit instabiler Verbindung?