Bei der Entwicklung der Sicherheitskultur in der Produktion wird oft ein nicht offensichtlicher, aber kritisch wichtiger Faktor übersehen: das Image der HSE-Abteilung selbst. Wie das Linienpersonal und die Führungskräfte die Sicherheitsspezialisten wahrnehmen, wirkt sich direkt auf den Erfolg bei der Umsetzung jeglicher Initiativen aus. In seinem Vortrag analysiert Mikhail Zhiganov, Leiter der Abteilung für die Entwicklung der Sicherheitskultur bei Nornickel, detailliert den Transformationsprozess des Images der HSE-Funktion und beweist, dass das Image keine abstrakte Kategorie ist, sondern ein konkretes Instrument zur Zielerreichung.
Der Referent betont, dass sich die Wahrnehmung aus vier Grundelementen zusammensetzt: Kommunikationsstil, physische und kommunikative Erreichbarkeit der Spezialisten, Fairness bei der Entscheidungsfindung und vor allem der sichtbare Nutzen der Arbeit der Abteilung. Wenn auch nur eines dieser Elemente schwächelt, riskiert die HSE-Funktion, sich in eine isolierte Aufsichtsbehörde zu verwandeln, mit der die Produktion versucht, den Kontakt zu minimieren.
Man kann nur das managen, was man messen kann. Um das aktuelle Image der Funktion zu bewerten, wurde eine groß angelegte Umfrage unter 3.400 Mitarbeitern durchgeführt. Die Fragen basierten auf der Sicherheitskulturleiter von Hudson. Die ermittelte Durchschnittsbewertung von 2,63 Punkten wurde zum Ausgangspunkt für eine tiefgehende Analyse.
Die Studie deckte tief verwurzelte Stereotypen auf. Viele Mitarbeiter nehmen den HSE-Spezialisten ausschließlich als Inspektor wahr, der nach Verstößen sucht, um eine Strafenquote zu erfüllen. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie eine solche Stigmatisierung einen fundamentalen Attributionsfehler auslöst: Wenn die Mitarbeiter den „Boten“ (den HSE-Spezialisten) nicht mögen, lehnen sie automatisch auch die Idee selbst (neue Sicherheitsregeln) ab, egal wie nützlich sie sein mag. Infolgedessen verschwendet die Abteilung enorme Ressourcen für die Überwindung von Widerständen, anstatt Prozesse systematisch zu verbessern.
Das Verständnis der Diagnose ermöglichte die Entwicklung eines umfassenden Behandlungsprogramms. Der Vortrag beleuchtet detailliert drei Schlüsselbereiche, die darauf abzielen, das Rollenmodell des Spezialisten vom „Aufseher“ zum „Business-Partner“ und „angesehenen Berater“ zu verändern.
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