HSE und Produktion: Wahrnehmungseffekte und warum das alles wichtig ist

Fallstudie
28 Mai 2024 🇷🇺 Originalsprache: русский

Warum die Wahrnehmung der HSE-Funktion ihre Effektivität bestimmt

Bei der Entwicklung der Sicherheitskultur in der Produktion wird oft ein nicht offensichtlicher, aber kritisch wichtiger Faktor übersehen: das Image der HSE-Abteilung selbst. Wie das Linienpersonal und die Führungskräfte die Sicherheitsspezialisten wahrnehmen, wirkt sich direkt auf den Erfolg bei der Umsetzung jeglicher Initiativen aus. In seinem Vortrag analysiert Mikhail Zhiganov, Leiter der Abteilung für die Entwicklung der Sicherheitskultur bei Nornickel, detailliert den Transformationsprozess des Images der HSE-Funktion und beweist, dass das Image keine abstrakte Kategorie ist, sondern ein konkretes Instrument zur Zielerreichung.

Der Referent betont, dass sich die Wahrnehmung aus vier Grundelementen zusammensetzt: Kommunikationsstil, physische und kommunikative Erreichbarkeit der Spezialisten, Fairness bei der Entscheidungsfindung und vor allem der sichtbare Nutzen der Arbeit der Abteilung. Wenn auch nur eines dieser Elemente schwächelt, riskiert die HSE-Funktion, sich in eine isolierte Aufsichtsbehörde zu verwandeln, mit der die Produktion versucht, den Kontakt zu minimieren.

Diagnose des Problems: Von Stereotypen zu Zahlen

Man kann nur das managen, was man messen kann. Um das aktuelle Image der Funktion zu bewerten, wurde eine groß angelegte Umfrage unter 3.400 Mitarbeitern durchgeführt. Die Fragen basierten auf der Sicherheitskulturleiter von Hudson. Die ermittelte Durchschnittsbewertung von 2,63 Punkten wurde zum Ausgangspunkt für eine tiefgehende Analyse.

Die Studie deckte tief verwurzelte Stereotypen auf. Viele Mitarbeiter nehmen den HSE-Spezialisten ausschließlich als Inspektor wahr, der nach Verstößen sucht, um eine Strafenquote zu erfüllen. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie eine solche Stigmatisierung einen fundamentalen Attributionsfehler auslöst: Wenn die Mitarbeiter den „Boten“ (den HSE-Spezialisten) nicht mögen, lehnen sie automatisch auch die Idee selbst (neue Sicherheitsregeln) ab, egal wie nützlich sie sein mag. Infolgedessen verschwendet die Abteilung enorme Ressourcen für die Überwindung von Widerständen, anstatt Prozesse systematisch zu verbessern.

Praktische Schritte zur Image-Transformation

Das Verständnis der Diagnose ermöglichte die Entwicklung eines umfassenden Behandlungsprogramms. Der Vortrag beleuchtet detailliert drei Schlüsselbereiche, die darauf abzielen, das Rollenmodell des Spezialisten vom „Aufseher“ zum „Business-Partner“ und „angesehenen Berater“ zu verändern.

  • Entwicklung von Soft Skills. Historisch gesehen ist die technische Ausbildung von Ingenieuren auf einem hohen Niveau, jedoch wird den Kommunikationsfähigkeiten und der partnerschaftlichen Einflussnahme zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Um dieses Problem zu lösen, wurde ein System von Präsenzschulungen eingeführt, das Hunderte von Mitarbeitern der HSE-Funktion umfasst, um ihnen beizubringen, einen konstruktiven Dialog mit der Produktion aufzubauen.
  • Gemeinsame Projektarbeit. Um den tatsächlichen Einfluss auf die Sicherheit zu beweisen, identifizieren HSE-Führungskräfte gemeinsam mit Produktionsmitarbeitern und Arbeitern kritische Risiken vor Ort und implementieren technische Lösungen (z. B. Änderung von Treppenkonstruktionen oder Verlegung von Ventilen). Das sichtbare Ergebnis zerstört den Mythos, dass HSE von der realen Produktion losgelöst ist.
  • Neustart der Kommunikationsformate. In Zeiten der Informationsüberflutung funktionieren mehrseitige Anweisungen nicht mehr. Der Referent analysiert den Ansatz zur Transformation der Dokumentation: Während die formalen Anforderungen für die Prüfbehörden beibehalten werden, werden für die Mitarbeiter selbst Zusammenfassungen im „One-Page“-Format erstellt. Zudem werden moderne Kommunikationskanäle, kurze Videos und Live-Interviews mit Unternehmensleitern genutzt.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man das Image der HSE-Abteilung objektiv misst und welche Fragen man dem Personal stellen sollte.
  • Warum der fundamentale Attributionsfehler die Einführung neuer Sicherheitsregeln behindert und wie man damit umgeht.
  • Welche Grundkompetenzen eine moderne HSE-Führungskraft benötigt, um von der Rolle des Inspektors in die Rolle des Business-Partners zu wechseln.
  • Wie man mehrseitige Sicherheitsanweisungen legal in ein benutzerfreundliches Format anpasst, das die Arbeiter tatsächlich lesen werden.
  • Wie man Projektarbeit nutzt, um vertrauensvolle Beziehungen zwischen der HSE-Abteilung und den Produktionsabteilungen aufzubauen.
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