Von Gleichgültigkeit zu leuchtenden Augen: Warum man das HSE-Team entwickeln sollte
Der Beruf der Fachkraft für Arbeitssicherheit ist mit der ständigen Überwindung von Widerständen, der Negativität durch Vorfälle und dem Risiko eines Burnouts verbunden. Wie Ekaterina Gemberova, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von Sicherheitssystemen bei ATEKA, anmerkt, ist das Schlimmste an dieser Arbeit nicht der Umfang der normativen Dokumentation, sondern Gleichgültigkeit und Interessenverlust. Genau deshalb wird der Aufbau eines starken, engagierten Teams zu einem kritischen Erfolgsfaktor für die Einführung jeglicher, selbst der modernsten Sicherheitsmanagementsysteme.
In der Präsentation wird der Ansatz zur Schaffung eines Ökosystems für die Entwicklung von Fachkräften detailliert betrachtet, was besonders unter strengen Sparmaßnahmen relevant ist. Die Referentin zeigt am Beispiel ihres Unternehmens, wie man die Kompetenzen der Mitarbeiter ohne teure externe Schulungen entwickeln kann, indem man sich ausschließlich auf interne Ressourcen und die Synergie von Erfahrungen stützt.
Interne Praktika: Erfahrungsaustausch statt externer Kurse
Der Verzicht auf massenhafte externe Schulungen zugunsten eines internen Erfahrungsaustauschs ermöglichte es dem Unternehmen, gleich mehrere Aufgaben zu lösen. Folgende Arten von Praktika werden praktiziert:
- Funktionsübergreifende Praktika innerhalb der Direktion. Fachleute verschiedener Richtungen (Arbeitsschutz, Anlagensicherheit, Umwelt) absolvieren Praktika bei einander. Dies erweitert den Horizont und verbessert die Qualität der Arbeit an den Schnittstellen der Disziplinen, zum Beispiel bei der Durchführung von Betriebsrundgängen.
- Rollentausch mit Business-Trainern. HSE-Spezialisten agieren als Co-Trainer, entwickeln Soft Skills und bereichern Schulungsprogramme mit realen Fallstudien. Im Gegenzug tauchen die Unternehmens-Trainer in die Feldarbeit (Audits, Untersuchungen) ein, um die Theorie an die Praxis anzupassen.
- Eintauchen in das Produktionssystem. Die Schulung in Lean-Production-Werkzeugen (5S, visuelle Kommunikation) und Methoden zur Ursachenanalyse (5-Why, Fehlerbaum) macht die Arbeit der Fachkräfte systematischer.
Runde Tische und Brainstormings: Synergie vielfältiger Erfahrungen
Formelle Besprechungen wurden durch die Einbeziehung von Fachleuten mit Erfahrung aus verschiedenen Branchen (Metallurgie, Lebensmittelindustrie, Öl- und Gassektor) in ein Arbeitsinstrument umgewandelt. Dieser Ansatz löst drei Schlüsselaufgaben:
- Erprobung von Ideen. Vor der Einführung eines neuen Verfahrens verteidigt der Initiator es vor den Kollegen. "Unbequeme" Fragen helfen, Risiken zu erkennen und eine Lösung zu erhalten, die zu 80-90 % von internen Widersprüchen bereinigt ist, was Zeit spart und den Ruf bei der Einführung in der Produktion schützt.
- Lösung komplexer Probleme. Wenn eine kleine Gruppe eine Aufgabe nicht bewältigen kann, wird ein Brainstorming unter Beteiligung aller Abteilungen initiiert. Das Verlassen von Denkmustern ermöglicht es oft, eine Lösung an der Schnittstelle von Disziplinen zu finden.
- Mini-Trainings. Bei einer Verschlechterung der Qualität von Vorfalluntersuchungen werden praktische Analysen realer Fälle in gemischten Kleingruppen durchgeführt, um die Methodik zu üben und sich von schablonenhaftem Denken zu lösen.
Internes Training und professionelle Wettbewerbe
Für die Durchführung rein praktischer Schulungen, wie Erste Hilfe und defensives Fahren, hat das Unternehmen Freiwillige aus den eigenen HSE-Spezialisten ausgebildet und zertifiziert. Dies führte zu einer Vervielfachung ihrer Expertise, der Entwicklung von Fähigkeiten im Umgang mit Widerständen und öffentlichen Auftritten sowie zu einer zusätzlichen materiellen Motivation.
Die Teilnahme an professionellen Wettbewerben und Rankings (z. B. TOP-100) wird nicht als Befriedigung der Eitelkeit betrachtet, sondern als Instrument zur Schaffung eines gesunden Wettbewerbs und zum Verlassen der Komfortzone. Die Erfolge der Kollegen motivieren die anderen und bilden ein ehrgeiziges Umfeld, das vor Routine schützt.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie organisiert man einen effektiven Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten verschiedener Sicherheitsbereiche?
- Wie helfen interne Praktika dabei, Schulungsprogramme an die Realitäten der Produktion anzupassen?
- Wie nutzt man Brainstormings zur vorläufigen Risikobewertung bei der Einführung neuer Verfahren?
- Warum ist internes Training ein mächtiges Instrument zur Entwicklung der Soft Skills von HSE-Spezialisten?
- Benötigt eine gewöhnliche Fachkraft für Arbeitssicherheit Managementkompetenzen und Fähigkeiten zur effektiven Kommunikation?