Die Einführung neuer Instrumente für Arbeitssicherheit und Umweltschutz (HSE) stößt oft auf ein Problem: In einigen Unternehmen funktioniert das System erfolgreich, während es in anderen keine Ergebnisse bringt. Die Referenten Roman Grigoriev und Mikhail Rusakov vom Unternehmen NLMK analysieren die Hauptgründe, warum selbst die fortschrittlichsten Lösungen ineffektiv sein können.
Die Grundlage für eine erfolgreiche Einführung ist die Bereitschaft des Systems selbst und des Personals. Wenn den Mitarbeitern, einschließlich der Auftragnehmer, grundlegende berufliche Kompetenzen fehlen, verliert die Einführung komplexer Instrumente ihren Sinn. Die Referenten betonen die Wichtigkeit von Schulung und Unterstützung durch die direkten Vorgesetzten, die das Wesen der Prozesse verstehen müssen und nicht nur formell über die Erfüllung von Kennzahlen berichten sollten.
Der Übergang von papierbasierten Arbeitserlaubnissen zu elektronischen ist nicht nur ein Formatwechsel, sondern eine Gelegenheit, das Wesen der ausgeführten Arbeiten selbst zu überdenken. Bei der Analyse im Unternehmen wurde festgestellt, dass ein erheblicher Teil der Arbeitserlaubnisse formell für wiederkehrende, nicht einzigartige Arbeiten ausgestellt wurde, die ein solches Maß an Kontrolle nicht erfordern.
Die Lösung bestand darin, solche Arbeiten in standardisierte Formate (Arbeitspläne, Standardarbeitsanweisungen) zu überführen, gefolgt von einer praktischen Schulung des Personals. Die Reduzierung der Anzahl formeller Arbeitserlaubnisse ermöglichte es, sich auf die tatsächlichen Risiken und Gefahren bei der Durchführung komplexer technologischer Operationen zu konzentrieren.
Schichtübergabebesprechungen werden oft als formell wahrgenommen, stellen jedoch ein mächtiges Instrument für das tägliche Mikrolernen des Personals dar. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie die Supervision und Bewertung der Qualität der Besprechungen anhand von Checklisten halfen, Schwachstellen zu identifizieren und die Meister in der richtigen Informationsvermittlung zu schulen.
Um die Effektivität der Besprechungen zu erhöhen, wurden alle Veranstaltungsorte mit Bildschirmen zur Übertragung von kurzen zweiminütigen Videos ausgestattet. Jedes Video widmet sich einem bestimmten Thema (z. B. Arbeiten mit Elektrowerkzeugen oder Hebezeugen) und konzentriert sich auf lebensbedrohliche Faktoren, einschließlich der Analyse realer Unfälle. Ein solches Format ermöglicht es, kritisch wichtige Informationen in leicht verständlicher Form zu vermitteln.
Eine Analyse des Stufenkontrollsystems zeigte, dass sich Überprüfungen auf verschiedenen Ebenen (vom Meister bis zum Direktor) oft überschneiden und sich auf leicht erkennbare Verstöße wie die Instandhaltung des Geländes konzentrieren. Dies führt dazu, dass systemische Risiken nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhalten.
Um dieses Problem zu lösen, wurde der Fokus der Überprüfungen durch das Top-Management auf die Top 5-7 systemischen Risiken verlagert, die zu schweren Verletzungen führen können. Es wurden spezielle Checklisten entwickelt, was die Erkennungsrate kritischer Abweichungen deutlich erhöhte. Darüber hinaus wurden Linienrundgänge zu den gewonnenen Erkenntnissen eingeführt, die darauf abzielen, die Wirksamkeit der zuvor entwickelten Maßnahmen zur Unfallverhütung zu überprüfen.
Entdecken Sie die vollständige Bibliothek bewährter Praktiken der Arbeitssicherheit
Zur Bibliothek