Die Einführung standardisierter Sicherheitsregeln ist ein natürlicher Schritt in der Entwicklung der Arbeitsschutzkultur in großen internationalen Unternehmen. Der Webinar-Sprecher Ilya Kolomiets, Instandhaltungs- und EHS-Ingenieur bei GSK, teilt seine Erfahrungen bei der Anpassung und Einführung der 12 lebensrettenden Regeln an einem Produktionsstandort. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf kritische Risiken zu lenken, deren Missachtung zu fatalen Folgen führen kann.
Im Vortrag wird die Struktur der Regeln detailliert betrachtet, die in zwei Hauptgruppen unterteilt sind: allgemeine und risikoorientierte. Allgemeine Regeln betreffen das alltägliche Verhalten, wie zum Beispiel das Verbot der Nutzung von Mobilgeräten beim Treppensteigen oder am Steuer. Risikoorientierte Regeln zielen auf spezifische Produktionsprozesse ab: den Umgang mit Gefahrstoffen, Arbeitsfreigaben, die Sicherheitskontrolle von Ausrüstung, Arbeiten in der Höhe, Hebevorgänge und Arbeiten in engen Räumen.
Der Sprecher betont, dass diese Regeln bestehende Sicherheitssysteme nicht ersetzen, sondern ergänzen, indem sie die kritischsten Aspekte hervorheben. Jede Regel ist in der Ich-Form formuliert („Ich benutze nicht...“, „Ich werde immer...“), was die persönliche Verantwortung des Mitarbeiters erhöht.
Ilya zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie der Einführungsprozess ablief. Ein wichtiger Schritt war nicht nur die Platzierung von visuellem Material (Schilder, Poster, Videos auf Bildschirmen), sondern auch die aktive Einbindung der direkten Vorgesetzten. Es wurden Teambesprechungen durchgeführt, Tests mit humorvollen Elementen zur Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit sowie Einzelgespräche der Manager mit den Mitarbeitern basierend auf den Testergebnissen.
Zur Unterstützung des Prozesses wurde eine interne Website mit Videoanleitungen und einem Live-Chat eingerichtet, in dem Mitarbeiter in Echtzeit Fragen stellen können. Der Sprecher weist auf die Bedeutung eines offenen Dialogs und das Recht jedes Mitarbeiters hin, unsichere Arbeiten zu stoppen (die „Stopp“-Regel).
Besondere Aufmerksamkeit wird im Bericht der Rolle von Führungskräften und „Risikohütern“ (Duty Holders) gewidmet – erfahrenen Mitarbeitern, die auf bestimmte Bereiche spezialisiert sind. Führungskräfte müssen ihr Engagement für die Regeln demonstrieren und eine offene Diskussion von Problemen fördern. Der Sprecher erläutert, wie wichtig es ist, Feedback zu geben und die Mitarbeiter bei der Einhaltung der Anforderungen zu unterstützen, damit die Regeln nicht nur eine Formalität, sondern Teil der inneren Selbstdisziplin werden.
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