Das Management von Arbeitsrisiken geht längst über die formale Einhaltung von Gesetzen hinaus. Heute ist es ein freiwilliger Schritt von Unternehmen, um Produktionsprozesse zu verbessern, Verletzungen zu reduzieren und Betriebsunterbrechungen zu verhindern. In diesem Webinar teilen Experten aus verschiedenen Branchen – von der Schwerindustrie bis zum E-Commerce – ihre praktischen Erfahrungen bei der Umsetzung des gesamten Risikomanagementzyklus: von der Gefahrenerkennung bis hin zur Überwachung und kontinuierlichen Verbesserung.
Der Referent Anton Panin beleuchtet detailliert den Prozess der Zusammenarbeit mit Auftragnehmern in der NLMK-Gruppe. Auftragnehmer bringen oft zusätzliche Risiken in die Produktion, weshalb das Unternehmen sein Managementsystem umgestaltet und eine Gefährdungsbeurteilung noch vor Arbeitsbeginn eingeführt hat.
Alle anstehenden Arbeiten werden auf der Grundlage der technischen Spezifikationen in drei Risikostufen (hoch, mittel, niedrig) unterteilt. Je nach Stufe kommen entsprechende Sicherheitsinstrumente zum Einsatz. Der Lebenszyklus eines Vertrags ist in sechs Phasen unterteilt – von der Planung bis zum Abschluss der Zusammenarbeit. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Auftragnehmern ist nicht nur das kommerzielle Angebot, sondern auch die Bereitschaft, sichere Arbeitsmethoden anzuwenden, was durch einen speziellen Gewichtungsfaktor bewertet wird.
Vera Konshina teilt ihre Erfahrungen im Risikomanagement im E-Commerce-Bereich. Das Unternehmen hat ein strenges System eingeführt: Alle Risiken, die in die „rote Zone“ fallen (inakzeptabel in Bezug auf Schwere und Wahrscheinlichkeit), führen zu einem sofortigen Arbeitsstopp und einer Prozessänderung, bis sie in die „gelbe Zone“ verschoben werden können.
Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie das Unternehmen mit der Häufigkeit von Audits experimentiert hat. Ursprünglich wurde ein vierteljährliches Monitoring gewählt, das es ermöglichte, im ersten Monat 70 % der „gelben“ Risiken in die „grüne Zone“ zu überführen. Die Praxis zeigte jedoch, dass es zur Aufrechterhaltung der Effizienz ausreicht, halbjährliche Überprüfungen durchzuführen, vorausgesetzt, die Umsetzung von Korrekturmaßnahmen wird ständig kontrolliert. Besonderes Augenmerk wird auf die Information der Mitarbeiter gelegt: Komplexe Risikodaten werden in kleine Blöcke unterteilt und in regelmäßigen fünfminütigen Sicherheitsbesprechungen vermittelt, damit jeder Mitarbeiter versteht, wie bestimmte Änderungen sein Leben und seine Gesundheit schützen.
In dem Vortrag wird die Einbeziehung von Linienmanagern und den Mitarbeitern selbst in den Prozess der Risikobewertung detailliert behandelt. Unfälle passieren oft, weil der Mitarbeiter die tatsächliche Wahrscheinlichkeit einer Gefahr nicht erkennt und denkt, dass „ihm das nicht passieren wird“. Projekte, die darauf abzielen, Mitarbeiter darin zu schulen, Risiken zu erkennen, helfen, diese Wahrnehmung zu ändern. Um die Effizienz zu steigern und die Belastung der Führungskräfte zu verringern, streben Unternehmen nach einer Digitalisierung der Prozesse und wechseln vom Risikomanagement in Excel-Tabellen zu automatisierten Systemen, die mit den gesetzlichen Anforderungen harmonisiert sind.
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