Die HSE-Schulung von Zehntausenden von Mitarbeitern ist eine große Herausforderung für jedes Großunternehmen. Die Umstellung von Pflichtprogrammen auf ein Fernlernformat geht oft mit einem Rückgang des Engagements und einem formalen Ansatz bei der Testdurchführung einher. In dem Vortrag wird die Erfahrung der RZD Corporate University, an der jährlich etwa 60.000 Mitarbeiter geschult werden, detailliert betrachtet. Die Referentin, Alla Lisienkova, analysiert die Mechanismen zur Erstellung von Fernkursen, die in Bezug auf Engagement und praktischen Nutzen dem Präsenzunterricht in nichts nachstehen.
Um die Datensicherheit und eine nahtlose Integration in die HR-Systeme zu gewährleisten, wird die Schulung im internen Unternehmensnetzwerk (Intranet) durchgeführt. Dies ermöglicht die Automatisierung des Datenexports der Teilnehmer und die Erstellung von Abschlussprotokollen. Der Prozess ist streng geregelt: von der Zuweisung des Mitarbeiters durch den Personalspezialisten bis zur Ausstellung von Zertifikaten durch Vertrauenspersonen in den Regionen. Dieser Ansatz minimiert den bürokratischen Aufwand für das Schulungszentrum und eliminiert logistische Verzögerungen bei der Dokumentenübermittlung in einem riesigen Gebiet.
Das Hauptproblem von Fernkursen ist die geringe Aufnahmebereitschaft für umfangreiche regulatorische Grundlagen. Um dieses Problem zu lösen, zeigt die Referentin beispielhaft die Einführung von interaktiven Algorithmen und Video-Fallstudien. Komplexe Prozesse wie die Untersuchung von Unfällen oder die Bewertung von Berufsrisiken werden in Form von Schritt-für-Schritt-Diagrammen visualisiert. Video-Fallstudien bieten dem Teilnehmer eine reale Produktionssituation, stellen Fragen zur Selbstkontrolle und geben anschließend eine detaillierte Expertenanalyse. Dies verlagert den Fokus vom mechanischen Auswendiglernen von Regeln auf das Verständnis der Logik einer sicheren Produktion.
Das System zur Wissensbewertung ist so aufgebaut, dass ein formaler Ansatz ausgeschlossen wird. Ein Eingangstest ermittelt den aktuellen Vorbereitungsstand des Mitarbeiters, sodass er einen individuellen Lernplan erstellen und sich auf Wissenslücken konzentrieren kann. Die Abschlusstests bestehen nicht aus einfachen Ja/Nein-Fragen, sondern aus Mini-Fallstudien. Dem Teilnehmer wird eine Produktionssituation präsentiert, die die Anwendung von Vorschriften erfordert, um die richtige Entscheidung zu treffen. Die umfangreiche Fragendatenbank wird ständig aktualisiert, was das Auswendiglernen von Antworten sinnlos macht und ein echtes Verständnis der Materie fördert.
In dem Vortrag wird die Bedeutung der inhaltlichen Trennung je nach Rolle des Lernenden hervorgehoben. So ist beispielsweise das Programm für HSE-Beauftragte (überwiegend gewerbliche Berufe) von überflüssigen theoretischen Grundlagen befreit, die für Führungskräfte bestimmt sind. Der Schwerpunkt liegt auf Instrumenten der öffentlichen Kontrolle: Den Teilnehmern werden Musteranweisungen, fertige Checklisten für Vor-Ort-Inspektionen und eine Analyse häufiger Verstöße zur Verfügung gestellt. Für HSE-Fachkräfte, die eine berufliche Umschulung absolvieren, ist die Verteidigung von Abschlussarbeiten mit der Lösung komplexer Aufgaben für einen bestimmten Produktionsbereich vorgesehen.
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Aigul Kulbosunova, ja, 12:00 Uhr Moskauer Zeit
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