Die globale COVID-19-Pandemie stellte Industrieunternehmen vor große Herausforderungen, insbesondere solche, deren Tätigkeit mit Schichtarbeit in abgelegenen Regionen verbunden ist. Angesichts eines rechtlichen Vakuums und fehlender fertiger Lösungen mussten die Unternehmen ihre HSE-Managementprozesse schnell umstrukturieren. In diesem Webinar teilt Nikolay Ievlev, Experte bei Rusvietpetro, praktische Erfahrungen bei der Organisation der Arbeit in der Öl- und Gasförderung während der Pandemie.
Der Referent analysiert detailliert die Schwierigkeiten, mit denen der Krisenstab in den ersten Monaten der Pandemie konfrontiert war. Zu den Hauptproblemen gehörten:
Um das Risiko einer Ausbreitung der Infektion zu minimieren, führte das Unternehmen einen umfassenden Ansatz ein. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Übergang in den Zustand erhöhter Bereitschaft, einschließlich täglicher Krisenstabssitzungen und der Durchführung von Stabsübungen für verschiedene Szenarien – von Einzelfällen bis hin zum vollständigen Stillstand der Förderung.
Besonderes Augenmerk legt der Referent auf die interne regulatorische Steuerung: die Entwicklung von HSE-Anweisungen unter Pandemiebedingungen und Vorschriften für den Schichtwechsel. Diese wurden in die Verträge mit Subunternehmen integriert, wobei Strafen für Verstöße gegen die Vorschriften (Maskenpflicht, Abstand, Tests) festgelegt wurden.
Eine interessante praktische Lösung war die Einteilung der Subunternehmer in Kategorien (erzwungener Kontakt, Arbeit auf demselben Gelände, Autonomie) unter Verwendung von Farbcodierungen (Westen, Helmaufkleber, Armbänder). Dies ermöglichte die visuelle Identifizierung des Status eines Mitarbeiters und der Dauer seines Aufenthalts in der Schicht, wodurch der erforderliche Abstand gewährleistet wurde.
Der Referent zeigt am Beispiel ein dreistufiges Barrierensystem beim Schichtwechsel:
Im Falle einer Infektion wird das "Lego"-Prinzip angewendet – der Ausschluss der erkrankten Zelle (des Mitarbeiters und seiner Zimmergenossen) aus der Produktionskette. Der Erkrankte wird in eine Isolierstation gebracht, wo Behandlung und erneute Tests organisiert werden, und bei Verschlechterung des Zustands erfolgt eine Evakuierung. Dieser Ansatz ermöglichte es, identifizierte Fälle erfolgreich zu lokalisieren, ohne dass sich die Infektion ausbreitete.
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