Die Versorgung abgelegener Produktionsstandorte mit qualifiziertem Personal ist eine der größten Herausforderungen für die Bergbau- und Metallindustrie. Die Besonderheiten der Schichtarbeit, der Mangel an Fachkräften in den Einsatzregionen und die formale Herangehensweise externer Schulungszentren bei der Zertifikatsvergabe führen dazu, dass Mitarbeiter in die Betriebe gelangen, die nicht auf eine eigenständige und sichere Arbeitsweise vorbereitet sind. Unter diesen Bedingungen wird der Aufbau einer internen Bildungsinfrastruktur nicht nur zu einer HR-Initiative, sondern zu einem kritischen Faktor für die Betriebssicherheit.
Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess der Gründung einer eigenständigen Abteilung der Corporate University der Russkaya Mednaya Kompaniya (RMK) am Standort „Amur Minerals“ (Lagerstätte Malmysch in der Region Chabarowsk). Elena Mayorova analysiert die Voraussetzungen für den Projektstart, die Struktur der Bildungspfade und die Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen dem Schulungszentrum und den Produktionsabteilungen.
Die Entscheidung, die obligatorische Schulungsfunktion direkt im Fernen Osten zu lokalisieren, war durch mehrere systemische Probleme des Unternehmens begründet:
Um den Bedarf des Unternehmens zu decken, entwickelte das Schulungszentrum ein System, das alle neuen Mitarbeiter obligatorisch durchlaufen. Der Prozess ist in drei Hauptpfade unterteilt:
Kandidaten ohne fachliche Ausbildung werden im Rahmen eines Ausbildungsvertrags als Hilfskräfte eingestellt. Die Schulung umfasst eine Einführung, ein Welcome-Training (Unternehmensgeschichte und Technologien) sowie das parallele Erlernen von Arbeitsschutzanforderungen und den Erwerb eines Berufsabschlusses. Die theoretische Basis wird durch Praxis am Produktionsstandort unter Anleitung eines Mentors gefestigt. Der Prozess endet mit einer Qualifikationsprüfung am zukünftigen Arbeitsplatz.
Dieser Pfad ist für diejenigen konzipiert, die zwar formale Dokumente besitzen, aber eine Nachschulung benötigen. Nach der Einstellung durchlaufen sie einen Block zum Arbeitsschutz und studieren detailliert die Nuancen der spezifischen Anlagen und Technologien, die im Werk oder im Tagebau eingesetzt werden. Nach einer Hospitation mit einem Mentor findet eine Zertifizierung statt, deren Protokoll als Zulassung zur eigenständigen Arbeit dient.
Um den Wert und die Effizienz der bestehenden Mitarbeiter zu steigern, wird eine Schulung in zusätzlichen Fähigkeiten implementiert. Die Besonderheit des Ansatzes liegt darin, dass Themen wie Arbeitsschutz, Brandschutz und Umweltschutz gezielt in das Programm integriert werden – ausschließlich für den Beruf und den Bereich (Tagebau, Werk), in dem der Spezialist arbeiten wird.
Für die Umsetzung der Programme wurde eine spezialisierte materielle und technische Basis geschaffen. Das typische Layout des Schulungsraums umfasst zwei angrenzende Klassen: eine für theoretischen Unterricht, die zweite für die praktische Arbeit mit Computern und Trainingsparcours.
Besonderes Augenmerk gilt Arbeiten mit erhöhtem Risiko. Im Zentrum ist ein Übungsgelände für das Training von Arbeiten in der Höhe und in engen, geschlossenen Räumen (EGR) eingerichtet. Zusätzlich wird ein Außenparcours mit einer Höhe von 6,2 Metern für Trainings in der Frühlings- und Sommerzeit montiert. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht nur festangestellte Mitarbeiter, sondern auch Personal von Subunternehmern diese Infrastruktur obligatorisch durchläuft, was einen einheitlichen Sicherheitsstandard auf dem gesamten Werksgelände gewährleistet.
Interessant ist auch der Ansatz bei der Bildung der Schulungsgruppen: Die Spezialisten werden nicht nach formalen Kriterien gruppiert, sondern nach der Ähnlichkeit des technologischen Prozesses (z. B. Mühlenführer werden zusammen mit Operatoren der Flotationssteuerung geschult), da sie in der Produktion eng zusammenarbeiten.
Eine der kritischsten Fragen der betrieblichen Ausbildung ist die Vergütung während der langen Vorbereitungszeit (bis zu 20-21 Tage) und der Mangel an Arbeitskräften vor Ort. Die Referentin merkt an, dass das System vollständig mit der Personalbeschaffung und der Produktionsleitung abgestimmt ist. Die Position der Werksleiter ist eindeutig: Es ist wirtschaftlicher, einige Wochen zu warten und eine voll ausgebildete Fachkraft zu erhalten, als „Halbfertigprodukte“ an komplexe Anlagen zu lassen, die Unfälle verursachen könnten.
Der Erfolg des Schulungszentrums hängt zudem stark vom Profil seines Leiters ab. In diesem Fall wird die Synergie dadurch erreicht, dass das Zentrum von einer Person mit zehnjähriger Produktionserfahrung geleitet wird, die zudem einen akademischen Grad und Lehrerfahrung besitzt.
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