Sicherheitskultur im Fuhrpark: Von Unterweisungen zu bewusstem Fahren
Verkehrssicherheit in großen Unternehmen mit einem umfangreichen Fuhrpark ist nicht nur die Einhaltung von Verkehrsregeln, sondern eine systematische Arbeit zur Schaffung einer Kultur des sicheren Verhaltens. Wenn täglich Tausende von Mitarbeitern am Steuer von Dienstwagen sitzen, reichen Standardunterweisungen nicht mehr aus. Es bedarf moderner, ansprechender Kommunikationsformate, die nicht nur informieren, sondern auch die Einstellung der Fahrer zu den Risiken im Straßenverkehr verändern.
Im Rahmen des Webinars teilt Oleg Dunaev, Spezialist für Fuhrparksicherheit, HSE und Brandschutz bei Philip Morris, seine zwanzigjährige Erfahrung beim Aufbau eines effektiven Kommunikationssystems mit Fahrern. Der Referent erläutert im Detail, wie ein Unternehmen mit einem Fuhrpark von über 1700 Fahrzeugen von formalen Anforderungen zu interaktiver Interaktion übergegangen ist, wodurch die Unfallrate gesenkt und das Bewusstsein der Mitarbeiter geschärft wurde.
Multichannel-Kommunikationssystem: Wie man jeden erreicht
Die Grundlage einer erfolgreichen Strategie ist die Nutzung verschiedener Kommunikationskanäle, die an unterschiedliche Situationen und Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst sind. Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens vier Hauptbereiche der Arbeit mit Fahrern auf:
- Persönliche Kommunikation und Trainings. Grund- und Wiederholungsunterweisungen, Trainings für defensives Fahren (einschließlich Auffrischungskurse alle drei Jahre) und regelmäßige Briefings. Ein wichtiges Element sind gemeinsame Fahrten von Vorgesetzten und Mitarbeitern, bei denen nicht nur das Geschäftsergebnis, sondern auch der Fahrstil bewertet wird.
- Interaktive E-Mail-Newsletter. Anstelle von trockenen Texten werden interaktive Briefings mit der Analyse realer Unfälle verwendet. Die Mitarbeiter werden gebeten, die Situation zu bewerten, den Verlauf der Ereignisse vorherzusehen und Möglichkeiten zur Vermeidung des Unfalls vorzuschlagen. Dies fördert kritisches Denken und hilft, aus den Fehlern anderer zu lernen.
- Mobile App Mission Zero. Eine speziell entwickelte App für Dienst-Tablets, die Videos, Nachrichten, Verkehrstests und wöchentliche Telematikberichte enthält. Der Mitarbeiter kann seinen Fahrstil verfolgen und ihn im Laufe des Monats anpassen, um in der «sicheren Zone» zu bleiben.
- Übertragungen auf Büro-TV-Bildschirmen. Integration von Sicherheitsbotschaften in den allgemeinen Informationsfluss des Unternehmens. Sicherheitsvideos und -präsentationen werden auf Augenhöhe mit Wirtschaftsnachrichten ausgestrahlt, was ihre gleichwertige Bedeutung unterstreicht.
Unfallanalyse: Von der Schuldzuweisung zu Lessons Learned
Der Vortrag befasst sich ausführlich mit dem Ansatz zur Untersuchung von Verkehrsunfällen. Das Hauptziel der Kommission ist es nicht, den Mitarbeiter zu bestrafen, sondern die Vermeidbarkeit des Unfalls festzustellen und Lehren für das gesamte Team zu ziehen. Die Einbeziehung des Fahrers selbst in die Analyse der Unfallursachen und die Suche nach Lösungen hilft, Abwehrreaktionen abzubauen. Wenn der Mitarbeiter versteht, dass seine Erfahrung Kollegen vor einer ähnlichen Situation bewahren kann, wird er zu einem Verbündeten in Sicherheitsfragen.
Online-Schulungen: Wie man die Aufmerksamkeit des Publikums hält
Der Übergang zum Online-Format stellte Schulungsexperten vor eine neue Herausforderung. Der Referent erläutert praktische Methoden, um die Aufmerksamkeit bei Webinaren zum sicheren Fahren aufrechtzuerhalten:
- Begrenzung der Gruppengröße. Die optimale Teilnehmerzahl liegt bei bis zu 10 Personen, was es ermöglicht, jeden einzubeziehen.
- Interaktive Umfragen und Aufgaben. Regelmäßige Fragen im Chat (nicht mehr als 5 auf einmal) und Aufmerksamkeitsaufgaben verhindern, dass die Zuhörer abgelenkt werden.
- Personalisierte Ansprache. Die Verwendung der Namen der Teilnehmer und die Diskussion ihrer Antworten schaffen einen Präsenzeffekt und betonen die Bedeutung jeder Meinung.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie erstellt man selbst ein interaktives Briefing zur Unfallanalyse?
- Welche Newsletter-Formate funktionieren am besten und wie vermeidet man es, aufdringlich zu wirken?
- Wie nutzt man Telematikdaten, um Fahrer zu sicherem Fahren zu motivieren?
- Wie bezieht man einen Mitarbeiter in eine Unfalluntersuchung ein und macht ihn zum Verbündeten?
- Welche Techniken helfen, die Aufmerksamkeit des Publikums bei Online-Verkehrsschulungen zu halten?