Unter den heutigen Bedingungen von Turbulenzen und wirtschaftlichen Herausforderungen sind klassische Kontrollmethoden im Bereich Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (HSE) nicht mehr der einzige Treiber für Effizienz. Der Sprecher Wladimir Warlamow betont, dass die Einführung von Standards (von OHSAS bis ISO) nur ein kleiner Teil der Arbeit ist. Viel wichtiger ist es, Prozesse aufzubauen, in denen Sicherheit zu einem integralen Bestandteil der Produktionseffizienz wird. Der Vortrag beleuchtet detailliert einen Ansatz, bei dem Sicherheitskultur, Produktionskultur und Unternehmenskultur zu einem einheitlichen System verschmelzen. Dies ermöglicht es, die Effizienz nicht nur durch direkte finanzielle Kennzahlen, sondern auch durch die Vermeidung möglicher Verluste zu bewerten.
Eines der wichtigsten Instrumente, das der Sprecher in der Praxis analysiert, ist das verhaltensbasierte Sicherheitsaudit (BBS). Damit dieses Instrument funktioniert und bei der Führungsebene nicht auf Ablehnung stößt, muss es an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Die Integration von Elementen der Produktionskontrolle in BBS-Audits spart Ressourcen und Zeit, da dieselben Personen sowohl Risiken als auch Produktionsprozesse bewerten. Zielgerichtete BBS-Audits, die auf spezifische Unternehmensrisiken ausgerichtet sind, und die aktive Einbindung von Sicherheitskulturbeauftragten helfen dabei, ein effektives Feedback mit den Mitarbeitern aufzubauen. Es ist wichtig, nicht nur Informationen über Risiken zu sammeln, sondern den Menschen auch zu zeigen, dass ihre Anmerkungen zu echten Veränderungen führen.
Stepan, Direktor für die Entwicklung der Sicherheitskultur, setzt das Thema fort und konzentriert sich auf digitale Werkzeuge. Bei knappen Budgets setzt das Unternehmen auf die maximale Nutzung bereits implementierter Plattformen. Der Sprecher zeigt am Beispiel von Ortungssystemen, Gasüberwachung und elektronischen medizinischen Untersuchungen, wie deren Funktionalität ohne nennenswerte Kosten erweitert werden kann. So kann beispielsweise ein System zur Überwachung der Wachsamkeit von Fahrern in andere Transportsysteme integriert werden, um Unfälle zu vermeiden (Abschaltung der Technik oder Auslösen eines Alarms, wenn der Fahrer einschläft). Die Daten aus elektronischen medizinischen Untersuchungen können nicht nur für die Arbeitszulassung, sondern auch für eine tiefgehende Analyse des Gesundheitszustands des Personals genutzt werden.
Jede Neuerung stößt auf Widerstand. Der Vortrag hebt drei Hauptbarrieren hervor: Ablehnung neuer Instrumente, Zeitmangel bei den Mitarbeitern und Skepsis aufgrund früherer negativer Erfahrungen. Zur Lösung dieser Probleme wird ein ganzheitlicher Ansatz vorgeschlagen: Durchführung von Strategiesitzungen, Verzicht auf ineffektive alte Praktiken (z. B. Ersetzung von Strafkomitees durch HSE-Entwicklungskomitees) und eine klare Digitalisierung von Zwischenergebnissen. Für Führungskräfte ist es wichtig, Geduld zu zeigen und keine sofortigen Ergebnisse zu fordern, um dem System Zeit zur Anpassung zu geben.
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