Wenn sie in die Produktion kommen, haben viele neue Mitarbeiter Angst, etwas falsch zu machen oder einen fatalen Fehler zu begehen. Kein Wunder. Niemand möchte sich selbst oder gar Kollegen aus Unerfahrenheit verletzen. Deshalb sollte dem Neuling anfangs ein Mentor zur Seite stehen – jemand, der hilft, Ängste zu überwinden, sicheres Arbeiten lehrt und wertvolle Erfahrungen teilt. Mentoring bedeutet die ständige Verbesserung der eigenen Fähigkeiten. Wir sind als großes Team zusammengekommen, um über dieses komplexe, aber sehr wichtige Thema zu brainstormen. Unter uns sind sowohl erfahrene Mentoren als auch diejenigen, die diesen Weg gerade erst nach ihrer Ausbildung im Schulungszentrum eingeschlagen haben. Doch alle haben ein gemeinsames Ziel – neues Wissen zu erlangen und die Fähigkeiten im Umgang mit den Mentees zu verbessern.
Das Mentoren-Treffen ist ein sehr wertvolles und wichtiges Ereignis für das Unternehmen. Die Teilnehmer zeigen und beweisen durch ihr Beispiel und ihr Handeln, dass jede Art von Arbeit sicher und effizient ausgeführt werden kann. Ich persönlich setze große Hoffnungen in den Bereich Mentoring. Ein Mentor muss wie eine Mauer zwischen dem neuen Mitarbeiter und der Gefahr einer Verletzung stehen. Doch der Tag, an dem der Mitarbeiter allein mit dem technologischen Prozess konfrontiert wird, wird unweigerlich kommen. Dann hängen sein Leben und seine Gesundheit maßgeblich davon ab, wie gut er für sicheres Arbeiten ausgebildet wurde.
Im vergangenen Jahr gab es in einem der Geschäftsbereiche 96 Mikroverletzungen. Bei der Analyse aller Vorfälle schauen wir zuerst auf Name, Nachname, Ausbildung und natürlich die Betriebszugehörigkeit. In vielen Fällen sind die Betroffenen neue Mitarbeiter. Jeder von uns hat die Macht, die Unfallstatistik zu beeinflussen. Als Ergebnis unserer Sitzung haben wir eine spezielle Checkliste erstellt. Durch das Abarbeiten dieser Punkte ist es möglich, das eigene Handeln zu korrigieren und den Ansatz bei der Ausbildung von Neulingen zu überdenken. Unter allen Punkten hoben die Teilnehmer besonders die Beachtung der Initiative des Mentees und die Schaffung eines entwicklungsfördernden Umfelds hervor.
Die besten Ideen der besten Mentoren
Zudem haben wir das Turnier „Sicherheit geht vor“ ins Leben gerufen. Die Hauptteilnehmer sind unsere Mentoren. Jeder von ihnen löste Rätsel und Kreuzworträtsel zum Thema HSE, identifizierte Risiken auf Fotos und schlug eigene Ideen zur Erhöhung der Sicherheit im Mentoring-Prozess vor. Die Initiativen der letzten Phase wurden von einer Expertengruppe bewertet, der die Leiter der Arbeitsschutzabteilungen von EVRAZ angehörten. Die Teilnehmer reichten mehr als 60 Vorschläge ein. Es war nicht einfach, daraus die besten auszuwählen. Alle sind auf ihre Weise gut. Wir haben einmal mehr gesehen, dass die Mentoren vor Ort mehr sehen und über wertvolle Ideen verfügen, um die Arbeit neuer Mitarbeiter sicherer zu machen.