Die Kosten für die Behebung eines Projektfehlers steigen in jeder nachfolgenden Phase der Umsetzung eines großen Kapitalprojekts exponentiell an. Die Integration von Anforderungen an Arbeitssicherheit und Umweltschutz (HSE) in den frühesten Phasen – vom Konzept bis zur Arbeitsdokumentation – ist nicht nur ein Branchenstandard, sondern ein kritischer Faktor für die wirtschaftliche Machbarkeit. In seinem Vortrag analysiert Sergey Ryabov die Architektur des Managements technogener Risiken und stützt sich dabei auf internationale Praktiken des Öl- und Gassektors (OGP) sowie auf seine eigenen Erfahrungen bei Megaprojekten.
Der Referent untersucht detailliert den Mechanismus der „Gatekeeper“ – Spezialisten, deren Freigabe für den Übergang des Projekts in die nächste Phase obligatorisch ist. Ohne eine genehmigte Verantwortlichkeitsmatrix und festgelegte Meilensteine läuft die HSE-Funktion Gefahr, vom eigentlichen Prozess der technischen Entscheidungsfindung isoliert zu werden. Die Einführung einer Richtlinie für das Management von Kapitalprojekten mit einem streng definierten HSE-Abschnitt legitimiert den Stopp von Arbeiten, wenn kritische Risiken in der Entwurfsphase nicht berücksichtigt wurden.
Der Vortrag beleuchtet detailliert das Arsenal qualitativer Risikobewertungsmethoden und deren Verknüpfung mit dem Projektlebenszyklus:
Besonderes Augenmerk wird auf die Integration von ESG-Prinzipien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) gelegt. Das Vorhandensein einer transparenten Berichterstattung und eines Registers für die Interaktion mit Interessengruppen (Stakeholdern) ist heute eine zwingende Voraussetzung für den Erhalt von Projektfinanzierungen durch internationale Institutionen.
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