Das Sicherheitsmanagement von Auftragnehmern bleibt eine der komplexesten Aufgaben für Industrieunternehmen. Statistiken zeigen, dass jeder achtzehnte Verstoß zu einem Vorfall führt, und die systemischen Ursachen für Verletzungen oft in Fehlern bei der Auswahl, Zulassung und Kontrolle von Vertragspartnern liegen. Der Übergang von reaktiven Strafen zu einem systematischen Risikomanagement ist ein natürlicher Entwicklungsschritt der Branche. In seinem Vortrag analysiert Georgi Adschienko detailliert die Methodik zum Umgang mit Verstößen, die bei Investitionsprojekten von NLMK implementiert wurde und das Niveau der Arbeitsunfälle erheblich senken konnte.
Der Sprecher betont die Wichtigkeit, zwischen unbeabsichtigten Fehlern und bewussten Verstößen (routinemäßig, optimierend oder situativ) zu unterscheiden. Oft arbeitet der Auftragnehmer so, wie es der Auftraggeber zulässt. Systemausfälle treten auf, wenn HSE-Anforderungen in der Ausschreibungsphase nicht geklärt werden, die Qualifikation des Personals bei der Mobilisierung nicht überprüft wird und die Kontrolle vor Ort nur formeller Natur ist.
Ein effektives System basiert auf einem kontinuierlichen Zyklus, der aus vier Schlüsselschritten besteht:
Das Fundament der Sicherheit bilden Kardinalregeln. Im Vortrag wird angemerkt, dass solche Regeln so konkret wie möglich sein müssen, reale Produktionsrisiken widerspiegeln und die Unausweichlichkeit von Strafen implizieren sollten. Bei Nichtbeachtung werden strenge Maßnahmen ergriffen: vom Entzug des Ausweises und der vorübergehenden Entfernung des Mitarbeiters bis hin zur unbefristeten Aussetzung der Tätigkeit des gesamten Auftragnehmers durch eine Schlichtungskommission.
Systemische Veränderungen sind ohne die Beteiligung der Führungskräfte der Auftragnehmerunternehmen unmöglich. Zu diesem Zweck werden regelmäßige HSE-Foren, gemeinsame Rundgänge auf den Baustellen und spezielle Schulungen für Direktoren durchgeführt. Um die Einhaltung der Anforderungen vor Ort zu erleichtern, stellt der Auftraggeber den Vertragspartnern praktische Werkzeuge zur Verfügung: illustrierte Handbücher für sichere Arbeitsmethoden, Notizbücher für Linienrundgänge mit Checklisten und einen Katalog bewährter Praktiken.
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