Wie organisiert man eine systematische Arbeit mit HSE-Verstößen bei Auftragnehmern?

Fallstudie
1 September 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Das Sicherheitsmanagement von Auftragnehmern bleibt eine der komplexesten Aufgaben für Industrieunternehmen. Statistiken zeigen, dass jeder achtzehnte Verstoß zu einem Vorfall führt, und die systemischen Ursachen für Verletzungen oft in Fehlern bei der Auswahl, Zulassung und Kontrolle von Vertragspartnern liegen. Der Übergang von reaktiven Strafen zu einem systematischen Risikomanagement ist ein natürlicher Entwicklungsschritt der Branche. In seinem Vortrag analysiert Georgi Adschienko detailliert die Methodik zum Umgang mit Verstößen, die bei Investitionsprojekten von NLMK implementiert wurde und das Niveau der Arbeitsunfälle erheblich senken konnte.

Die Natur von Verstößen und systemische Schwachstellen

Der Sprecher betont die Wichtigkeit, zwischen unbeabsichtigten Fehlern und bewussten Verstößen (routinemäßig, optimierend oder situativ) zu unterscheiden. Oft arbeitet der Auftragnehmer so, wie es der Auftraggeber zulässt. Systemausfälle treten auf, wenn HSE-Anforderungen in der Ausschreibungsphase nicht geklärt werden, die Qualifikation des Personals bei der Mobilisierung nicht überprüft wird und die Kontrolle vor Ort nur formeller Natur ist.

Vier Phasen im Umgang mit Abweichungen

Ein effektives System basiert auf einem kontinuierlichen Zyklus, der aus vier Schlüsselschritten besteht:

  • Identifizierung unter Berücksichtigung des Risikoniveaus. Die Intensität der Aufsicht sollte von der Gefahr des Objekts abhängen. Die Praxis zeigt die Wirksamkeit des Verhältnisses: ein HSE-Feldexperte auf 50 Arbeiter. Dabei sollte die Kontrolle nicht nur vom Auftraggeber, sondern auch vom Auftragnehmer selbst in den ihm zugewiesenen Bereichen durchgeführt werden.
  • Detaillierte Registrierung und Klassifizierung. Die Erfassung von Verstößen in einer einheitlichen elektronischen Datenbank erfordert tiefe Detaillierung. Anstelle allgemeiner Kategorien müssen spezifische Untergruppen gebildet werden (z. B. „falsche Installation von Anschlageinrichtungen“). Jedem Verstoß wird ein Risikoniveau zugewiesen, was eine Priorisierung der Probleme ermöglicht.
  • Proaktive Beseitigung. Korrekturmaßnahmen werden auf Basis der Hierarchie der Kontrollmaßnahmen entwickelt. Sie sollten auf eine physische Risikominderung abzielen und sich nicht auf reaktive Verbote nach einem Vorfall beschränken. Die Fristen für die Beseitigung werden streng kontrolliert, und Verzögerungen führen zu Strafen.
  • Tiefenanalyse. Die kritischste Phase, die oft übersehen wird. Die Datenmenge wird analysiert, um nach den Grundursachen in den Managementsystemen beider Parteien zu suchen. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden die Grundlage für einen sachlichen Dialog mit dem Management der Vertragspartner.

Kardinalregeln und Konsequenzmatrix

Das Fundament der Sicherheit bilden Kardinalregeln. Im Vortrag wird angemerkt, dass solche Regeln so konkret wie möglich sein müssen, reale Produktionsrisiken widerspiegeln und die Unausweichlichkeit von Strafen implizieren sollten. Bei Nichtbeachtung werden strenge Maßnahmen ergriffen: vom Entzug des Ausweises und der vorübergehenden Entfernung des Mitarbeiters bis hin zur unbefristeten Aussetzung der Tätigkeit des gesamten Auftragnehmers durch eine Schlichtungskommission.

Einbeziehung des Managements und praktische Werkzeuge

Systemische Veränderungen sind ohne die Beteiligung der Führungskräfte der Auftragnehmerunternehmen unmöglich. Zu diesem Zweck werden regelmäßige HSE-Foren, gemeinsame Rundgänge auf den Baustellen und spezielle Schulungen für Direktoren durchgeführt. Um die Einhaltung der Anforderungen vor Ort zu erleichtern, stellt der Auftraggeber den Vertragspartnern praktische Werkzeuge zur Verfügung: illustrierte Handbücher für sichere Arbeitsmethoden, Notizbücher für Linienrundgänge mit Checklisten und einen Katalog bewährter Praktiken.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie berechnet man die erforderliche Anzahl von Supervisoren in Abhängigkeit vom Risikoniveau des Projekts?
  • Warum behindert die Standardklassifizierung von Verstößen die Analyse und wie detailliert man sie richtig?
  • Wie formuliert man Korrekturmaßnahmen, damit sie die Ursache beseitigen und nicht die Folge bestrafen?
  • Welche Maßnahmen sind bei säumigen Auftragnehmern anzuwenden, ohne die Fristen der Produktionsaufgaben zu gefährden?
  • Wie baut man einen konstruktiven Dialog mit dem Top-Management von Auftragnehmern auf, um systemische Probleme zu lösen?
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