Das ESG-Konzept (Environmental, Social, Governance) ist längst über die formale Berichterstattung hinausgewachsen und hat sich zu einem echten Instrument der Unternehmensführung entwickelt. Im Mittelpunkt dieser Transformation stehen die Fürsorge für die Menschen und die Erhaltung der Ressourcen für zukünftige Generationen. Zur Eröffnung der Diskussion betont Pavel Zakharov, dass gerade die Sicherheit das Bindeglied ist, das die ökologischen, sozialen und unternehmerischen Entwicklungsvektoren des Unternehmens vereint. Für HSE-Spezialisten bedeutet dies die Notwendigkeit, über die üblichen Anweisungen hinauszugehen und sich in die globale Nachhaltigkeitsstrategie zu integrieren.
Während der Diskussion analysieren die Referenten verschiedene Managementmodelle für die ESG-Agenda. Einen einheitlichen Standard gibt es nicht: Einige Unternehmen schaffen spezielle Abteilungen für nachhaltige Entwicklung, andere verteilen die Aufgaben auf Fachführungskräfte (Umwelt, HSE, Soziales) unter der direkten Kontrolle der Geschäftsführung. Um sich effektiv in dieses System zu integrieren, wird HSE-Führungskräften empfohlen, die Standards der nichtfinanziellen Berichterstattung, insbesondere GRI (Global Reporting Initiative), zu studieren. Dies ermöglicht es, Datentransparenz zu gewährleisten und einen fundierten Dialog mit dem Top-Management über den Wert von Investitionen in die Sicherheit zu führen.
Die praktische Umsetzung von ESG erfordert einen umfassenden Ansatz für die Infrastruktur und die Zusammenarbeit mit Vertragspartnern. Andrey Lisitsyn zeigt am Beispiel von Großprojekten, wie der Übergang zu alternativen Energiequellen vollzogen wird: von der Nutzung von Solarpaneelen und Erdwärmepumpen über den Verzicht auf Kohlekesselhäuser bis 2030 bis hin zur Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Schienenfahrzeugen auf Sachalin. Elena Sergeeva teilt wiederum ihre Erfahrungen mit der Einführung von kontinuierlichen Emissionsüberwachungssystemen (CEMS) und der schrittweisen Einbeziehung von Auftragnehmern in die Treibhausgasbilanzierung (Scope 2), was zu einer zwingenden Voraussetzung für die Arbeit auf modernen Lagerstätten wird.
Besonderes Augenmerk wird in dem Vortrag auf die Erhöhung des Reifegrads der Sicherheitskultur und die Optimierung von Routineprozessen gelegt. Sergey Kolychev teilt ein erfolgreiches Fallbeispiel für die Übertragung einer Reihe von HSE-Funktionen an ein unternehmensinternes multifunktionales Zentrum (Shared Service Center). Die Grundregel einer solchen Transformation lautet: „Man kann kein Chaos an das Zentrum übergeben“. Die Prozesse des Reisemanagements, der Präqualifikation von Auftragnehmern, der Sammlung von Schulungsanfragen und der Vorfallanalyse wurden streng algorithmisiert. Dies ermöglichte es, deren Bearbeitung professionellen Analysten ohne fachlichen Hintergrund im Arbeitsschutz zu übertragen, was die Geschwindigkeit und Qualität der Datenverarbeitung erheblich steigerte.
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