Die Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Bereich Arbeitssicherheit (HSE) ist eine Aufgabe, die einen systematischen Ansatz erfordert, insbesondere in großen Unternehmen. Denis Bannykh, Projektleiter für die Entwicklung von HSE-Schulungsprogrammen bei Gazprom Neft, teilt seine Erfahrungen beim Aufbau eines solchen Systems am Beispiel des Funktionsbereichs Arbeitsschutz.
Die Einführung neuer Standards und eines Managementsystems für Berufsrisiken machte deutlich, dass die tatsächlichen Kompetenzen der Spezialisten bewertet werden müssen. Der Referent merkt an, dass es in großen Unternehmen aufgrund von Doppelrollen oft schon schwierig ist, überhaupt festzustellen, wer genau für den Arbeitsschutz zuständig ist. Zur Lösung dieses Problems wurde eine Rollenarchitektur eingeführt, die Spezialisten desselben Bereichs vereint, ein Kompetenzprofil entwickelt und eine Bewertung durchgeführt.
Die Personalbewertung wurde zum wichtigsten Instrument der Problematisierung. Sie hilft bei der Beantwortung der Frage „Warum sollte man lernen?“, insbesondere für erfahrene Mitarbeiter, die von ihrem Wissen überzeugt sind. Die Testergebnisse zeigten, dass bei guten Gesetzeskenntnissen das Verständnis der internen Unternehmensprozesse oft zu wünschen übrig lässt.
Da es auf dem Markt keine fertigen Lösungen gab, zog das Unternehmen Methodiker hinzu, um ein eigenes Bildungsprodukt zu entwickeln. Das Hauptkriterium war ein entwicklungsförderndes Lernmodell: Heute erworbenes Wissen muss morgen in der Praxis angewendet werden. Dafür wurden reale Fallstudien, Vorlagen aus Unternehmenssystemen (z. B. 1C) und unternehmensspezifische Daten verwendet, was die Barriere zwischen Ausbildung und realer Arbeit minimierte.
In der Präsentation wird der Ansatz für Schulungsformate detailliert betrachtet. Für die Spezialistenebene wurde ein Fernlernformat mit Elementen selbstständiger Gruppenarbeit gewählt. Die Teilnehmer erhielten in Webinaren hochrangige Übersichten und führten praktische Aufgaben (z. B. die Entwicklung einer Verantwortungsmatrix) selbstständig aus, wobei sie die Ergebnisse vor den Methodikern verteidigten. Dies ermöglichte die Bildung einer subjektiven Position: Die Mitarbeiter wurden selbst in den Problemlösungsprozess einbezogen.
Zur Steigerung der Motivation wurde Gamification eingesetzt: Das Gewinnerteam wurde von der Kompetenzbewertung befreit, was ein starker Anreiz für eine aktive Teilnahme war.
Das Präsenzpraktikum für Spezialisten, die sich mit Berufsrisiken befassen, basierte auf den Mechaniken des WorldSkills-Wettbewerbs für Arbeitsschutz. Der Referent zeigt am Beispiel einer simulierten Reparaturwerkstatt, wie die Teilnehmer den Zustand des Arbeitsschutzes bewerteten, mit Dokumenten arbeiteten, simulierte Vorfälle untersuchten und die entwickelten Maßnahmen vor dem Management verteidigten. Ein solcher 100%iger kompetenzbasierter Ansatz sorgte für eine hohe praktische Anwendbarkeit des erworbenen Wissens.
Basierend auf dem umgesetzten Projekt wurden folgende Prinzipien formuliert:
Entdecken Sie die vollständige Bibliothek bewährter Praktiken der Arbeitssicherheit
Zur Bibliothek