Historisch gesehen wurde die Wahrnehmung von Arbeitsschutzfachkräften in der Produktion oft auf das Bild von „Leuten mit Stöcken“ reduziert – Kontrolleure, deren Hauptaufgabe darin besteht, Verstöße zu finden und Anweisungen zu erteilen. Der moderne risikoorientierte Ansatz erfordert jedoch eine qualitative Transformation dieser Funktion. Die Produktion braucht Experten und Partner, die in der Lage sind, Sicherheit in Arbeitsprozesse zu integrieren, ohne diese zu stoppen. In ihrem Vortrag analysiert Irina Karpova die Methodik zur Erstellung eines schrittweisen Entwicklungsprogramms für HSE-Fachkräfte, das es ermöglicht, aus einfachen Inspektoren starke interne Berater und Change Agents zu machen.
Das Problem vieler Unternehmen besteht darin, dass sie bei der Einführung neuer Sicherheitsstandards für Arbeiter die gezielte Entwicklung der HSE-Funktion selbst vergessen. Es wird erwartet, dass die Fachkräfte standardmäßig über alle erforderlichen Fähigkeiten verfügen. Die Einführung einer transparenten Kompetenzmatrix löst dieses Problem: Sie schließt Subjektivität bei der Personalbewertung aus, bildet einen klaren Karriereweg und ermöglicht es dem Unternehmen, sich auf interne Expertise statt auf externe Auditoren zu stützen.
Die Referentin zeigt am Beispiel eines dreistufigen Systems, wie genau sich das Qualifikationsprofil eines Mitarbeiters entwickeln sollte. Das Programm umfasst nicht nur Gesetzeskenntnisse, sondern auch die Entwicklung von Managementfähigkeiten (Soft Skills) sowie ein tiefes Verständnis der Unternehmensstandards.
In der Anfangsphase besteht die Hauptaufgabe des Mitarbeiters darin, reale Produktionsrisiken zu erkennen und zu bewerten. Dafür sollte der Spezialist 60 – 70 % seiner Arbeitszeit direkt vor Ort, in den Werkstätten und „im Feld“ verbringen. Genau hier wird das Fundament gelegt: Durchführung von Inspektionen, Teilnahme an Arbeitsgruppen zur Risikobewertung und Aufbau der Kommunikation mit dem Linienpersonal.
Auf der zweiten Stufe verlagert sich der Fokus auf die Weitergabe von Erfahrung. Der Spezialist erwirbt die Fähigkeiten eines internen Trainers und Coaches. Dies ist für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung: Indem er andere schult (z. B. in der Methodik der Unfalluntersuchung), verinnerlicht der Mitarbeiter das Material selbst auf Expertenniveau. In dieser Phase werden auch die Kenntnisse im Umweltbereich vertieft und grundlegende Fähigkeiten im Zeit- und Personalmanagement hinzugefügt.
Ein Schlüsselberater, der die Geschäftsstrategie des Unternehmens und die Prinzipien der KPI-Bildung versteht. Seine Aufgabe ist es, Risikomanagementprozesse auf allen Ebenen so zu implementieren, dass sie zu einer nachhaltigen Geschäftspraxis werden. In dieser Phase ist es sinnvoll, internationale Zertifizierungen (z. B. NEBOSH oder ISO 45001 Auditorenkurse) einzubeziehen, damit der Spezialist die besten globalen Praktiken an die Realitäten seines Unternehmens anpassen kann.
Im Vortrag wird der Mechanismus zur Fortschrittsbewertung detailliert betrachtet. Der Übergang in die nächste Stufe erfolgt nicht automatisch nach Dienstjahren. Eine zwingende Voraussetzung ist die Umsetzung und Verteidigung eines praktischen „Verbesserungsprojekts“. Dies ist eine Art Abschlussarbeit, in der der Spezialist eine Rationalisierungslösung vorschlägt, deren Wirksamkeit für den Standort oder das gesamte Unternehmen berechnet und seine Bereitschaft beweist, ein neues Maß an Verantwortung zu übernehmen.
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Kommentare 3
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Sergey Vinnik,
Das Webinar beginnt heute um 14:00 Uhr (Moskauer Zeit). 5 Minuten vor der Veranstaltung erscheint ein Button zum Beitritt zur Webinar-Plattform.
Maria Bondar,
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