Die Entwicklung eines HSE-Managementsystems ist nicht nur die Einführung neuer Vorschriften, sondern eine tiefgreifende kulturelle Transformation auf allen Ebenen der Organisation. Wenn ein Unternehmen mit steigenden Unfallzahlen konfrontiert ist, erweisen sich traditionelle Kontrollmethoden oft als unzureichend. Unter solchen Bedingungen entsteht der Bedarf an Werkzeugen, die nicht nur den aktuellen Zustand bewerten, sondern auch das Personal zu ständiger Verbesserung motivieren. In seinem Vortrag analysiert Viktor Lubinsky, Direktor für Arbeitsschutz und industrielle Sicherheit bei der JSC "Novo-Shirokinsky Rudnik" (Areal-Gruppe), die praktischen Erfahrungen bei der Einführung eines internen HSE-Audits, das es dem Unternehmen ermöglichte, die LTIFR-Rate drei Jahre lang auf null zu halten.
Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie das interne HSE-Audit zu einem wichtigen Treiber für Veränderungen wurde. Anstatt externe Auditoren hinzuzuziehen, entwickelte das Unternehmen ein eigenes Bewertungssystem, das auf 12 Schlüsselelementen basiert, darunter das Engagement der Führung, Motivation, Schulung und effektiver Informationsaustausch. Jedes Element wird nach dem Bradley-Kurven-Modell bewertet, was es ermöglicht, den Reifegrad der Sicherheitskultur zu bestimmen.
Der Vortrag untersucht detailliert die Korrelation zwischen der Einführung des Audits und der Dynamik der LTIFR-Rate. Die Praxis hat gezeigt, dass eine Erhöhung des HSE-Reifegrads direkt zu einer Verringerung der Unfallzahlen führt. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war die Einbindung der Führung und die kontinuierliche Schulung des Personals. Die auf der Grundlage der Auditergebnisse entwickelten Pläne für Korrekturmaßnahmen werden veröffentlicht und regelmäßig diskutiert, was den ständigen Fokus auf Sicherheitsthemen aufrechterhält.
Eines der drängendsten Probleme bei der Festlegung von Null-Unfall-Zielen ist das Risiko der Verheimlichung von Vorfällen. Der Referent betont, dass im Unternehmen ein Umfeld geschaffen wurde, in dem Verheimlichung unrentabel und unmöglich ist. Selbst Haushaltsunfälle werden erfasst, und ein Verstoß gegen die Regel der Nicht-Verheimlichung zieht disziplinarische Maßnahmen nach sich. Die Offenheit und Transparenz der Prozesse, unterstützt durch Videoüberwachung und Aufklärungsarbeit, bilden eine Kultur, in der die Gesundheit der Mitarbeiter über formale Kennzahlen gestellt wird.
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