HSE-Führungspraktiken auf verschiedenen Managementebenen

Fallstudie
21 Oktober 2021 🇷🇺 Originalsprache: русский

Transformation der Sicherheitskultur durch Einbindung von Führungskräften

Die Entwicklung der Sicherheitskultur in einem großen Industrieunternehmen ist ohne die persönliche Beteiligung von Führungskräften aller Ebenen unmöglich. Die formale Einhaltung von Verfahren reicht nicht aus – es bedarf eines Übergangs zu bewusster Führung, bei der das Top-Management und die Linienmanager durch persönliches Beispiel ihr Engagement für HSE-Prinzipien demonstrieren. Im Rahmen des Webinars analysiert Dmitry Kolmakov, Direktor für HSE und Produktionssicherheit der PJSC Unipro, detailliert das System praktischer Instrumente, die helfen, eine durchgängige Verantwortung für die Sicherheit aufzubauen: vom Generaldirektor bis zum Arbeiter in der Brigade.

Instrumente zur Einbindung des Top-Managements

Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie Sicherheitsthemen in die regelmäßige Agenda der Geschäftsführung integriert werden können. Die Grundlage bildet das HSE-Komitee, in dem funktionale Direktoren und Niederlassungsleiter über die Erfüllung persönlicher Sicherheitspläne berichten. Zur Bewertung des Fortschritts wird ein Unternehmensinstrument verwendet, das auf dem Hudson-Kulturmodell basiert und eine transparente Planung des Übergangs von Abteilungen auf neue Reifegrade ermöglicht.

Besonderes Augenmerk wird auf das Projekt „Frischer Blick“ gelegt. Sein Kern besteht darin, dass funktionale Direktoren (einschließlich der Direktoren für Personal, Einkauf oder Recht) bei Besuchen in den Niederlassungen obligatorisch Rundgänge über die Produktionsstätten gemeinsam mit der Niederlassungsleitung durchführen. Dies ist nicht nur eine Inspektion, sondern ein Dialog mit dem Personal am Arbeitsplatz, eine Bewertung der Bedingungen für Arbeiten mit erhöhtem Risiko und die anschließende Formulierung von Korrekturmaßnahmen mit Bereitstellung der erforderlichen Finanzierung.

Management hoher Risiken und Kompetenzzentren

Es ist unmöglich, alle Gefahren gleichzeitig gleich effektiv zu kontrollieren, daher wird im Vortrag der Ansatz zur Priorisierung detailliert betrachtet. Es wurden fünf Schlüsselbereiche mit hohen Risiken identifiziert: Arbeiten an elektrischen Anlagen, in der Höhe, mit Hebezeugen, in engen Räumen und Heißarbeiten. Für jeden Bereich werden Fokusprogramme umgesetzt, die Sicherheitsmonate, Selbstbewertungen der Abteilungen und gegenseitige Überprüfungen umfassen.

Für eine tiefgehende Ausarbeitung von Standards wurden Kompetenzzentren auf Basis verschiedener Niederlassungen geschaffen. Jedes Zentrum betreut eine bestimmte Art von Hochrisikoarbeiten, und die Führungsunterstützung wird von einem der funktionalen Direktoren des Exekutivapparats geleistet. Dies ermöglicht es, die Zeit für die Entwicklung von Vorschriften zu verkürzen und einen einheitlich hohen Sicherheitsstandard im gesamten Unternehmen zu gewährleisten.

Motivation des Personals und Visualisierung von Anforderungen

Eine Änderung der Einstellung der Mitarbeiter zur Sicherheit erfordert ein Gleichgewicht zwischen strengen Regeln und positiver Motivation. Der Referent analysiert die Einführung von fünf „Lebenswichtigen Regeln“, deren Verletzung zur bedingungslosen Entlassung ohne Recht auf Wiedereinstellung führt. Demgegenüber steht der Wettbewerb „Sicherheitsstern“, bei dem Mitarbeiter für die sichere Ausführung von Arbeiten eine Prämie in Höhe eines Monatsgehalts erhalten können.

Zu den im Bericht vorgestellten unkonventionellen Praktiken gehören:

  • Sicherheitspass: ein individuelles Buch des Mitarbeiters mit Foto, das die wichtigsten Regeln und Seiten zur Erfassung von Verstößen oder Belohnungen enthält.
  • Visualisierte Anweisungen: Übersetzung komplexer Textvorschriften in ein Infografik-Format (analog zu Sicherheitsanweisungen in Flugzeugen) zur besseren Wahrnehmung durch das Linienpersonal.
  • Projektive psychologische Studien: Arbeit mit Fokusgruppen zur Ermittlung der unterbewussten Einstellung der Mitarbeiter zu Risiken, was es ermöglicht, Kommunikationsmaterialien und Plakate an die Spezifik einer bestimmten Niederlassung anzupassen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie entwickelt und implementiert man persönliche HSE-Pläne für Top-Manager nicht-produzierender Funktionen?
  • Nach welchen Kriterien wird die Effizienz der Kompetenzzentren für hohe Risiken bewertet?
  • Wie funktioniert das Motivationssystem „Sicherheitsstern“ und wer entscheidet über die Prämienvergabe?
  • Wie helfen projektive Methoden von Psychologen, die Wirksamkeit der visuellen HSE-Agitation zu erhöhen?
  • Wie organisiert man ein System zur visuellen Identifikation von Arbeitszulassungen auf dem Gelände mithilfe von Aufklebern auf Helmen?
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