Die Versorgung der Mitarbeiter mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) in großen Produktionsanlagen ist ein komplexer und vielschichtiger Prozess. Der Referent analysiert die Erfahrungen des Unternehmens OTEKO, bei dem mehr als 10.000 Menschen in 358 verschiedenen Berufen an den Standorten arbeiten. Vor der Einführung des Outsourcings steuerte das Unternehmen alle Phasen der PSA-Bereitstellung selbst, mit Ausnahme der Lieferung auf das Gelände. Im Laufe der Zeit führte dies zu einer Reihe kritischer Probleme: der Unfähigkeit, schnell auf Mitarbeiteranfragen zu reagieren, dem Fehlen eines elektronischen Erfassungssystems, längeren Ausgabezeiten und steigenden Preisen aufgrund von Inflation und Marktfaktoren. Die Lager waren mit nicht benötigten Beständen überlastet, was finanzielle und logistische Schwierigkeiten verursachte. Diese Faktoren wurden zum Katalysator für den Wechsel zum Outsourcing, der es ermöglichte, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, Kosten zu senken und Prozesse zu automatisieren.
Die Auswahl eines Vertragspartners für das PSA-Outsourcing ist ein entscheidender Schritt, der den Erfolg des gesamten Projekts bestimmt. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Ansatz zur Partnerwahl: Berücksichtigt wurden die Erfahrung in Großprojekten, das Vorhandensein einer entwickelten technologischen Infrastruktur, der Ruf und die Fähigkeit, mit Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten. Die Einführung des Outsourcings umfasste neun Schritte, beginnend mit der Erkenntnis der Notwendigkeit des Wechsels und der Durchführung eines Audits des aktuellen Systems bis hin zur Einrichtung von Ausgabestellen auf dem Unternehmensgelände und der Einführung neuester Technologien zur Automatisierung der Erfassung.
Der Wechsel zum Outsourcing verlief nicht ohne Schwierigkeiten. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie eine unzureichende Vorbereitung der Lagerräume und eine mangelhafte Inventur mit Mapping (Abgleich der PSA-Modelle) zu Größenverwechslungen führten. Das Vorhandensein eigener Lagerbestände, die zuerst abgebaut werden mussten, erschwerte den Prozess. Zur Lösung dieser Probleme wurde eine Interaktionsrichtlinie erstellt, ein qualitatives Mapping des gesamten Größensortiments durchgeführt, die Lagerräume vergrößert und ein Sortimentsausschuss eingerichtet, der Fragen zur Einführung und zum Ausschluss von PSA-Modellen zeitnah klärt.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten waren die Ergebnisse der Outsourcing-Einführung beeindruckend. Die PSA-Kosten sanken im Vergleich zum Vorjahr um 20 %, und der Versorgungsgrad der Mitarbeiter stieg von 30 % auf 95 %. Es wurde ein eiserner PSA-Bestand für 60 Tage gebildet, der eine rechtzeitige Ausgabe garantiert. Nun erhalten die Mitarbeiter am Tag ihrer Einstellung ein vollständiges PSA-Set, was sich positiv auf ihre Motivation und Produktivität auswirkt.
Die Entwicklung des Outsourcings ist untrennbar mit der Einführung moderner Technologien verbunden. Im Unternehmen wurden Verkaufsautomaten für die Ausgabe von PSA mit kurzer Tragedauer aufgestellt, wodurch der Besuch von Lagern entfällt. Eine obligatorische Kennzeichnung der Arbeitskleidung zur Identifizierung bei der Abgabe zur Wäsche und Reparatur wurde eingeführt. Ein industrieller Wasch- und Reparaturservice mit Paketstationen für die Abgabe und Abholung sauberer Arbeitskleidung wurde eingerichtet. Zukünftig ist die Einführung elektronischer Umkleidekabinen zur genauen Größenauswahl und von Chatbots für die schnelle Kommunikation mit den Mitarbeitern geplant.
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