Effektive Zielsetzung zur Ergebnismessung beim Übergang vom reaktiven zum proaktiven Niveau

Fallstudie
17 Dezember 2020 🇷🇺 Originalsprache: русский

Vom reaktiven Ansatz zur bewussten Sicherheit

Der Übergang vom reaktiven HSE-Management zum proaktiven ist nicht nur ein Wechsel von Kennzahlen, sondern eine Transformation des Bewusstseins jedes Mitarbeiters. In der Sitzung „Ziele und Systematisierung“ erläutert Anna Voronkova, HSE-Managerin bei Heineken, wie die richtige Zielsetzung und die Auswahl von KPIs einer Organisation helfen, sich entlang der Bradley-Kurve zu bewegen: von der instinktiven Einhaltung von Regeln hin zu einer interdependenten Kultur, in der Sicherheit zu einem inneren Wert wird.

Reaktive und proaktive Kennzahlen: Was ist der Unterschied?

Die Referentin zeigt am Beispiel eines Eisbergs, wie sich Sicherheitsmetriken verteilen. Reaktive Kennzahlen (Unfälle, Mikrotraumata, Berufskrankheiten) sind nur die Spitze, die widerspiegelt, was bereits passiert ist. Proaktive Kennzahlen sind der unter Wasser liegende Teil, der auf die Vermeidung von Vorfällen abzielt.

  • Reaktive Metriken: Anzahl der Ausfalltage, Vorfälle, Mikrotraumata. Es ist wichtig, diese nicht zu verbergen, sondern sie zur Suche nach den Grundursachen zu nutzen.
  • Proaktive Metriken: Prozentsatz der Einhaltung von Checklisten, Ergebnisse von medizinischen Untersuchungen, spezielle Bewertung der Arbeitsbedingungen, Audits, Risikobewertungen, Erfassung unsicherer Bedingungen und Handlungen.

Wie man das Set von Kennzahlen richtig ändert

Der Vortrag beleuchtet detailliert den Algorithmus zur Arbeit mit Kennzahlen basierend auf dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act). Die Referentin schlägt folgende Route vor:

  • Analyse der aktuellen Situation: Erfassung aller Abweichungen und Identifizierung von Problembereichen (z. B. Verkehrsunfälle, Arbeit mit Auftragnehmern, Absturz aus der Höhe).
  • Fokus auf das Wesentliche: Auswahl der Top-3 der kritischen Bereiche zur Bearbeitung, um Ressourcen nicht zu zersplittern.
  • Festlegung proaktiver KPIs: Für jeden Problembereich werden spezifische Metriken formuliert (z. B. Prozentsatz der Einhaltung des Arbeitsstandards für Auftragnehmer oder Anzahl der identifizierten unsicheren Bedingungen).
  • Bewertung der Wirksamkeit: Regelmäßige Überwachung des Status und Anpassung der Maßnahmen.

Evolution der Metriken entlang der Bradley-Kurve

Die Referentin betont, dass das Set von Kennzahlen dem Reifegrad des Unternehmens entsprechen muss. Man kann nicht zu komplexen Verhaltensmetriken übergehen, ohne ein grundlegendes Fundament aufgebaut zu haben.

  • Reaktives Niveau: Fokus auf grundlegende Anforderungen (Unfälle, Arbeitsplatzbewertungen, medizinische Untersuchungen, Schulungen).
  • Abhängiges Niveau: Hinzufügen von Inspektionen, Audits, Erfassung unsicherer Bedingungen und Near-Misses (Beinaheunfälle).
  • Unabhängiges Niveau: Arbeit am Bewusstsein, Verfolgung von unsicherem Verhalten und Krankheitsraten.

Instrumente zur Einbindung und Digitalisierung

Für ein erfolgreiches Kennzahlenmanagement ist ein zuverlässiges Datenerfassungssystem erforderlich. Man kann mit einfachen Excel-Tabellen beginnen und schrittweise zu spezialisierten IT-Lösungen übergehen. Darüber hinaus weist Anna auf die Wichtigkeit hin, Schulungsformate für verschiedene Zielgruppen anzupassen: von klassischen Anweisungen bis hin zu einseitigen Lektionen (OPL) und kurzen Animationsvideos, die besonders effektiv für die Einbindung junger Mitarbeiter sind.

Was Sie aus diesem Webinar lernen werden:

  • Wie wählt man die richtigen proaktiven Kennzahlen zur Reduzierung von Verletzungen aus?
  • Warum ist es wichtig, sich gleichzeitig nur auf 3 Schlüsselprobleme zu konzentrieren?
  • Wie passt man KPIs an das aktuelle Niveau der Sicherheitskultur des Unternehmens an?
  • Welche Schulungsformate funktionieren am besten, um Mitarbeiter verschiedener Generationen einzubinden?
  • Wie baut man ein Datenerfassungssystem zur Analyse von HSE-Kennzahlen auf?
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