Traditionell lag der Fokus von HSE-Spezialisten auf der persönlichen Sicherheit der Mitarbeiter. Die Analyse großer Industrieunfälle zeigt jedoch, dass ein erheblicher Teil der Vorfälle auf Verstöße gegen die Prozesssicherheit (Process Safety) zurückzuführen ist. Die Einführung eines systematischen Ansatzes zum Management von Prozessrisiken wird zu einem natürlichen Schritt in der Entwicklung der Sicherheitskultur in modernen Unternehmen.
Im Rahmen des Webinars teilen Alexander Remeiko und Vladislav Smolin, Vertreter von Salym Petroleum Development, ihre praktischen Erfahrungen bei der Anpassung und Implementierung internationaler Prinzipien der Prozesssicherheit in russischen Produktionsstätten.
Die Referenten weisen darauf hin, dass die Entscheidung zur Einführung von Prinzipien der Prozesssicherheit auf der Analyse gesammelter Statistiken von Partnerunternehmen basierte. Die Daten zeigen, dass etwa 30 % aller Vorfälle in der Öl- und Gasindustrie mit Verstößen gegen die Anforderungen der Process Safety zusammenhängen.
In der Präsentation wird ein realer Fall aus der Praxis des Unternehmens detailliert betrachtet: ein Vorfall beim Einbinden eines neuen Rohrleitungsabschnitts unter Verwendung der Stopple-Technologie. Ungeplante Änderungen im Arbeitsablauf (Dämpfen der Ausrüstung) führten zum Verlust der Dichtheit der Absperrvorrichtung und zu einer Gasfreisetzung. Dieser Fall verdeutlichte die Notwendigkeit einer strengen Kontrolle über die Einhaltung der Prozessdisziplin und des Änderungsmanagements.
Die Grundlage des neuen Systems bildeten 10 Basisprinzipien (Process Safety Fundamentals), von denen jedes auf der Analyse realer technogener Ereignisse formuliert wurde. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie diese Regeln in der Praxis funktionieren:
Angesichts des Umfangs der Aufgabe wählte das Unternehmen eine Strategie der schrittweisen Implementierung und begann mit den fünf für seine Produktion kritischsten Prinzipien. Für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts wurde eine funktionsübergreifende Arbeitsgruppe gebildet und Führungskräfte in den Produktionsstätten ernannt.
Zur Bewertung der Wirksamkeit der Implementierung wird ein Netzdiagramm («Spinne») verwendet, das 15 Bereiche abdeckt: von den Kompetenzen des Personals bis zur Durchführung von Audits. Dieser Ansatz ermöglicht es, Verbesserungsbereiche zu identifizieren und den Maßnahmenplan zeitnah anzupassen, beispielsweise durch die Integration neuer Anforderungen in das Programm der Erstunterweisung.
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