Traditionell liegt der Fokus in der Produktion auf dem klassischen Arbeitsschutz (HSE) – der Vermeidung von Verletzungen, Stürzen und Schnittwunden. Die Statistik großer Industrieunfälle zeigt jedoch, dass katastrophale Folgen durch Systemausfälle von Anlagen und Verletzungen technologischer Abläufe entstehen. Die Einführung des Bereichs „Sicherheit von Produktionsprozessen“ (Process Safety Management) wird zu einem notwendigen Schritt für Unternehmen, die Risiken von Explosionen, Bränden und Großereignissen ausschließen wollen. Im Rahmen des Webinars erläutert Sergey Bobkov, Leiter für Prozesssicherheit bei der United Metallurgical Company (OMK), praktische Instrumente für das proaktive Management von Produktionsrisiken.
Die Grundlage der Prozesssicherheit ist die Überwachung des Zustands kritischer Anlagen, deren Ausfall zu Produktionsstillständen oder schwerwiegenden Folgen führt. Der Referent zeigt am Beispiel metallurgischer Anlagen, wie das System zur Bewertung der mechanischen Integrität von Anlagen funktioniert. Das wichtigste Instrument ist die Risikomatrix, die es ermöglicht, Maßnahmen zu priorisieren und Bedrohungen bei der Budgetplanung aus der „roten“ Zone in die zulässige „grüne“ Zone zu überführen.
Besonderes Augenmerk wird auf die Visualisierung gelegt: Kennzeichnung kritischer Anlagen, farbliche Zoneneinteilung von Manometerskalen, Wärmebildkontrolle von Schaltschränken und Anpassung von Anlagen an das Lockout-Tagout-System (LOTO). Solche Maßnahmen schließen eine zweideutige Auslegung der Parameter für den sicheren Betrieb durch verschiedene Bediener aus und verhindern den Betrieb in Vorwarnzuständen.
Ein erheblicher Teil der Industrieunfälle ereignet sich in der Anlaufphase von Anlagen. Um dieses Risiko zu minimieren, werden Checklisten für Pre-Startup-Sicherheitsüberprüfungen eingeführt, bei denen die festgestellten Mängel in kritische (Kategorie A, bei denen der Betrieb strengstens untersagt ist) und unkritische (Kategorie B) unterteilt werden. Der Vortrag geht detailliert auf den Prozess des Managements technischer Änderungen ein. Jede Anlagenmodifikation muss einer primären Risikobewertung unterzogen werden, um Situationen auszuschließen, in denen unbefugte Eingriffe zu versteckten Bedrohungen und anschließender Zerstörung von Baugruppen führen.
Entdecken Sie die vollständige Bibliothek bewährter Praktiken der Arbeitssicherheit
Zur Bibliothek