Ergebnisse der Implementierung von Systemen zur Überwachung des Bedienerzustands

Fallstudie
18 März 2026 🇷🇺 Originalsprache: русский

Der Betrieb schwerer Bergbaumaschinen ist eine monotone Tätigkeit, die über eine Schicht von 10 bis 12 Stunden hinweg höchste Konzentration erfordert. Statistiken zeigen, dass bis zu 65 % der Verkehrsunfälle in Bergbauunternehmen auf die Ermüdung der Fahrer zurückzuführen sind, während die Nutzung eines Mobiltelefons am Steuer das Unfallrisiko vervierfacht. Die Lösung dieses Problems erfordert den Übergang von administrativen Maßnahmen hin zu einer automatisierten hardwaregestützten Überwachung.

In seinem Vortrag erläutert Eduard Bondarev detailliert das umfassende Projekt des Unternehmens Kuzbassrazrezugol zur Einführung eines Systems zur Überwachung des Bedienerzustands (entwickelt von OKO Systems). Das Projekt umfasste 683 Muldenkipper und wurde in der Rollout-Phase auf Reisebusse, Mannschaftstransportwagen, Sattelzugmaschinen und Tankwagen ausgeweitet. Heute stehen rund 3500 Fahrer unter kontinuierlicher Überwachung, von denen ein erheblicher Teil auf öffentlichen Straßen unterwegs ist.

Hardwarebasis und Integration in die IT-Landschaft

Das System basiert auf einer berührungslosen optischen Methode zur Erfassung der Blickrichtung. In der Fahrerkabine werden optische Sensoren, ein akustischer Signalgeber und ein Vibrationsmotor installiert. Bei Anzeichen von Sekundenschlaf oder Ablenkung (z. B. Schließen der Augen für mehr als 3 Sekunden) werden akustische und vibrierende Signale aktiviert, die automatisch verstummen, sobald der Fahrer den Blick wieder auf die Straße richtet.

Ein wichtiger Schritt war die Integration der Lösung in die bestehenden Unternehmenssysteme. Die Verknüpfung mit dem Dispositionsleitsystem ermöglichte den Echtzeitzugriff auf Daten aus den Fahrtenbüchern (Name, Personalnummer), was die Arbeit der Spezialisten vor Ort vereinfachte. Die Integration in das Rundumsicht-Videosystem machte die Montage eines zweiten Monitors in der Kabine überflüssig – alle Informationen sind nun in einer einzigen Benutzeroberfläche verfügbar.

Die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft eines solchen Fuhrparks erfordert einen strukturierten technischen Support. Ein dezentraler technischer Dienst ermöglicht die Behebung von Störungen innerhalb von maximal 96 Stunden und gewährleistet eine technische Verfügbarkeit von 95 %. Ein Teil der Anfragen wird dabei aus der Ferne gelöst. In den Arbeitsschutzanweisungen ist die Regel fest verankert: Der Betrieb eines Fahrzeugs mit defektem Überwachungssystem ist strengstens untersagt.

Disziplin, Sabotage und Senkung der Unfallrate

Die Rund-um-die-Uhr-Überwachung durch die Disponenten des Unternehmens und das Monitoring-Center des Entwicklers führte zu beeindruckenden Ergebnissen. Die Unfallrate bei technologischen Fahrzeugen sank um 50 %. Im Berichtszeitraum verhinderte das System über 6000 Fälle von Sekundenschlaf am Steuer und identifizierte mehr als 28 000 Fälle von Ablenkung.

Der Referent spricht offen über das Problem des Widerstands des Personals in der Anfangsphase. Das System registrierte 160 Fälle vorsätzlicher Sabotage (Eingriffe in die Hardware durch die Fahrer). Alle Vorfälle wurden durch Videoarchive belegt und die Verursacher disziplinarisch belangt, was zu einer grundlegenden Verbesserung der Fahrkultur führte.

Erweiterung des Funktionsumfangs: Von der Blicküberwachung zur Analyse von Bergbauprozessen

Neben der primären Aufgabe – der Überwachung der Wachsamkeit – ermöglichte die gesammelte Videodatenmenge (ca. 20 GB pro Fahrzeug und Monat) die Lösung angrenzender betrieblicher Aufgaben. Die Kameras werden zur Überwachung des Zustands technologischer Straßen, der Baggerfronten, der Ladekapazität sowie der Einhaltung von Arbeits- und Ruhezeiten eingesetzt.

Mithilfe neuronaler Netze wird die Nutzung von Sicherheitsgurten durch Passagiere in Mannschaftstransportern automatisiert überwacht und das Umhergehen von Personen während der Fahrt erkannt. Das Unternehmen plant, die Terabytes an gesammelten Daten für das KI-Training zu nutzen. Insbesondere werden Algorithmen zur Analyse des Beladungsprofils der Ladefläche und zur automatischen Erkennung von Gesteinsverlusten auf den Straßen entwickelt, was sich direkt auf die Lebensdauer der Großreifen auswirkt.

Was Sie aus diesem Vortrag lernen werden

  • Wie ist die Integration des Ermüdungsüberwachungssystems in die Dispositionssoftware und die Rundumsichtkameras technisch umgesetzt?
  • Welches Protokoll wird bei der Feststellung von Gerätefehlern oder Sabotageversuchen durch Fahrer angewendet?
  • Wie ist die 24/7-Überwachung des Zustands von 3500 Bedienern von Bergbau- und Hilfsfahrzeugen organisiert?
  • Wie werden Videodaten von Fahrzeugen zur Untersuchung von Vorfällen und zur Qualitätskontrolle bei Bergbauarbeiten genutzt?
  • Wie hilft maschinelles Sehen bei der Kontrolle der Verwendung von PSA und Sicherheitsgurten im Personentransport?
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