Sicherheit ist jedermanns Sache. Praxis der Schaffung von HSE-Kulturgemeinschaften

Fallstudie
10 März 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von formalen Anweisungen zur bewussten Sicherheit

Traditionelle Schulungsmethoden und HSE-Unterweisungen werden oft als Formalität wahrgenommen. Informationen werden schnell vergessen und Regeln nur unter Aufsicht befolgt. In seinem Vortrag analysiert Andrey Khokhryakov, Leiter der Programme zur Entwicklung der Sicherheitskultur bei „Salym Petroleum“, wie man von aufgezwungenen Anforderungen zu einer bewussten Entscheidung für sicheres Arbeiten übergeht. Der Referent zeigt am Beispiel der Schaffung von Gemeinschaften für eine sichere Produktionskultur (HSE-Kultur), wie man Sicherheit zur persönlichen Angelegenheit jedes Mitarbeiters macht.

Ziele und Aufgaben der HSE-Kulturgemeinschaften

Die Schaffung von HSE-Kulturgemeinschaften zielt auf die Lösung mehrerer Schlüsselaufgaben ab:

  • Popularisierung der HSE-Kultur außerhalb der Schulungsräume: Es ist wichtig, dass die Diskussion über Sicherheitsfragen im Arbeitsumfeld fortgesetzt wird und sich nicht auf formale Schulungen beschränkt.
  • Gewohnheitsbildung: Sicheres Verhalten muss automatisch werden und vom Arbeitsumfeld in den Alltag übergehen.
  • Einbeziehung aller: Sicherheitskultur ist nicht nur die Verantwortung des Managements, sondern auch die persönliche Angelegenheit jedes Mitarbeiters.
  • Entwicklung von Beziehungen: Vertrauen und ein offener Dialog sind die Grundlage einer effektiven Sicherheitskultur.

Ansätze zur Bildung von Gemeinschaften: von der Utopie zur Praxis

Der Referent ging detailliert auf verschiedene Ansätze zum Management von Gemeinschaften ein und wies auf deren Vor- und Nachteile hin:

  • Vollständige Selbstverwaltung: Ein idealistischer Ansatz, der echte Führungskräfte hervorbringt, aber im Laufe der Zeit aufgrund mangelnder Struktur und Zielsetzung zum Burnout der aktivsten Teilnehmer führt.
  • Autoritärer Ansatz: Sorgt für hohe Aktivität und Disziplin, da er sich auf die bestehende Organisationsstruktur stützt. Allerdings leidet die Qualität der Veranstaltungen unter der mangelnden intrinsischen Motivation der Ausführenden.
  • Belohnungs- und Anreizsystem: Derzeit der effektivste Ansatz. Die Teilnahme an Gemeinschaften wird in persönlichen Entwicklungsplänen und durch belohnende KPIs für Auftragnehmer berücksichtigt. Dies stimuliert die Aktivität, obwohl die Aufrichtigkeit der Motivation manchmal fraglich bleibt.

Arbeitsformate der Gemeinschaften: von informellen Treffen bis zu kreativen Initiativen

In der Präsentation werden vier Hauptformate der Gemeinschaftsarbeit detailliert betrachtet:

  • Treffen „ohne Krawatte“: Informelle Diskussionen über Vorfälle, Ansehen von Dokumentarfilmen oder Aufzeichnungen eigener Arbeiten. Dies hilft den Mitarbeitern, sich zu äußern, Probleme zu teilen und Wachstumspotenziale ohne Angst vor Bestrafung zu finden.
  • Teilnahme an gemeinsamen Initiativen: Durchführung von „Interventionstagen“, Stopp-Stunden und Informationskampagnen nach vorgefertigten Vorlagen. Dies ermöglicht es, ein breites Publikum zu erreichen und praktische Fähigkeiten zu trainieren, wie z. B. die Fähigkeit, in unsichere Situationen einzugreifen.
  • Qualitätszirkel: Einsatz von Werkzeugen zur kontinuierlichen Verbesserung, wie z. B. einem „Problemlösungs-Board“. Dies bindet das Arbeitspersonal in die Prozessoptimierung ein und ermöglicht es, den Nutzen der vorgeschlagenen Lösungen anschaulich zu demonstrieren.
  • Kreative Initiativen: Eigenständige Organisation von Berufswettbewerben, praktischen Übungen (z. B. Erste Hilfe), Quests und Videodrehs. Dieses Format erfordert mehr Aufwand, entfaltet aber das kreative Potenzial maximal und bindet die Mitarbeiter ein.

Schlüssel zum Erfolg: Beständigkeit und Motivation

Für das erfolgreiche Funktionieren von Gemeinschaften sind Beständigkeit und Systematik erforderlich. Es ist wichtig, regelmäßig Veranstaltungen durchzuführen, die Aktivität aufrechtzuerhalten und nicht nach sofortigen Ergebnissen zu jagen. Die Motivation der Teilnehmer kann unterschiedlich sein – vom aufrichtigen Wunsch, die Sicherheit zu verbessern, bis hin zu materiellen Anreizen. Die Hauptsache ist, einen Dialog zu beginnen und schrittweise eine bewusste Einstellung zur Sicherheit zu formen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie überwindet man den formalen Ansatz zum Arbeitsschutz und erreicht Bewusstsein bei den Mitarbeitern?
  • Welche Ansätze zum Management von Sicherheitsgemeinschaften sind in der Praxis am effektivsten?
  • Wie organisiert man informelle Treffen und kreative Veranstaltungen, um das Personal einzubinden?
  • Wie nutzt man ein Belohnungssystem und KPIs, um die Teilnahme an Sicherheitsinitiativen zu stimulieren?
  • Wie misst und demonstriert man den realen Nutzen der Arbeit von HSE-Kulturgemeinschaften?
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