Die Entwicklung der Sicherheitskultur ist ohne die aktive Beteiligung der Unternehmensführung unmöglich. Formale Zielerklärungen funktionieren nicht, wenn sie nicht durch reale Handlungen des Managements untermauert werden. Im Rahmen des Webinars analysiert Sergey Peresypkin das grundlegende Konzept der Führung im HSE-Bereich und erklärt, warum das Niveau der Sicherheitskultur immer auf der Grundlage der subjektiven Meinung der Belegschaft bewertet wird.
Der Zyklus der Entwicklung sicheren Verhaltens
Im Mittelpunkt jedes Sicherheitssystems steht der Mensch. Die Aufgabe einer Führungskraft besteht nicht nur darin, Prozesse zu steuern, sondern Werte zu schaffen, die die Mitarbeiter dazu ermutigen, sichere Verhaltensweisen zu wählen. Der Referent zeigt, wie dieser Zyklus in der Praxis funktioniert: Die Führungskraft vermittelt Prioritäten, verfolgt deren Umsetzung durch ständige Überwachung und wendet korrigierende oder positive Maßnahmen an, um das Ergebnis zu festigen.
Sieben Instrumente zur Entfaltung des Führungspotenzials
In der Präsentation werden praktische Mechanismen detailliert untersucht, mit denen Führungskräfte auf allen Ebenen die Einstellung des Teams zum HSE-Bereich beeinflussen können:
- Persönliche Verantwortlichkeitserklärung. Öffentliche Anerkennung der Priorität der Sicherheit vor anderen Aufgaben. In der Praxis wird dies durch den hohen Stellenwert der HSE-Funktion bestätigt – zum Beispiel durch die direkte Unterstellung der Abteilung unter die Geschäftsführung.
- Priorität der Sicherheit bei Investitionen. Die Prüfung neuer Projekte und die Durchführung von Besprechungen sollten mit Sicherheitsfragen beginnen, was den richtigen Ton für alle Mitarbeiter angibt.
- „Programmierung“ neuer Mitarbeiter. Die Einarbeitung von Neulingen ist ein kritischer Moment. Die persönliche Teilnahme der obersten Führungskraft an der Unterweisung oder Begrüßung neuer Mitarbeiter schafft Vertrauen und setzt sofort hohe Standards für sicheres Arbeiten, wodurch mögliche negative Erfahrungen aus früheren Arbeitsplätzen ausgeglichen werden.
- Horizontale Kommunikation. Austausch von Best Practices zwischen den Abteilungen. Der Referent nennt als Beispiel die Rotation von HSE-Spezialisten zwischen verschiedenen Standorten, um Erfahrungen auszutauschen und einen frischen Blick auf die Prozesse zu werfen.
- Regelmäßige Arbeitsplatzbesuche. Vor-Ort-Besuche sollten zu einem Ritual werden, nicht zu einem formellen Audit. Das Ziel ist ein direkter Dialog mit den Arbeitern über Risiken und die rasche Nutzung der Befugnisse der Führungskraft zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
- Rechtzeitige Motivation für Fortschritte. Belohnungen sollten nicht nur für das Endergebnis, sondern auch für die Einhaltung von Regeln während des Arbeitsprozesses erfolgen. Immaterielle Motivation (Urkunden, persönlicher Dank) hat oft eine längerfristige Wirkung als Geldstrafen, da sie den Wunsch weckt, die richtigen Handlungen zu wiederholen.
- Interviews mit ausscheidenden Mitarbeitern. Der Verlust eines kompetenten Spezialisten ist ein Anlass, das Betriebsklima zu analysieren. In einer unvoreingenommenen Umgebung kann der ausscheidende Mitarbeiter verborgene Probleme in der Sicherheitskultur aufzeigen, die vom Büro aus nicht sichtbar sind.
Führung messen: Die Kennzahlenmatrix
Alle Instrumente verlieren an Wirksamkeit, wenn sie nicht gemessen werden. Um das Engagement von Führungskräften zu bewerten, muss eine Führungsmatrix implementiert werden – ein System von Key Performance Indicators (KPIs) für HSE. Die Verfolgung der Häufigkeit von Arbeitsplatzbesuchen, der Anzahl der belohnten Mitarbeiter und der geführten Gespräche ermöglicht es der Geschäftsführung zu verstehen, wie gut Top-Manager ihre Rolle als Sicherheitsführer erfüllen, und ihr Schulungssystem rechtzeitig anzupassen.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Warum hängt die tatsächliche Sicherheitskultur von der subjektiven Meinung des Linienpersonals ab?
- Wie gestaltet man den Einarbeitungsprozess richtig, um einen Neuling auf sicheres Arbeiten zu „programmieren“?
- Was ist der Unterschied zwischen Motivation für Ergebnisse und Motivation für Fortschritte im HSE-Bereich?
- Wie nutzt man horizontale Kommunikation, um Best Practices zwischen den Abteilungen zu skalieren?
- Welche Metriken sollten in die Führungsmatrix aufgenommen werden, um die Leistung von Top-Managern objektiv zu bewerten?