Lebendige HSE-Kultur: Von Anweisungen zu Kommunikation

Fallstudie
17 Juni 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von Anweisungen zu lebendiger Kommunikation: Die Evolution der HSE-Kultur

Die Entwicklung einer HSE-Kultur in der Produktion ist ohne hochwertige Kommunikation unmöglich. Ruslan Abdulmanov, leitender Spezialist für Sicherheitskultur bei PJSC Tatneft, analysiert, warum selbst die durchdachtesten Arbeitsschutzinstrumente möglicherweise nicht funktionieren, wenn im Team kein offener Dialog aufgebaut ist. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Ansatz des internen funktionalen Coachings, bei dem die Schulung nicht von externen Theoretikern, sondern von den Mitarbeitern des Unternehmens selbst durchgeführt wird, die die Besonderheiten und Risiken ihrer Produktion kennen.

Warum funktionieren Sicherheitsinstrumente nicht?

Der Referent zeigt am Beispiel von Brainstormings mit Führungskräften, dass traditionelle Instrumente wie „Zentrale Sicherheitsregeln“ oder „Rote Zonen“ zu 75-80 % funktionieren. Gleichzeitig weisen kommunikative Praktiken – die dynamische Risikobewertung (DRA) und verhaltensbasierte Sicherheitsaudits – oft nur eine Wirksamkeit von 30 % auf.

  • Dynamische Risikobewertung (DRA) – dies ist nicht nur ein Verfahren, sondern eine Philosophie der Wahl. Der Mitarbeiter darf keine Angst haben, der Führungskraft ein Risiko zu melden, und die Führungskraft muss bereit sein, zuzuhören und Maßnahmen zu ergreifen. Ohne Vertrauen wird dieses Instrument zu einer Formalität.
  • Verhaltensbasiertes Sicherheitsaudit (BBS) – dies ist ein Dialog, keine Inspektion. Sein Ziel ist es, die Ursachen für unsicheres Verhalten zu verstehen und gemeinsam eine Lösung zu finden, nicht zu bestrafen.

Wie man die Berichterstattung über Vorfälle effektiv gestaltet

Eine der Schlüsselkompetenzen einer Führungskraft ist die Fähigkeit, Informationen über Vorfälle so zu vermitteln, dass sie Resonanz und keine Langeweile erzeugen. Der Referent analysiert einen typischen Fehler: das Vorlesen trockener Fakten aus offiziellen Eilmeldungen. Stattdessen werden drei Prinzipien der lebendigen Information vorgeschlagen:

  • Storytelling: Die Geschichte sollte Emotionen wecken, zu Schlussfolgerungen führen und mit konkreten Handlungen enden. Eine Geschichte über einen verletzten Kollegen, seine Pläne und seine Familie wirkt viel stärker als die Aufzählung von Verletzungen in medizinischen Fachbegriffen.
  • Dialog statt Monolog: Einbindung des Publikums durch Fragen („Wie ist das bei uns?“, „Haben wir ähnliche Risiken?“). Dies löst einen Analyseprozess aus und zwingt dazu, die Situation auf sich selbst zu übertragen.
  • Rituale: Schaffung vertrauter Orte und Formate zur Diskussion von Sicherheitsthemen (z. B. an einer speziellen Tafel im Kontrollraum), was das Team zusammenschweißt und die Wichtigkeit des Themas unterstreicht.

Zusammenarbeit mit Auftragnehmern

Der Vortrag berührt auch das Thema der Zusammenarbeit mit Auftragnehmern. Für sie gelten dieselben zentralen Sicherheitsregeln, jedoch mit finanzieller Verantwortung. Dabei wendet das Unternehmen einen motivierenden Ansatz an: Bis zu 30 % der Strafsumme kann der Auftragnehmer zurückerhalten, wenn er nachweist, dass diese Mittel zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen (Kauf von PSA, Absturzsicherungssystemen usw.) verwendet wurden.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie verwandelt man das trockene Vorlesen von Anweisungen in einen einnehmenden Dialog mit den Mitarbeitern?
  • Warum geraten kommunikative Sicherheitsinstrumente (DRA, BBS) oft ins Stocken und wie kann ihre Effizienz von 30 % auf 90 % gesteigert werden?
  • Wie nutzt man Storytelling bei der Berichterstattung über Unfälle, um das Verhalten der Menschen wirklich zu beeinflussen?
  • Wie gestaltet man die Zusammenarbeit mit Auftragnehmern, indem man Strafen und Motivation zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen kombiniert?
  • Was sind die Vorteile des internen funktionalen Coachings für die Entwicklung der HSE-Kultur im Unternehmen?
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