Jedes, selbst das modernste und am effektivsten aufgebaute Arbeitssicherheitssystem, läuft mit der Zeit Gefahr, zu stagnieren. Burnout bei Führungskräften, sinkendes Engagement der Mitarbeiter und Routine können zu einem Rückgang der erzielten Ergebnisse führen. In seinem Vortrag analysiert Wladimir Stepanow, Direktor der Abteilung für industrielle Sicherheit und Arbeitsschutz bei der JSC OTEKO, das Konzept der Einführung eines Instituts für Sicherheitsmentoren (Kuratoren) – ein Instrument, das es ermöglicht, Stagnation abzufedern und der Entwicklung der Sicherheitskultur ohne zusätzliche finanzielle Investitionen neue Impulse zu geben.
Das Mentoring wird durch das interne Potenzial der Organisation und den bestehenden Stellenplan realisiert. Dies sorgt für Flexibilität im System, den Verzicht auf unnötige Bürokratie und die kontinuierliche Kompetenzentwicklung der Spezialisten selbst. Dabei betont der Referent einen grundlegenden Unterschied: Der Mentor ist kein Safety Leader (diese Rolle bleibt dem Abteilungsleiter vorbehalten). Ein Mentor ist ein Berater, ein Vermittler von Best Practices und eine Brücke zwischen dem HSE-System und der jeweiligen Werkstatt.
Die Einführung einer neuen Rolle ist ohne vorherige Vorbereitung unmöglich. Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, dass ein sofortiger Start des Projekts aufgrund massiven zweiseitigen Widerstands zu dessen Diskreditierung geführt hätte.
Für einen erfolgreichen Start war es notwendig, die Begriffe strikt voneinander abzugrenzen. Der Mentor übernimmt nicht die Routinearbeit der Führungskraft und ist nicht deren "Freund", der bei Verstößen ein Auge zudrückt, um gute Beziehungen zu pflegen. Er ist verpflichtet, objektiv zu bleiben und der Abteilung bei der Umsetzung sicherer Praktiken zu helfen.
Die Mentoren kommen mit einem konkreten Instrumentarium in die Abteilungen, das hilft, die Einstellung der Mitarbeiter zur Sicherheit vor Ort zu verändern. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Übergang von formalen Verfahren zu einem lebendigen Dialog.
Das Ergebnis dieser Arbeit war nicht nur eine Verbesserung der allgemeinen Indikatoren der Sicherheitskultur, sondern auch eine Senkung der Arbeitsunfälle um 27 %. Damit das System weiterhin funktioniert, empfiehlt Wladimir, die Mentoren regelmäßig zu rotieren (um eine "Verschmelzung" mit der Abteilung zu vermeiden) und ihre physische Präsenz in den Produktionsstätten und nicht in den Büros sicherzustellen.
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