Der Erfolg jedes Unternehmens und die Rate der Arbeitsunfälle hängen direkt von der Position der Geschäftsführung ab. Bis zu 70 % der Fachleute betrachten die Einstellung des Top-Managements als den wichtigsten immateriellen Motivationsfaktor. In diesem Webinar erläutert Serik Mazhkenov, leitender Experte des Allrussischen Forschungsinstituts für Arbeit (VNII Truda), wie diese Ressource richtig genutzt werden kann, um die Unternehmenskultur zu entwickeln, ohne Führung in ein formales Ritual zu verwandeln.
Führung vs. Management: Ein Paradigmenwechsel
Der Referent betont den grundlegenden Unterschied zwischen einem Manager und einer Führungskraft. Während ein Manager auf kurzfristige Effizienz und das Erreichen eines bestimmten Ergebnisses um jeden Preis ausgerichtet ist, konzentriert sich eine Führungskraft auf die langfristige Lebensfähigkeit und Zuverlässigkeit des Systems. Eine Führungskraft schafft ein Umfeld, in dem Mitarbeiter sicher interagieren können, und fördert eine bewusste innere Motivation anstelle eines „Zuckerbrot und Peitsche“-Systems.
Sieben praktische Werkzeuge für Führungskräfte
Der Vortrag beleuchtet detailliert eine Reihe von Maßnahmen, mit denen das Top-Management die Sicherheitskultur beeinflussen kann:
- Persönliche Verantwortungsübernahme. Das aufrichtige Engagement der Führungskraft für Sicherheitsfragen weckt das Vertrauen der Mitarbeiter. Die Praxis der direkten Kommunikation von Direktoren mit den Familien von Unfallopfern verändert deren Einstellung zu Präventivmaßnahmen radikal.
- Unabhängigkeit der HSE-Funktion. Für eine objektive Überwachung sollte die HSE-Abteilung direkt der Geschäftsführung unterstellt sein, um Interessenkonflikte mit Produktionsabteilungen auszuschließen.
- Schaffung eines grundlegenden Verhaltensmodells. Ein persönliches Treffen des CEO mit neuen Mitarbeitern legt grundlegende Sicherheitsregeln fest, die für den Arbeitnehmer aufgrund des Gesetzes der Beständigkeit der ersten Information Priorität erhalten.
- Horizontale Kommunikation. Die Rotation von Vorgesetzten zwischen den Abteilungen gewährleistet einen effektiven Austausch von Best Practices und gleicht das Niveau des Sicherheitsbewusstseins vor Ort an.
- Besuche am Arbeitsplatz. Die direkte Kommunikation mit den Mitarbeitern ermöglicht es der Führungskraft, unverfälschte Informationen zu erhalten, die Funktion der Kommunikationskanäle zu überprüfen und die Wertschätzung für die Arbeit jedes Einzelnen zu zeigen.
- Immaterielle Motivation. Regelmäßige Anerkennung für das Streben nach Ergebnissen schafft ein positives Umfeld. Um eine negative Bemerkung auszugleichen, sind drei bis elf positive Rückmeldungen erforderlich.
- Aufmerksamkeit für ausscheidende Mitarbeiter. Ein Abschlussgespräch hilft, verborgene Probleme in der Organisation aufzudecken und die Loyalität der Fachkraft zu erhalten.
Einarbeitung und Sicherheit als Denkprinzip
Bei der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum zeigt der Referent am Beispiel, wie Arbeitsunfälle bei der am stärksten gefährdeten Gruppe – den neuen Mitarbeitern – reduziert werden können. Eine Schlüsselrolle spielt dabei nicht nur die Einweisung „wie man es macht“, sondern die Erklärung des Sinns – „warum es genau so gemacht werden muss“. Eine schrittweise Einarbeitung, bei der die Belastung unter der Aufsicht eines Mentors allmählich steigt, ermöglicht es, Sicherheit als grundlegendes Denkprinzip zu etablieren.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie unterscheiden sich die Ansätze einer Führungskraft und eines Managers in Fragen der Arbeitssicherheit grundlegend?
- Wie gestaltet man den Einarbeitungsprozess neuer Mitarbeiter richtig, um Arbeitsunfälle in den ersten Arbeitsmonaten auszuschließen?
- Warum sollte die HSE-Abteilung ausschließlich der Geschäftsführung unterstellt sein?
- Wie nutzt man Abschlussgespräche, um verborgene Risiken in der Produktion aufzudecken?
- Wie hilft die horizontale Rotation von Fachkräften, die allgemeine Sicherheitskultur schnell zu verbessern?