Bei Begehungen vor Ort oder Gesprächen mit Mitarbeitern stoßen wir oft auf das Problem, dass Mitarbeiter den Kontakt scheuen oder keinen Dialog führen wollen. Sie finden viele Gründe, um diesem Gespräch auszuweichen. Warum ist das so? Was ist in einer solchen Situation zu tun? Wie bewegt man einen Mitarbeiter zum Dialog und erzielt ein effektives Ergebnis?
Das Unternehmen „Metalloinvest“ war, wie andere Betriebe auch, mit diesem Problem konfrontiert. Im Jahr 2021 wurde in unserem Unternehmen das Projekt „Risikomanagementsystem“ eingeführt, das genau eine Lösung für dieses Problem bietet, nämlich die Praxis der „Leader-Normen“.
Ich werde über unsere Praxis berichten, wie man einen Dialog gewinnbringend führt und den Mitarbeitern den Wert der Sicherheit vermittelt.
Damit ein Dialog mit dem Mitarbeiter überhaupt „zustande kommt“, muss man sich zunächst darauf vorbereiten. Wie bereitet man sich auf einen Dialog vor?
Bevor wir die Werkstatt für eine Begehung betreten, müssen wir entscheiden, wohin genau wir gehen und worauf wir unseren Fokus richten. Wenn einer unserer Schwerpunkte das „Gespräch mit dem Mitarbeiter“ ist, ist es besser, im Voraus festzulegen, mit welchem Mitarbeiter wir das Gespräch führen werden.
Nachdem wir uns auf den Rundgang vorbereitet haben, ist der nächste Schritt der Gang in die Werkstatt. Dabei dürfen wir vor allem die Einhaltung der Sicherheitsregeln nicht vergessen, denn die Führungskraft ist der wichtigste Vorbildcharakter für diese Normen! Verwenden Sie die gesamte PSA und die spezielle Arbeitskleidung, die für die jeweilige Werkstatt vorgesehen ist.
Während des Dialogs sollte die 20/80-Regel beachtet werden: 20 % der Zeit spricht die Führungskraft, 80 % der Zeit spricht der Mitarbeiter. Wenn Sie auf den Mitarbeiter zugehen, sollten Sie sich vorstellen, fragen, ob er die Arbeit für die Dauer des Gesprächs unterbrechen kann, und klären, welche Tätigkeit er gerade ausführt. Während des Dialogs sollten keine geschlossenen Fragen gestellt werden, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Stellen Sie stattdessen offene Fragen, die ausführliche Antworten erfordern.
Beispielhafte Fragen: Was ist das für eine Arbeit? Welche Gefahren und Risiken können bei der Ausführung der Arbeit auftreten? Was könnte man anders machen?
Wenn Sie während des Dialogs positive Aspekte bemerken, vergessen Sie nicht, den Mitarbeiter zu loben, denn Motivation wirkt viermal effektiver als Demotivation. Vergessen Sie am Ende des Gesprächs nicht, dem Mitarbeiter für seine Zeit zu danken.
Empfehlungen zur Durchführung des Dialogs:
Denken Sie daran, dass die Führungskraft ein Mentor ist und kein Richter! Unsere Aufgabe ist es, das Verhalten und die Einstellung zur Sicherheit durch Beobachtung, Kommunikation und konkrete, durchdachte und mit dem Mitarbeiter abgestimmte Maßnahmen zu verändern.