Nach einem Arbeitsunfall ließen sich Seryogas Zeigefinger und Daumen an der rechten Hand nicht mehr beugen, wobei der Zeigefinger in einem Winkel von etwa 130 Grad nach links abstand. In den zehn Jahren seit dem Unfall hatte er sich an diese Besonderheit gewöhnt, und im Alltag bereitete sie ihm keine größeren Probleme. Als Monteur konnte er jedoch seitdem nicht mehr arbeiten. Da er eine ständig unzufriedene und zänkische Ehefrau sowie drei Kinder zu versorgen hatte und zudem eine lebenslange Angst vor laufenden Winkelschleifern zurückblieb (das Geräusch der Trennscheibe, die seine Knochen berührte, hatte sich für immer tief in sein Gedächtnis eingebrannt, und er spürte bei der bloßen Erinnerung noch immer fast körperlichen Schmerz), musste er zum Anschläger umschulen. Hier war keine besondere Fingerfertigkeit gefragt, und in den Raucherpausen erzählte er seinen Kollegen oft von jenen für ihn schrecklichen Sekunden.
Doch unsere Geschichte handelt nicht von jenem längst vergangenen Vorfall. Es geschah während des Baus eines Militärobjekts auf einer der Inseln des Franz-Josef-Land-Archipels. In dieser Region ist das Wetter aufgrund der Verwirbelungen des Golfstroms, der auf das kalte Wasser des Arktischen Ozeans trifft, sehr wechselhaft und schlägt rasant um – so schnell, wie eine Tasse Tee ausgetrunken ist: Beim ersten Schluck ist der Himmel klar, und wenn die Tasse leer ist, herrscht bereits ein undurchdringlicher Schneesturm. Nach dem Entladen der Baumaterialien vom Eisbrecher wurden diese zu einem Zwischenlager gebracht und von dort je nach Bedarf zur Baustelle transportiert. Nach einem erneuten Schneesturm sollten dort Balken abgeholt werden. Da die Straße noch nicht geräumt war und der Fahrer gewechselt hatte – der neue kannte den Weg nicht – , wurde unser Held als Begleiter mitgeschickt.
Wie gewohnt erzählte Sergej seinem neuen Bekannten während der Fahrt von seiner durch den Winkelschleifer verstümmelten Hand. Als sie sich der entsprechenden Abzweigung näherten, deutete Sergej mit seinem Finger an, dass sie rechts abbiegen müssten. Doch der Fahrer sah natürlich nur, dass der Finger nach links zeigte, und lenkte das Steuer ruhig in die Richtung, in die der Finger wies.
Nachdem sie durch die zertrümmerte Windschutzscheibe aus dem Fahrerhaus geklettert waren, stiegen die beiden Partner fluchend aus dem Graben zurück auf die Straße.
— Siehst du denn nicht, wohin ich zeige?!
— Siehst du nicht, siehst du nicht?! Und wohin hast du mit deiner Pistole gezielt?!