Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sind weder schicksalhaft noch unvermeidbar. Sie haben immer Ursachen, die durch eine wirksame Präventionskultur beseitigt werden können.
Vision Zero oder „Null Unfälle“ ist ein qualitativ neuer Ansatz zur Organisation der Prävention, der drei Bereiche vereint – Sicherheit, Gesundheitsschutz und das Wohlergehen der Mitarbeiter auf allen Ebenen der Produktion. Er umfasst sieben „goldene Regeln“ zur Steigerung der Sicherheitskultur und des Arbeitsschutzes:
Im Jahr 2018 trat die Unternehmensgruppe AO „Zarubezhneft“ Vision Zero bei. Als Tochtergesellschaft schloss sich auch die AO „RMNTK „Nefteotdacha“ dem Konzept an.
Angesichts gefährlicher und schwerer Arbeitsbedingungen ist die Gewährleistung der Sicherheit jedes einzelnen Mitarbeiters die Priorität der AO „RMNTK „Nefteotdacha“. Durch die schrittweise, umfassende Umsetzung des Vision Zero-Konzepts erreichte das Unternehmen bis Ende 2021 eine Unfallrate von „Null“.
Abbildung 1 zeigt die Analyse der Unfallhäufigkeitsrate mit Arbeitsausfall. Trotz der Zunahme der geleisteten Arbeitsstunden sinkt die Anzahl der Vorfälle im Unternehmen.
Abb. 1
In diesem Beitrag werde ich über die konkreten Schritte zur Umsetzung dieses Systems berichten, die es ermöglicht haben, das Niveau der Sicherheitskultur zu erhöhen und die Unfallrate in der Produktion zu senken.
Schritt 1. Information.
Um das Personal über die Ziele des Konzepts zu informieren, wurden Schulungen mit einem externen Anbieter für das obere und mittlere Management organisiert. Das Training trug den Titel „Mein Weg – Entwicklung persönlicher Verantwortung“. Führungskräfte aller Ebenen gingen persönliche Verpflichtungen zur Sicherheitskultur ein. Beispielsweise hat sich unser Generaldirektor persönlich dazu verpflichtet, jede Besprechung mit einer fünfminütigen Sicherheitsunterweisung zu beginnen, bei der einer der Teilnehmer eine Geschichte aus seiner persönlichen Arbeits- oder Lebenserfahrung erzählt, die mit einer Verletzung von Sicherheitsvorschriften oder einem Arbeitsunfall zusammenhängt. Ziel dieser Maßnahme ist es, Lehren zu ziehen und ähnliche Vorfälle zu verhindern.
Schritt 2. Festlegung von Zielen und Maßnahmenprogrammen.
AO „RMNTK „Nefteotdacha“ verabschiedet jährlich per Anordnung Ziele und ein Maßnahmenprogramm zur Umsetzung von Vision Zero. Im Februar 2022 hielt das Unternehmen eine Strategiesitzung zum Thema „HSE-Ziele und Aktionsplan für 2022. Umsetzung des Vision Zero-Konzepts“ unter Beteiligung der Leiter aller Struktureinheiten ab. Im praktischen Teil der Veranstaltung wurden die Teilnehmer in vier Teams aufgeteilt, die gemäß den „goldenen Regeln“ des Konzepts Ziele und Maßnahmen für die Bereiche Arbeitsschutz, Anlagensicherheit und Umweltschutz für 2022 vorschlagen sollten. Die Teams reichten mehr als 30 Maßnahmen zur Prüfung ein.
Schritt 3. Umsetzung des Programms.
Das Maßnahmenprogramm zur Einführung und Umsetzung des Vision Zero-Konzepts wird in Übereinstimmung mit den „goldenen Regeln“ entwickelt. Diese habe ich oben bereits erwähnt. Hier sind einige erfolgreiche Praktiken zur Betriebssicherheit, die im Unternehmen gemäß den Regeln umgesetzt werden:
Regel Nr. 1. Leadership Safety Audit (LSA)
Regel Nr. 2. Gefährdungsbeurteilung mit Erstellung von Risikokarten für kritische und hohe Risiken.
Regel Nr. 3. Festlegung von SMART-Zielen.
Regel Nr. 4. Stop-Card-System. 12 lebenswichtige Regeln. „Stopp! Denken! Handeln!“. Organisation der Arbeitsplätze nach dem 5S-System.
Regel Nr. 5. Digitales System zur Mitarbeiterüberwachung auf dem Ölfeld (über dieses System habe ich bereits in einem HSE DAYS-Webinar berichtet).
Regel Nr. 6. Schule der Sicherheitskultur.
Regel Nr. 7. Richtlinie zur Intervention in Gefahrensituationen – das Recht auf Arbeitsunterbrechung (Einstellung der Arbeiten).
Schritt 4. Kontinuierliche Verbesserung.
AO „RMNTK „Nefteotdacha“ führt jährlich Audits des Managementsystems gemäß den Anforderungen der internationalen Normen ISO 14001:2015 „Umweltmanagementsystem“ und ISO 45001:2018 „Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ durch. Im Jahr 2022 absolvierte das Unternehmen das Zertifizierungsaudit „5Z CULTURE“ der Internationalen Stiftung für die Vermeidung von Arbeitsrisiken (ORP) und bestätigte damit sein Engagement für Sicherheit sowie ökologische und soziale Verantwortung.
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