Die Welt im 21. Jahrhundert verändert sich dynamisch. Dies führt zu erhöhten Risiken für Arbeitnehmer und einer zunehmenden Komplexität bei der Führung von Organisationen, einschließlich des HSE-Managements. Heute hat diese Ära ihren eigenen Namen erhalten – die VUCA-Welt – eine volatile und komplexe Welt.
Dabei bleibt die Pflicht des Arbeitgebers, Leben und Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu schützen, die höchste Priorität.
Wie lässt sich die Umsetzung dieser Priorität unter modernen Bedingungen sicherstellen?
Eine angemessene Antwort der weltweiten Fachgemeinschaft auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist das globale Konzept Vision Zero und seine 7 Goldenen Regeln, die die Kernwerte des HSE-Managements in jedem Unternehmen darstellen.
Dabei ist das Erreichen von null Unfällen kein KPI. Es ist eine strategische Ausrichtung, die bedeutet, dass in jedem Unternehmen ein organisatorisches Umfeld und Arbeitsbedingungen geschaffen werden müssen, die dieses nachhaltige Ergebnis – Ziel Null – über einen langen Zeitraum hinweg hervorbringen.
Es stellt sich erneut die Frage: Wie lässt sich dies gewährleisten?
Die Antwort auf diese Frage ist die Sicherheitskultur, die den strategischen Ansatz zur Erreichung von "Ziel Null" widerspiegelt, und zwar aus folgendem Grund: Jede Unternehmenskultur, einschließlich der Sicherheitskultur, spiegelt im Wesentlichen den Grad der internen Abstimmung (Engagement) aller Organisationsmitglieder auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel wider.
Die Etablierung eines bestimmten Niveaus der Sicherheitskultur oder allgemein anerkannter Normen des Unternehmensverhaltens ermöglicht es Organisationen, über lange Zeiträume – Jahre oder Jahrzehnte – unfall- und störungsfrei zu arbeiten. Genau das ist es, was wir alle brauchen.
Führung fungiert als strategisches Instrument zur Entwicklung der Sicherheitskultur, und dafür gibt es einen Grund.
Es ist bekannt, dass Mitarbeiter das wertvollste Kapital einer Organisation und ihre treibende Kraft sind. Innerhalb dieses Kapitals sind wiederum diejenigen Mitarbeiter von größtem Wert für das Unternehmen, die über Führungskompetenzen verfügen.
Das Phänomen der Führung besteht in der Initiierung eines Prozesses des freiwilligen Zusammenschlusses von Menschen mit dem Ziel, das Potenzial jedes Einzelnen zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels maximal auszuschöpfen.
In diesem Sinne ist eine Führungskraft eine Person, die aus eigener Initiative den Führungsprozess initiiert und vorantreibt.
Genau deshalb ist Führung das strategische Instrument zur Entwicklung der Sicherheitskultur.